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Artikel zum wikifolio
wikifolio-Trader Koch: "Das Vertrauen der Anleger ist eine große Verpflichtung!"
Hier folgt der zweite Teil unseres Talks mit dem Finanzjournalisten und Wertpapierspezialisten Thomas Koch. Als Redakteur beim Platow Börsenbrief betreut er auf unserer Plattform zwei Medien-wikifolios.
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Letzte Ereignisse im wikifolio
Kommentar 08.11.2018 um 13:10 -
Wertpapierkauf 01.10.2018 um 17:02DE000LS9LLQ5Kurs EUR 177,500 3,9 %
Handelsidee
Dieses Dachwikifolio soll in ausgewählte wikifolio-Zertifikate investieren, die unserer Meinung nach ein attraktives Chance-Risiko-Profil erkennen lassen. Dabei wollen wir uns nicht ausschließlich an den bekannten Kennzahlen der zur Auswahl stehenden Referenzportfolios orientieren. Der Fokus bei der Auswahl soll im Wesentlichen auf den Tradern der Referenzportfolios selbst liegen. Angestrebt werden soll eine Mischung aus Berufstradern, Anlegern mit langjähriger Erfahrung, Spezialisten und engagierten Trading-Talenten.
Es ist deshalb geplant, sich soweit möglich auch direkt mit Tradern auszutauschen, um mehr über die Menschen selbst sowie deren Erfahrungen, Strategien und Einschätzungen zum Börsenhandel erfahren zu können. Letztendlich ist unserer Einschätzung nach eine Handelsstrategie immer nur so gut wie der Mensch, der sie umsetzt.
Das Dachwikifolio soll langfristig ausgerichtet sein und soll sich an keinem Vergleichsindex orientieren. Festgelegte Investitionsquoten soll es ebensowenig geben wie eine fest definierte Anzahl an wikifolio-Zertifikaten im aktuellen Portfolio. Davon unabhängig sollen die Verlustrisiken durch eine gewisse Diversifikation in Grenzen gehalten werden. Zu stark streuen wollen wir das Kapital aber auch nicht, um uns die Chance auf eine überdurchschnittlich starke Performance zu erhalten. mehr anzeigen
Es ist deshalb geplant, sich soweit möglich auch direkt mit Tradern auszutauschen, um mehr über die Menschen selbst sowie deren Erfahrungen, Strategien und Einschätzungen zum Börsenhandel erfahren zu können. Letztendlich ist unserer Einschätzung nach eine Handelsstrategie immer nur so gut wie der Mensch, der sie umsetzt.
Das Dachwikifolio soll langfristig ausgerichtet sein und soll sich an keinem Vergleichsindex orientieren. Festgelegte Investitionsquoten soll es ebensowenig geben wie eine fest definierte Anzahl an wikifolio-Zertifikaten im aktuellen Portfolio. Davon unabhängig sollen die Verlustrisiken durch eine gewisse Diversifikation in Grenzen gehalten werden. Zu stark streuen wollen wir das Kapital aber auch nicht, um uns die Chance auf eine überdurchschnittlich starke Performance zu erhalten. mehr anzeigen
| Stammdaten | |
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Symbol
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WFPLATOW01 |
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Erstellungsdatum
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26.11.2015 |
| Indexstand |
Regeln
Anlageuniversum
Der Trader dieses Dachwikifolios handelt ausschließlich wikifolio-Zertifikate (können Hebelprodukte enthalten).
Trader
Der bereits 1945 gegründete PLATOW Brief ist der führende Wirtschafts- und Börsenbrief Deutschlands. Bedeutende Institutionelle und Privatanleger richten ihren Vermögensaufbau nach PLATOW-Empfehlungen aus.
PLATOW Derivate fokussiert sich dabei auf den Markt für strukturierte Wertpapiere wie Zertifikate und Hebelprodukte. Ein erfolgreiches Musterdepot rundet diesen Spezialbrief aus dem Hause PLATOW ab.
Sowohl das Dachwikifolio "Platow Trader Selection" als auch die wikifolios PLATOW Trend & Sentiment und PLATOW Trend & Sentiment 2.0 werden von unserem seit dem Start im Jahr 2004 verantwortlichen Redakteur von Platow Derivate verwaltet. Als CEFA-Investmentanalyst, Investmentspezialist für strukturierte Produkte (ISSP) und geprüfter Zertifikateberater (EDA) verfügt Thomas Koch über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen im professionellen Börsenhandel.
Weitere Informationen, unsere Kontakdaten und die Möglichkeit eines kostenlosen Probe-Abos finden Sie unter www.platow.de/wikifolio
Hinweis zu unseren beiden "normalen" wikifolios:
In beiden wikifolios handeln wir von der Grundidee her dieselbe Strategie auf den DAX. Einziger Unterschied ist, dass wir in den vom Regelwerk vorgegebenen "Hebel Long"-Phasen mit unterschiedlichen Hebelkräften investiert sind:
Das wikifolio PLATOW Trend & Sentiment wird in diesen Phasen seit Mitte 2018 mit einem ZWEIFACH gehebelten Produkt agieren, das wikifolio PLATOW Trend & Sentiment 2.0 mit einem DREIFACH gehebelten Produkt.
Entscheidungsfindung
- Technische Analyse
- Fundamentale Analyse
- Sonstige Analyse
Kommentare im wikifolio
Allgemeiner Kommentar
Unser Dachwikifolio hat auf Wochensicht 1,1% zulegen und damit den Vorsprung vor dem DAX seit dem Start auf 11,1 Prozentpunkte ausbauen können. Zu der Outperformance beigetragen haben natürlich vor allem die Depotwerte, die sich während der Korrektur an den Aktienmärkten relativ gut halten konnten.
Dazu zählt neben dem in der Vorwoche thematisierten wikifolio Abacus von Carsten Schorn auch das wikifolio Spezialwerte von Thomas Dittmer. Hier wurde in der laufenden Woche ebenfalls ein neues Allzeithoch erreicht. Seit der Anfang 2013 erfolgten Auflegung des Musterdepots wurde hier nicht nur eine beachtliche Performance von 153% erreicht. Fast noch bemerkenswerter ist, dass der maximale Drawdown in dieser Phase auf gerade mal 13% begrenzt werden konnte.
Und das, obwohl der Trader sein Portfolio nicht besonders stark diversifiziert. Aktuell besteht es gerade mal aus vier Depotwerten, die zusammen auf ein Gewicht von 47% kommen. Der Rest wird als Cash gehalten. Einen Teil der Liquidität hatte er vor zwei Wochen „als Cash-Ersatz mit einem kleinen Aufgeld zum erwarteten Squeeze- Out-Preis“ in die Linde-Aktie investiert und dabei „auf eine weitere leichte Kursverbesserung gesetzt“. Die Spekulation ging auf, denn die Position wurde am Montag mit einem Plus von 1,5% wieder verkauft.
Ansonsten bleibt der ausschließlich auf Basis fundamentaler Kriterien agierende Trader seiner Linie treu und investiert nur in Aktien, die er nach seinen sehr aufwändigen Analysen für stark unterbewertet hält. Dazu zählt er trotz eines Kursanstiegs von 176% seit seinem Kauf wohl auch immer noch die Aktie von Eckert & Ziegler. Die ist eine Woche vor den Q3-Zahlen auf den höchsten Stand seit Anfang 2001 gestiegen. Damals war das Unternehmen noch am Neuen Markt notiert. Nach Rekordkursen bei 135 Euro fiel die Aktie im Tief bis auf unter 3 Euro. Mittlerweile notiert der Titel wieder bei 54 Euro.
Dittmer hatte sich vor vier Wochen zu der Aktie geäußert, nachdem der Vorstand die Gewinnziele für das laufende Geschäftsjahr angehoben hatte: „Besonders erfreulich ist die Erhöhung der EPS-Prognose bei Eckert & Ziegler. Für das Gesamtjahr wird ein deutlich steigendes Ergebnis erwartet. Zudem wurde veröffentlicht, dass die Kapazitäten bei der Galliapharm-Produktlinie auf Grund der höheren Nachfrage ausgebaut werden. Wegen der aktuellen Gesamtmarktschwäche hat der Kurs nur unzureichend auf diese Nachrichten reagiert“.
Seitdem ist die Aktie allerdings recht deutlich gestiegen und hat auf Grund der hohen Gewichtung (17,1% Depotanteil) auch erheblich zu der starken Performance des wikifolios beigetragen. Gut möglich, dass der Trader hier in Kürze noch mal Gewinne mitnimmt. Das war zuletzt Mitte August der Fall, weil der Trader den Depotanteil wieder auf ca. 15% reduzieren wollte.
Zu den wenigen Transaktionen der vergangenen Monate zählt zudem ein kleiner, Anfang September erfolgter Nachkauf bei der jetzt mit ca. 15% gewichteten Aktie von Envitec Biogas: „Der fallende Envitec-Kurs wurde genutzt, um die Position leicht auszubauen. Neben dem bereits erwähnten Ausstieg der „Dividendenjäger“ und der Marktenge des Wertpapiers belasten möglicherweise auch Presseberichte über Probleme bei der Rohstoffversorgung eines Wettbewerbers den Kurs. Ende des Monats erscheinen die Halbjahreszahlen“.
Die kommentierte er dann wie folgt: „Der Nachrichtenfluss zu den Depotwerten war durchweg positiv. Envitec Biogas konnte die Bilanzrelationen weiter verbessern, der Cashbestand ist trotz eines ordentlichen Abbaus der Verschuldung weiter gestiegen. Der Abbau der Forderungen und Vorräte wirkte sich hier positiv aus. Operativ zeigt sich eine deutliche Verbesserung des EBIT im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der sommerlichen Dürre hat man offenbar die Rohstoffversorgung gut im Griff, der Halbjahresbericht erwähnt die langfristigen Substratlieferverträge und ausreichende Lagerkapazitäten“.
Gerade in der jüngsten Korrekturphase hat sich gezeigt, dass die konsequent durchgezogene Value-Strategie sehr erfolgsversprechend ist. Wir freuen uns über die Entwicklung und bleiben selbstverständlich dabei!
mehr anzeigenAllgemeiner Kommentar
Wie schon bei unserer Detail-Analyse in der vergangenen Woche beschrieben, konnte das wikifolio Abacus von Carsten Schorn in allen überprüften rückwärtigen Zeiträumen durch eine relativ starke Performance überzeugt. Große Kurssprünge gab es hier zwar lange Zeit nicht, dafür aber sehr viel Stabilität. In den vergangenen zwölf Monaten schwankte das wikifolio in einem engen Rahmen zwischen rund 190 und 198 Euro. Diese Woche jedoch wurde ein neues Allzeithoch markiert.
Die geringe Volatilität zuvor war allerdings auch schon nicht gleichbedeutend mit einem Handlungsstillstand des Traders. Dieser hat in den vergangenen Wochen und Monaten fleißig weiter getradet, allerdings mit deutlich geringeren Stückzahlen als üblich. Schorn, der ausschließlich Aktien handelt und dabei auf US-Werte komplett verzichtet, versucht bei diesem wikifolio „in kurzen Zeiträumen – im Idealfall intraday – Trading-Chancen zu nutzen“. Allerdings hat er im Gegensatz zu vielen anderen Akteuren frühzeitig auf das sich verschlechternde Umfeld reagiert und die Cashquote deutlich hochgefahren.
Sehr aufschlussreich ist vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse ein Blick auf die Kommentare des Traders in den vergangenen Monaten. Schon Mitte Juli hatte er hier vor zu viel Aktionismus gewarnt: „Liebe Freunde des volatilen Handels, wie Ihr sicher bemerkt habt, ist der Markt nicht mehr so freundlich wie letztes Jahr. Die Zeit als die ganzen Homer Simpsons mit ihrer ‚All-In & All-Night-Long‘-Strategie lässige Gewinne erwirtschaftet haben, scheint vorbei. Es kommen immer mehr Gewinnwarnungen, gepaart von politischer Unsicherheit bzw. Instabilität“. Zwei Wochen später folgte dann folgender Hinweis: „Es dürften jetzt alle FANG-Zahlen draußen sein - dem Markt könnten die Phantasien ausgehen, zumal keiner der Firmen super positiv überrascht hat. Der Gesamtmarkt will im Moment eigentlich nicht fallen, wenn aber die Stützen (Nasdaq und Techwerte) nicht mehr wollen und einbrechen, dann fällt das Gebilde zusammen“. Genau so ist es im Anschluss dann ja tatsächlich auch gekommen.
Mitte August gab Schorn die Devise für die folgenden Wochen aus: „Wir haben alles nötige getan, um uns vor den fallenden Märkten zu schützen. Die restlichen Positionen hängen nicht direkt am Gesamtmarkt und die Cashquote mit 91% ist ausreichend. Jetzt heißt es möglichst wenig Performance in der angespannten Gesamtmarktlage zu verlieren und dann beim nächsten Rebound wieder zu profitieren. Ersteres hat bis jetzt exzellent funktioniert“. Auch Anfang September ließ er sich noch nicht zu einem Strategiewechsel animieren: „Ich habe weiterhin kein Interesse daran, dass mir der Markt oder Lang & Schwarz nach und nach das Geld und damit Performance rausleiert - daher heißt es abwarten. Ist eben dieses Jahr ein Seitwärtsmarkt und da ist das Chance/Risiko- Verhältnis wesentlich schlechter als die letzten Jahre. Um es vielleicht nochmal genauer zu sagen: Mit mehreren Millionen Euro in einem Seitwärtsmarkt über Lang und Schwarz und bei den Handelsmöglichkeiten von wikifolio, Daytrading zu betreiben, ist wie durch ein Sumpf-Minenfeld voller Blutegel zu laufen - wenn du eine Mine triffst: game over - wenn du Glück hast und keine Mine triffst, dann saugen dich die dritten und vierten Parteien aus. Daher warten wir ab - Hauptsache es kommt Volatilität in den Markt, am liebsten Vola nach unten“.
Dieser Wunsch wurde dem Trader mittlerweile erfüllt, weshalb er die Investitionsquote in den vergangenen Tagen angehoben und so von der Kurserholung profitiert hat („Stand jetzt sieht es stark danach aus, dass wir vorerst die Tiefs gesehen haben und eine Erholung einsetzen könnte“). So ganz traut er dem Braten allerdings noch nicht, was sich in seiner Aktienauswahl widerspiegelt: „Ich versuche das Portfolio vornehmlich auf die Unternehmen zu beschränken die bereits Zahlen gebracht. Beim Großteil ist das der Fall“.
Alles in allem ist das wikifolio ein Paradebeispiel dafür, wie man als aktiver Trader mit einer wirklich schwierigen Marktphase umgehen sollte. Großen Respekt dafür!
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Wir haben in dieser Woche wieder eine ausführliche Analyse unserer Depotwerte vorgenommen. Ohne Berücksichtigung der Gewichtung sind die Kurse seit Anfang 2018 im Schnitt um 5,1% gefallen. Auf Jahressicht gab es ein Minus von 4,4%. Besonders heftig waren die Rückschläge in den vergangenen vier Wochen (-6,4%).
Unser Dachwikifolio hat seit Jahresbeginn überproportionale 7,7% an Wert verloren, auf Jahressicht sind es 6,7%. Gehen wir ins Detail und werfen einen Blick auf die Performance-Daten der einzelnen Depotwerte: Die drei größten Positionen unseres Dachwikifolios sind für die erwähnte Underperformance diesmal nicht verantwortlich. Vor allem das wikifolio Abacus von Carsten Schorn überzeugt in allen überprüften rückwärtigen Zeiträumen durch eine relativ starke Performance. Weil der Trader schon sehr früh auf einen hohen Cashbestand gesetzt und seine Aktivitäten deutlich heruntergeschraubt hatte, sind hier tatsächlich nur sehr geringe Kursrückgänge zu verzeichnen. Gedankt haben es ihm die Investoren bislang aber nicht. Das investierte Kapital in dem dazugehörigen Indexzertifikat ist in den vergangenen drei Monaten um 17% gesunken, was nur knapp unter dem durchschnittlichen Rückgang von 19% bei allen Depotwerten liegt.
Bei den wikifolios Carpe diem Aktientrading von Dirk Middendorf und Special Investments 1 von Ingo Reeps kann die mittelfristige Bilanz ebenfalls überzeugen. Beide Portfolios kamen erst in den vergangenen Wochen etwas unter Druck. Im „Mittelfeld“ unseres Trader-Teams finden wir dann die Wurzel des aktuellen Übels. Die wikifolios All in One von Jürgen Kraus, Special Situations long/short von Christian Scheid und MidTermAlpha von Marc Huber liegen alle in drei der fünf analysierten Phasen unter den Flop-4. Seit Jahresbeginn sind hier Verluste von bis zu 24% angefallen. Während es bei Kraus und Huber vor allem daran liegt, dass beide Trader aufgrund ihres Handelsansatzes meist voll investiert sind, war Scheid in den vergangenen Monaten ganz einfach mit dem Marktumfeld nicht zurechtgekommen. Vor vier Wochen hatten wir seine Vorgehensweise aufgrund der anhaltenden Kursrückgänge genau analysiert und waren zu dem Schluss gekommen, dass der Trader die richtigen Konsequenzen gezogen hat. Wichtig war uns vor allem, dass das Risiko in dieser Phase spürbar reduziert wurde. Das hat sich wie erwartet ausgezahlt. Auf Monatssicht zählt das wikifolio mit einem Minus von lediglich 0,7% zu den drei besten Performern in unserem Dachportfolio.
Weiterhin richtig schlecht läuft es hingegen bei dem wikifolio Goldesel-Trading von Michael Flender, das in allen fünf Kategorien zu den vier größten Verlierern zählt. Mit einem investierten Kapital von 6,1 Mio. Euro ist das Musterdepot zwar immer noch das bei Anlegern beliebteste wikifolio in unserem Dachverband. Im Vergleich zu unserem bislang letzten Überblick Mitte Juli ist dieser Wert aber um ein Drittel gesunken. Gut die Hälfte dieses Rückgangs ist echten Kapitalabflüssen durch Investoren zu verdanken. Der Rest wurde durch den in den vergangenen drei Monaten noch mal um 16% gesunkenen Kurs des wikifolios verursacht. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf über 20%. Die Bilanz ist vor allem deshalb enttäuschend, weil der Profi-Trader grundsätzlich sehr flexibel agiert und die Risiken stets im Auge behält. Bei vielen Aktien ist er im Nachhinein aber einfach zu früh eingestiegen. Dennoch bleibt er mittelfristig guter Dinge „Es ist gerade wirklich eine schwierige Phase und es ärgert mich sehr, dass das wikifolio trotz teils hoher Cashquote deutlich unter Druck kam. Ich bin aber trotzdem sehr optimistisch, den kommenden Aufschwung an den Börsen voll mitzunehmen. Viele Aktien sind reif für 20-30% Rebounds, wenn die Zahlen und Ausblick nicht vollends enttäuschen. Wenn man in Abschwungphasen/Bärenmärkten die richtigen, guten Aktien kauft, profitiert man beim nächsten Aufschwung umso mehr. Dann drehen sich Buchverluste auch schnell wieder in Gewinne“. Weil wir wissen, dass der Trader sehr erfahren ist und nicht blind ins Verderben rennen wird, bleiben wir auch hier vorerst weiter investiert.
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Unsere beiden zuletzt ins Dachwikifolio aufgenommenen Neulinge hatten keinen guten Start. Das wikifolio Dt. Aktien-Momentum-Protect der GFA Vermögensverwaltung notiert rund 11% unter unserem Einstiegskurs. Bei dem von Volker Thiel betreuten wikifolio Alltags-Trader (Spezial) lagen wir zeitweise auch schon fast 10% im Minus, aktuell sind es hier aber nur noch rund 3%.
Während die Vermögensverwalter nach einem von ihrer Börsenampel generierten Ausstiegssignal am Freitag alle Depotwerte verkauft haben, hat Thiel die Aktienquote in die fallenden Kurse hinein deutlich aufgestockt. Seinen Optimismus bezüglich der weiteren Entwicklung an den Märkten formulierte er in Kommentaren wie „Viele Aktien sind aktuell stark überverkauft, das sind absolute Kaufkurse. Die Reißleine sollte man aktuell nicht ziehen. Im Gegenteil“ oder „Bleiben Sie ruhig, aktuell sehen wir Kurse bei denen man sich später fragen wird, weshalb habe ich nicht stärker zugegriffen“.
Die oftmals sehr forschen Äußerungen („Langfristig ist es mit meiner Strategie fast unmöglich keinen Gewinn zu erwirtschaften“) waren auch der Grund, warum wir bei unserem Einstieg in diesem Fall etwas zögerlich waren. Normalerweise bevorzugen wir Akteure, die sich zumindest öffentlich nicht ganz so weit aus dem Fenster legen. Weil wir es hier aber mit einem recht erfahrenen Vollzeit-Trader zu tun haben und uns seine bisherige Bilanz überzeugt hat, geben wir ihm dennoch die Chance, sein Können auch bei uns unter Beweis zu stellen.
Auf unsere Anfrage heißt es: „Ich lebe das Thema Börse. Ich habe noch kein negatives Börsenjahr hinter mir. Hinzu kommt, dass ich mich viel mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftige. An der Börse braucht man ein gesundes und starkes Selbstvertrauen. Ohne Arroganz. Ich werde jeden Tag 100% geben“. Bei seinem vollmundigen Versprechen, dass auf Jahressicht jeder Investor bei seinem wikifolio Geld verdienen wird, verweist er auf die bisherigen Erfolge seiner Strategie, die ihm seit 2005 eine Jahresperformance von durchschnittlich 24% beschert habe. In den einzelnen Jahren wurden dabei Pluszeichen zwischen 11% und 53% erzielt.
Weil in dem wikifolio weder Kosten noch Steuern anfallen, schraubt er sein Ziel hier sogar auf 70 bis 80% p.a. hoch. Gleichzeitig soll der Maximalverlust bei 5 bis 6% liegen. Das sehen wir allerdings dann doch als deutlich zu optimistisch an, zumal der Drawdown schon jetzt höher liegt. Zwar argumentiert der Trader, dass die aktuell ausgewiesenen 17,7% mit Quotierungsproblemen bei Lang & Schwarz zusammenhingen, die so nicht mehr vorkommen sollen. Erfahrungsgemäß wird es solche Schwierigkeiten aber doch immer mal wieder geben, gerade wenn das investierte Kapital deutlich ansteigen sollte. Zudem musste das wikifolio in den vergangenen Tagen selbst auf Schlusskursbasis schon einen Drawdown von 8,1% verbuchen. Intraday lag das Minus noch deutlich höher.
Eine gesunde Portion Skepsis bleibt von unserer Seite aus also, weshalb wir die Entwicklung ganz genau beobachten werden. Sein sehr mutiges Agieren in den vergangenen Tagen war aber zumindest schon mal von Erfolg gekrönt. Bevorzugt investiert der Trader in Aktien von Unternehmen, die langfristig ihren Umsatz steigern und sich in einem intakten Aufwärtstrend befinden. Dabei wird er erst dann aktiv, wenn die Titel mindestens 5% vom Allzeithoch zurückgefallen sind. Zur Absicherung hat er zudem immer Limits im Markt, „die mich via Put-Knock-Outs vor (massiv) fallenden Kursen schützen“.
Der Trader, der u.a. Psychologie studiert hat und sich als „emotional sehr gefestigt“ bezeichnet, sieht das Trading als seine Berufung an und will den Job noch „mehr als 20 Jahre“ absolvieren. Jeden Handelstag verbringt er 10 bis 12 Stunden vor dem Rechner und liest auch in der Freizeit noch viel zum Thema Börse. Als Ausgleich macht er zusammen mit seiner Frau 3 bis 4 pro Woche Sport und meditiert, denn „ein gesunder Geist und ein gesunder Körper ist absolute Pflicht“. Das stimmt und dem ist zunächst auch nichts hinzuzufügen!
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