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Schon jetzt ein ganzes Börsenjahr

Eigentlich zieht man zum Jahresende Bilanz. Aber das erste Halbjahr 2026 war so ereignisreich, dass sich ein Zwischenstand lohnt.

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Der VIX, Börsen-Angstbarometer, schoss im März auf 35 Punkte – ausgelöst durch den amerikanisch-israelischen Militärschlag gegen den Iran. Binnen Tagen verlor der DAX zehn Prozent vom Allzeithoch.

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Wo das Geld wirklich Schutz fand

Klassische Krisenabsicherung enttäuschte: Bitcoin geriet mittlerweile zum Reinfall, Gold verlor seinen Glanz, selbst Rüstungsaktien wie Rheinmetall gaben nach ihrem furiosen 2025 wieder Terrain ab. Aus einer ganz anderen Ecke kamen die eigentlichen Gewinner: Speicherchip-Hersteller Sandisk etwa legte über 700 % zu, Japans Nikkei stieg 40 %, Südkoreas Leitindex KOSPI verdoppelte sich. Beständigstes Thema des Halbjahres war der physische Ausbau von KI-Infrastruktur.

Der Nasdaq unter der Lupe

Relative Stärke nach Levy – das klingt nach einem Lehrbuchbegriff, ist aber ein handfester Filteralgorithmus. Stefan Vogdt nutzt dieses ausgeklügelte Konzept in seinem wikifolio Nasdaq100-Werte mit rel. Stärke, um aus dem Nasdaq100 maximal zwölf Titel herauszufiltern, die gegenüber dem Rest des Index überdurchschnittlich stark laufen. Ein- und Ausstiege folgen dabei festen Parametern: geglätteter RSL, Rangliste, EMA 50 und EMA 200 – Basis sind stets die Wochenschlusskurse. Bauchgefühl oder Ermessen spielen keine Rolle – bei einem solchen Regelwerk gehorcht der Trader dem System, nicht umgekehrt. In schlechten Börsenphasen weicht Vogdt konsequent in einen gehebelten Short-ETF auf den Nasdaq100 aus – das Portfolio ist damit auch für fallende Märkte gerüstet. Nicht der nächste Trade zählt, sondern das Durchhalten in mehrmonatigen Trendphasen. Dass der Nasdaq100 eine ausgeprägte Schwankungsbreite mitbringt, darüber ist sich Vogdt im Klaren – wer auf starke Einzeltitel setzt, nimmt das erhöhte Risiko als kalkulierten Begleiter in Kauf. Der Blick auf das Portfolio zeigt: Übersichtlicher geht es kaum. Fünf Aktien belegen knapp 60 % des Kapitals, der Rest wartet als Cash auf seinen Einsatz. Ins Auge fällt die Konzentration auf Speicherchip- und Halbleiterwerte – Micron Technology, SanDisk, Western Digital, Intel und Astera Labs – ein klares Bekenntnis zum Thema der Stunde. Im Jahresdurchschnitt legte der Wert um sehr starke +17,5 % zu – seit September 2013 summiert sich das auf ein Gesamtplus von +689 %.

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Kennzahlen

  • +672,2 %
    seit 07.09.2013
  • EUR 115.624
    Investiertes Kapital
  • +92,1 %
    Performance (1 J)
  • 44,5 %
    Volatilität (1 J)
Ø-Perf. pro Jahr: +17,5 %

Im Halbjahrestakt

Zweimal im Jahr, sieben Aktien, immer voll investiert – so lässt sich Christian Soschners wikifolio Trends in Europe and America auf eine Zeile verdichten. Um den 1. Januar und den 1. Juli kauft Soschner die sieben trendstärksten Aktien aus europäischen und nordamerikanischen Indizes – DAX, MDAX, SDAX, TecDAX und Nasdaq. Pünktlich vor ein paar Tagen hat er sein halbjährliches Rebalancing vollzogen – und die neue Auswahl liest sich wie ein Kommentar zur aktuellen Story: SanDisk, Astera Labs, Intel, Marvell Technology und AT&S dominieren, allesamt Vertreter des Speicherchip- und Halbleiterzyklus. Western Digital und Micron Technology komplettieren das wikifolio. Bei ihm machen die Einzelaktien 87,5 % des Portfolios aus, die restlichen 12,5 % warten als Cash-Bestand. Sechs Monate Haltedauer, dann wieder Neuauswahl. Kein aktives Trading dazwischen, keine Absicherung, keine Ausnahmen. Dahinter steckt ein Mensch mit 35 Jahren Investitionserfahrung, der sich beruflich mit Finanzierungen und nachhaltiger Unternehmensentwicklung befasst – und für den jede Investitionsentscheidung auch die Frage beinhaltet, welchen Effekt sie auf Wirtschaft und Gesellschaft hat. Diese Verbindung aus mechanischer Disziplin und ethischem Bewusstsein gibt dem wikifolio einen ungewöhnlichen Charakter. Soschner verzeichnet seit seiner Einführung im Dezember 2015 eine bemerkenswerte durchschnittliche Jahresrendite von +20,6 %, was insgesamt einen Anstieg von +619 % bedeutet.

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Kennzahlen

  • +595,2 %
    seit 26.12.2015
  • EUR 7.245
    Investiertes Kapital
  • +87,5 %
    Performance (1 J)
  • 49,2 %
    Volatilität (1 J)
Ø-Perf. pro Jahr: +20,6 %

Der geduldige Opportunist

Zukunftsaktien, Wachstumstitel, Megatrends – Jörn Remus umreißt sein Suchfeld in wenigen Worten. Sein wikifolio Nordstern gibt sich dabei keinen festen Rhythmus vor: Die Haltedauer richtet sich nach dem Einzelfall und kann einen einzigen Tag betragen oder mehrere Jahre – je nachdem, was Marktlage und Unternehmensausrichtung nahelegen. Kurzfristige Trades stützen sich auf Charttechnik und Handelsvolumen, langfristige Positionen auf Bewertung, Aussichten und die Wachstumsfantasie eines Unternehmens. Geografisch reicht das Universum von Deutschland über Europa und die USA bis nach China, ergänzt durch ETFs auf Indizes und Rohstoffe sowie Knock-out-Zertifikate als Beimischung. Dieses wikifolio ist breiter aufgestellt: 24 Einzelaktien machen 64,7 % aus – auch hier dominiert Tech, mit Marvell Technology, Oracle, AT&S, Broadcom und Firefly Aerospace als Beispiele. Vier ETFs steuern weitere 10,8 % bei, ein strukturiertes Produkt ist mit 0,8 % kaum der Rede wert. Auffällig: Auch Remus hält derzeit mit 23,6 % verhältnismäßig viel Cash. Er handelt seit 2004 hauptberuflich auf eigene Rechnung – die schwierigen Jahre 2000 bis 2003 waren dabei keine verlorene Zeit, sondern die härteste und lehrreichste Börsenausbildung, die es gibt. Viele kleine Gewinne statt des einen großen Treffers – das ist seine stille Überzeugung, gewachsen aus jahrelanger Erfahrung vor dem Bildschirm. Mit fast zehn Mio. EUR investiertem Kapital und dem Bestseller-Merkmal gehört „Nordstern“ zu den meistgenutzten wikifolios der Plattform. Der seit Juni 2015 mit dieser Herangehensweise erzielte Wertzuwachs von durchschnittlich +22,5 % p.a. ist mehr als beachtlich. Dies entspricht einer Gesamtrendite von +843 %.

Chart

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cde

Kennzahlen

  • +849,5 %
    seit 18.06.2015
  • EUR 9.975.898
    Investiertes Kapital
  • +48,4 %
    Performance (1 J)
  • 25,3 %
    Volatilität (1 J)
Ø-Perf. pro Jahr: +22,5 %

Was kommt?

Die kommende Berichtswoche startet am Montag mit den Einzelhandelsumsätzen für die Eurozone und dem amerikanischen ISM-Einkaufsmanagerindex (EMI). Destatis liefert am Dienstag aktuelle Zahlen zur deutschen Industrieproduktion. Nach einem ruhigeren Mittwoch veröffentlicht Destatis am Donnerstag Daten bzgl. der deutschen Handelsbilanz. Am Freitag dürfte noch der harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland von Interesse sein. Insgesamt sind von den Wirtschaftsterminen in KW 28 nicht die ganz großen Impulse zu erwarten.

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