09.07.2014| Von: Andreas Kern |

Deutschland bleibt das Nonplusultra! Auch wenn solche Schlagzeilen in den Medien heute nicht überraschend kommen, geht es hier diesmal ausnahmsweise nicht um Fußball, wo das deutsche Team den Brasilianern gestern Abend die wohl bitterste Niederlage ihrer WM-Geschichte beschert hat. Nein, wir beziehen uns auf die Vorlieben der Trader bei wikifolio.com, wo der deutsche Aktienindex DAX seit jeher der mit Abstand beliebteste Basiswert ist. Neben diversen Hebelprodukten auf den Index stehen mittlerweile vermehrt auch klassische Anlagezertifikate im Fokus der Trader. Mit Hilfe solcher Produkte lassen sich abseits der reinen Long- oder Short-Spekulationen zahlreiche interessante Anlagestrategien umsetzen, die attraktive Renditen bei oftmals reduzierten Risiken ermöglichen. Einige wikifolio-Trader setzen sogar ausschließlich auf diese Instrumente.

Der Trader Thomas Weiermann („TWeiermann“) zum Beispiel handelt in seinem wikifolio „Investment Bonus Kurzläufer“ grundsätzlich nur mit Bonuszertifikaten, wobei neben den klassischen Papieren auch Reverse-Varianten berücksichtigt werden. Unter dem Strich wird mit den Produkten, deren jeweilige Restlaufzeit drei Monate nicht überschreiten soll, eine Zielrendite von sieben Prozent pro Jahr angestrebt. Nur gut vier Monate nach Auflegung des wikifolios ist diese Marke bereits überschritten. Aktuell liegt der Trader mit über zehn Prozent im Plus und musste dabei bislang nur einen maximalen Rückgang von weniger als vier Prozent hinnehmen.

Bonus

Daten von 01.03.2014 - 08.07.2014

Zurzeit ist das wikifolio jeweils zur Hälfte mit Capped Bonuszertifikaten und Reverse Capped Bonuszertifikaten auf den DAX bestückt. Was für den Laien auf den ersten Blick wenig sinnvoll anmuten mag, kann strategisch durchaus Sinn machen, weil die Zertifikate nicht ausschließlich von steigenden bzw. fallenden Kursen profitieren. Stattdessen generiert der Trader immer den maximal möglichen Ertrag, wenn der DAX bis zum Ausübungstag am 15. August die jeweilige Barriere nicht verletzt.

Capped Bonuszertifikate

Bei den „normalen“ Capped Bonuszertifikaten liegen die entscheidenden Kursmarken bei 8.700 bzw. 8.900 Punkten und damit noch neun bis elf Prozent unter dem aktuellen DAX-Stand. Bei den Reverse Capped Bonuszertifikaten wurden Barrieren von 10.400 und 10.500 Punkten ausgewählt, so dass der Index in den kommenden fünf Wochen maximal sechs bis sieben Prozent steigen darf. Gewinne werden hier unter dem Strich also vor allem dann erzielt, wenn sich die Kursausschläge bei dem deutschen Leitindex kurzfristig in beiden Richtungen in Grenzen halten.

Bei seinem am Dienstagabend geposteten Kommentar zeigte sich der Trader recht optimistisch, dass die relevanten Kursschwellen bis zum Laufzeitende nicht in Gefahr geraten: „Der DAX am zweiten Tag mit 1.x% im Minus. Die Überprüfung der Bonuszertifikate ist in Ordnung. Beide haben eine Laufzeit von noch 5 Wochen und die Barrieren liegen bei 8900 und 8700. Dies sollte reichen, da sich der DAX nun fangen sollte oder zumindest langsamer Richtung 9300 fallen wird. Wenn die 9300er Grenze fällt, wird 8900 Papier verkauft, wenn es noch zu lange Restlaufzeit besitzt. Man schaut sich jetzt noch Reversepapiere an, denke aber nicht, dass jetzt umgeschichtet wird“. Kurze Zeit später wurden dann aber doch einige Anpassungen vorgenommen, um „Reversepapiere mit höherer Rendite im wikifolio höher zu berücksichtigen“.

Bei der Auswahl der Zertifikate setzt der Trader vorrangig auf Produkte mit einem extrem hohen Aufgeld. Das hat den Vorteil, dass sich auch bei kurzer Laufzeit und einem dafür relativ großen Puffer noch attraktive Renditen erzielen lassen. Das mit einer Barriere von 8.900 Punkten ausgestattete Bonuszertifikat etwa garantiert innerhalb von fünf Wochen einen Ertrag von 3,4 Prozent, wenn der DAX diese Marke niemals berührt oder unterschreitet. Ganz egal, ob der Index steigt oder moderat fällt. Sollte die Barriere allerdings gerissen werden, geht das gesamte Aufgeld verloren und das Zertifikat büßt massiv an Wert ein. Rutscht der DAX bis Mitte August zum Beispiel um zehn Prozent auf 8.800 Punkte ab, dann verliert das Zertifikat deutlich überproportionale 77 Prozent (WKN: TD1500). Das Verlustrisiko ist bei Bonus-Varianten mit hohem Aufgeld also wirklich enorm.

Um ein solches Szenario auszuschließen, dürfte der Trader die Zertifikate bei einem Annähern des DAX an die Barrieren wie schon öfter geschehen vorzeitig verkaufen. Da das Aufgeld aber nicht zwingend erst bei einem Bruch der Barriere, sondern je nach DAX-Entwicklung zum Teil auch schon vorher abgebaut wird, lassen sich Verluste durch diesen „Trick“ nicht generell vermeiden. Bislang halten sich die Minus-Trades und vor allem auch deren Ausmaß aber in Grenzen, so dass sich der Erfolg der von regelmäßigen Umschichtungen geprägten Strategie durchaus sehen lassen kann. Das wikifolio-Zertifikat (ISIN: DE000LS9CEB1) ist seit Anfang Juli investierbar.