27.08.2015| Von: Robert Wanner |

Neben der Erläuterung der Funktionsweise und der wichtigsten Einflussfaktoren für die Exotischen Optionsscheine, gibt es einige Fragen, die sich Anleger immer wieder stellen. Nachfolgend werden diese Fragestellungen von den Experten der Société Générale durchleuchtet.

Wechselspiel der Einflussfaktoren

Bei der Betrachtung der einzelnen Einflussfaktoren kann der Anleger unter anderem abschätzen, wann sich der Basiswert von der Barriere entfernt, sich der Preis des Exotischen Optionsscheines also positiv verändert. Zudem weiß der Anleger, dass, wenn die Restlaufzeit des Exotischen Optionsscheines geringer wird, der Preis ansteigt. Unter Umständen kann es jedoch dazu kommen, dass sich zum Beispiel der Kurs des Basiswertes bei einem Inline-Optionsschein von der oberen Barriere entfernt, was folglich eine Preissteigerung mit sich bringen sollte. Jedoch bringt die Abwärtsbewegung eines Basiswertes zugleich eine sich erhöhende Volatilität mit sich. Die erhöhte Volatilität lässt dann den Preis des Exotischen Optionsscheines sich negativ entwickeln, da eine höhere Volatilität ein höheres Risiko birgt, dass eine Barriere noch berührt bzw. über- oder unterschritten wird. Das Bespiel soll verdeutlichen, dass sich die einzelnen Einflussfaktoren im Wechselspiel aufheben aber auch verstärken können.

Reguläre Dividendenzahlung vs. Sonderdividende/Kapitalerhöhung

Da die Preisbildung der Exotischen Optionsscheine vom Terminkurs des Basiswertes abhängt, sind eventuell erwartete Dividendenzahlungen, die im Beobachtungszeitraum zur Zahlung kommen, bereits eingepreist. Eine Anpassung der Barriere(n) anlässlich der Ausschüttung findet nicht statt. Der Anleger sollte daher unbedingt berücksichtigen, dass durch einen Dividendenabschlag am Tag der Dividendenzahlung (ex Dividende-Notierung) eventuell die tiefer gelegene Barriere verletzt werden kann, was zum nahezu wertlosen Verfall des Produkts führen würde. Dies wird möglicherweise bereits zuvor durch den Preis des Produkts reflektiert. Im Falle von Sonderdividenden, Kapitalerhöhungen und sonstiger Kapitalmaßnahmen werden die Barrieren der Exotischen Optionsscheine angepasst, wobei wir uns als Emittentin an den Anpassungsmaßnahmen der entsprechenden Terminbörse orientieren. Durch diese Anpassungsmaßnahmen wird sichergestellt, dass dem Anleger kein wirtschaftlicher Nachteil entsteht.

Knock-Out & Bewertungszeitpunkt

Wann genau ein Knock-Out geschehen kann, ist für den Anleger genauso wichtig wie der Zeitpunkt der finalen Bewertung. Am besten sieht man dies in der nachfolgenden Übersicht:

BasiswertKnock-Out ZeitenZeitpunkt der finalen Bewertung

DAX-Index09:00-17:30 Uhr inkl. SchlussauktionXETRA-Schluss inkl. Schlussauktion (17:30 Uhr MEZ)

Deutsche Aktien09:00-17:30 Uhr inkl. SchlussauktionXETRA-Schluss inkl. Schlussauktion (17:30 Uhr MEZ)

Ausländische Aktienje nach Handelszeitje nach Handelsschluss

EUR/USD00:00-24:00 UhrEUR-Referenzkurs (14:15 Uhr MEZ)

Gold00:00-24:00 UhrGold-Fixing der LBMA (16:00 Uhr MEZ)

Silber00:00-24:00 UhrSilber-Fixing der LBMA (13:00 Uhr MEZ)

Platin00:00-24:00 UhrPlatin-Fixing des LPPM ( 15:00 Uhr MEZ)

Palladium00:00-24:00 UhrPalladium-Fixing des LPPM (15:00 Uhr MEZ)

KupferSchlusskurs der LME (18:00 Uhr)Schlusskurs der LME (18:00 Uhr MEZ)

Brent Future02:00-24:00 UhrAbrechnungspreis der ICE (20:30 Uhr MEZ)

WTI Future00:00-23:15 UhrAbrechnungspreis der NYMEX (14:30 Uhr New York Zeit)

Gerade bei den Exotischen Optionsscheinen deren Basiswerte (fast) rund um die Uhr die Barrieren berühren bzw. durchbrechen können, sollte beachtet werden, dass diese just in unruhigeren Börsenphasen einer ständigen Beobachtung bedürfen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass, wenn der finale Bewertungstag auf die Feststellung des Schlussabrechnungspreises eines Future fällt, der Bewertungszeitpunkt der Exotischen Optionsscheine, die sich bspw. auf den DAX beziehen, bereits gegen 13:00 Uhr stattfindet.