21.06.2017| Von: Robert Wanner |

Wer Geld anlegen möchte, wird mit Anlageempfehlungen mittlerweile förmlich überrollt. Viele so genannte Experten und natürlich die Produktanbieter selbst machen Werbung für die unterschiedlichsten Anlageformen. Auf den ersten Blick scheint alles ganz einfach und vor allem lukrativ zu sein. In der Praxis sieht das dann oft ganz anders aus. Investoren sollten bei der Beurteilung von Anlageempfehlungen immer das aktuelle Marktumfeld im Blick haben und wissen, welche Einflussfaktoren für die Anlageformen von Bedeutung sind.

Chancen und Risiken der beliebtesten Anlageempfehlungen:

  • Sparkonten sind sicher, werfen aktuell aber keine oder nur geringe Zinsen ab
  • Bei Anleihen kann die Verzinsung etwas höher ausfallen, dafür gibt es auch Risiken
  • Aktien bieten hohe Gewinnchancen, unterliegen aber starken Kursschwankungen
  • Fonds, ETFs und Indexzertifikate bündeln verschiedene Aktien und können damit gegenüber der Anlage in Einzelwerten zur Reduzierung der Risiken beitragen
  • Gold wirft keine regelmäßigen Erträge ab, gilt aber als Schutz vor hoher Inflation.


Diese Einflussfaktoren bestimmen die Höhe der Rendite

Sparkonten:

Die Höhe der Verzinsung bei Tages- und Festgeldkonten sowie anderen klassischen Sparformen bestimmt die jeweilige Bank. Die Konditionen orientieren sich an der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Deren zentraler Zinssatz liegt aktuell bei 0,0%, weshalb es auch bei den Bankprodukten keine oder nur eine relativ geringe Verzinsung gibt.

Anleihen:

Hier hängt die Rendite von dem jeweiligen Zinsniveau an den Kapitalmärkten ab. Das variiert je nach Länge der Laufzeit sowie der Bonität des Emittenten, der die Anleihen herausgibt. Eine zehnjährige Bundesanleihe bringt derzeit nur 0,3% p.a.-Rendite, bei zwei Jahren Laufzeit ist die Rendite mit -0,7% p.a. sogar negativ. Wer hingegen eine Anleihe des Staates Italien kauft, kann nach zehn Jahren eine Rendite von 2,3 Prozent p.a. erzielen.

Aktien:

Die Kurse von Aktien werden durch Angebot und Nachfrage der Marktteilnehmer beeinflusst. Kurzfristig können dadurch etliche Faktoren für Kursbewegungen verantwortlich sein. Langfristig spielen vor allem die zu erwartende Geschäftsentwicklung der Unternehmen sowie die Höhe der Aktienbewertung eine bedeutende Rolle. Nach den Kursanstiegen der vergangenen Jahre gelten Aktien allgemein nicht mehr als extrem günstig, aufgrund der positiven wirtschaftlichen Aussichten aber auch noch nicht als überteuert.

Gold:

Gold wird zumeist dann stark nachgefragt, wenn Anleger aufgrund politischer oder wirtschaftlicher Ereignisse ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis haben. Langfristig spielt das reale Zinsniveau (Marktzins abzüglich Inflationsrate) eine große Rolle. Je geringer der Realzins ist, desto attraktiver erscheinen Investments in das unverzinste Edelmetall. Aufgrund der niedrigen Inflationserwartungen steht Gold derzeit nicht so stark im Fokus, was sich mit Blick auf die jüngsten politischen Entwicklungen aber schnell wieder ändern kann.

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