24.06.2017| Von: Nikolaos Nicoltsios |

Die vergangenen Monate waren an den Kapitalmärkten vor allem von politischen Ereignissen geprägt. Die Briten entschieden sich für den Brexit und damit gegen die EU, die US-Wähler machten Donald Trump zum wichtigsten Politiker der Welt und der befürchtete Rechtsruck in vielen europäischen Ländern blieb aus. Alle drei Ereignisse haben eins gemeinsam: Sie wurden so von der Masse nicht erwartet. Dass die Börsen auf diese überraschenden Wahlausgänge nicht nachhaltig reagiert haben, hätte so auch kaum jemand prognostiziert.

Die Trends im ersten Halbjahr 2017

Generell ist an den Kapitalmärkten zuletzt vieles anders gelaufen als die vermeintlichen Experten das vorhergesagt haben. Trotz Zinsängsten, Terrorgefahren und zunehmenden politischen Unruhen sind zahlreiche Aktienindizes auf neue Allzeithochs gestiegen. Die oftmals als viel zu teuer kritisierten Hightech-Aktien haben die Märkte ebenso outperformt wie die zuvor stark vernachlässigten Versorger und die von Banken kaum noch beachteten Nebenwerte. Der Euro ist immer noch nicht zusammengebrochen und Bitcoins scheinen Gold als Alternativ-Währung den Rang abzulaufen. Dazu hat sich das vielfach als kurzlebiger Modetrend eingestufte Social Trading zu einer ernstzunehmenden Anlagealternative entwickelt, weil es als innovative und transparente Form der Geldanlage den Nerv vieler Anleger getroffen und vor allem zahlreiche Investoren reicher gemacht hat.

Eine Anregung zum anders denken:

Das alles zeigt, dass Prognosen zur Entwicklung der Kapitalmärkte selbst nach intensiver Analyse extrem schwierig sind. Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Der folgende, nicht immer dem Mainstream entsprechende Ausblick auf die möglichen Trends im zweiten Halbjahr sollte daher nicht mehr aber auch nicht weniger sein als eine gut gemeinte Anregung, sich abseits der Expertenmeinungen seine eigenes Bild zu machen.

Zehn (potenzielle) Trends für das zweite Halbjahr 2017:

  • Das Thema „Zinsängste“ nimmt eine größere Rolle ein als im ersten Halbjahr
  • Die monetäre Unterstützung durch die Notenbanken lässt spürbar nach
  • Die großen Aktienindizes erleiden einen heftigen Rückschlag
  • Der DAX entwickelt sich besser als MDAX, TecDAX und SDAX
  • Das Segment der boomenden Nebenwerte wird überproportional hart getroffen
  • Die gesunkenen Kurse stellen sich im Nachhinein als gutes Einstiegsniveau heraus
  • Rohstoffe rücken wieder stärker in den Fokus der Investoren
  • Die Nachfrage nach Social Trading-Produkten bleibt hoch
  • Nach der Bundestagswahl endet die Ära der Großen Koalition
  • In den USA steigt die Wahrscheinlichkeit vorgezogener Neuwahlen

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