20.08.2015| Von: Robert Wanner |

Im Rahmen unserer Partnerschaft mit der Société Générale haben wir das wikifolio.com Anlageuniversum auf rund 100.000 handelbare Produkte erweitert. Neben den klassischen Optionsscheinen stehen unseren Tradern ab sofort auch zahlreiche exotische Produkte zur Verfügung. Details zu ihrer Funktionsweise und den wichtigsten Einflussfaktoren findet ihr im neuesten Blogbeitrag von Société Générale.

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Neben den klassischen Optionsscheinen, Call und Put, gibt es die „Exotischen“ Optionsscheine. Deren Verbreitung sowie Produktpalette ist mittlerweile allerdings derart angewachsen, dass sie kein Anleger mehr wirklich als eine ausgefallene oder exotische Investmentlösung ansieht. Die Exotik liegt schlicht am digitalen Auszahlungsszenario der Produkte, wonach entweder der „volle“ Rückzahlungsbetrag von zehn Euro oder aber ein nahezu wertloser Restbetrag in Höhe von 0,001 Euro ausgezahlt wird. Anders als bei den klassischen Optionsscheinen hängt der Auszahlungsbetrag am Rückzahlungstermin nicht davon ab, wie stark der Kurs des Basiswertes gestiegen oder gefallen ist, sondern, ob der Kurs des Basiswertes eine bestimmte Barriere berührt hat oder nicht. Sofern der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit eines Exotischen Optionsscheines keine Barriere berührt, bzw. über- oder unterschritten hat, gibt es den „vollen“ Auszahlungsbetrag. Wenn jedoch der Kurs des Basiswertes eine der Barrieren touchiert hat, gibt es nur den Restwert zurück, was faktisch einem Totalverlust gleich kommt.

Die Funktionsweise der Exoten ist also relativ einfach, anders als der Name vermuten lässt. Ein Inline-Optionsschein verfolgt beispielsweise die Idee, dass der Kurs des Basiswertes „in line“ bleibt, also innerhalb eines Korridors von zwei Barrieren, welcher bei der Emission des Produktes fixiert wurde. Wie bereits beschrieben, darf der Kurs des Basiswertes keine der beiden Barrieren – auch nicht innerhalb eines Tages – berühren. Auf der gleichen Idee basieren weitere Produkte, wie der End Inline-, der Duo Inline- oder der Trend Inline-Optionsschein.

Bei StayHigh- und StayLow-Optionsscheinen gibt es im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen „Inlinern“ nur jeweils eine Barriere. Bei einem StayHigh-Optionsschein wird diese Barriere unterhalb des Kurses des Basiswertes fixiert, sodass der Kurs des Basiswertes bis zum Laufzeitende des Produktes oberhalb dieser Barriere bleiben muss, damit der Anleger den vollen Rückzahlungsbetrag erhält. Mit einem StayHigh-Optionsschein vertritt der Anleger eine wesentlich defensivere Markteinschätzung als ein Anleger, der zu klassischen Call-Optionsscheinen oder Turbo Long-Produkten greift, da sich der Kurs des Basiswertes auch seitwärts bewegen darf. Analog dazu sollte der Kurs des Basiswertes bei einem StayLow-Optionsschein über die gesamte Laufzeit unterhalb der fixierten Barriere bleiben. Auch beim StayLow-Optionsschein ist der Anleger in einer defensiveren Position als mit einem Put-Optionsschein oder Turbo Short-Produkten. Eine weitere, etwas komplexere Variante der Stay-Optionsscheine ist der Duo Stay-Optionsschein.

So einfach wie die Funktionsweise der exotischen Optionsscheine scheint- umso bedeutender ist es, die wichtigsten Einflussfaktoren zu kennen sowie einschätzen zu können: den Kurs des Basiswertes, die Volatilität und die Restlaufzeit.

Generell gilt, dass der Preis eines Exotischen Optionsscheines steigt, wenn die Wahrscheinlichkeit dafür sinkt, dass der Kurs des Basiswertes eine Barriere berührt oder durchbricht. Beim Kurs des Basiswertes (Delta) gilt daher als Grundregel: Je mehr sich der Kurs des Basiswertes einer der Barrieren nähert, desto geringer wird der Preis des Exotischen Optionsscheines, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eine der Barrieren berührt wird. Im Vergleich zu den klassischen Optionsscheinen (Call und Put) entwickeln sich die Preise der Exotischen Optionsscheine bei abnehmender Restlaufzeit (Theta) und einer Veränderung der Volatilität (Vega) genau gegenläufig. Während der Wert klassischer Optionsscheine im Zeitverlauf fällt, steigt der Preis eines Exotischen Optionsscheines mit jedem Tag ohne nennenswerte Kursbewegungen des Basiswertes an. Grund hierfür ist die sinkende Wahrscheinlichkeit, dass die Berührung, bzw. Über- oder Unterschreitung, einer der Barrieren noch stattfinden wird.

Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Einfluss der Volatilität (Kennzahl für die Häufigkeit und Intensität von Preisschwankungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums). Je höher die vom Markt erwartete Schwankungsbreite eines Basiswertes ist, desto teurer werden klassische Optionsscheine (Calls wie Puts), da nun ein viel breiteres Spektrum von Kursbewegungen möglich erscheint. Für Exotische Optionsscheine hingegen bedeutet eine steigende Volatilität, dass auch scheinbar sichere Barrieren, die sehr weit vom aktuellen Kurs des Basiswertes entfernt sind, nun mit höherer Wahrscheinlichkeit berührt werden können. Dies wirkt sich dann negativ auf den Preis des Exotischen Optionsscheines aus.Webinar: Exotische Optionsscheine | 09.09.2015, 18:00 Uhr

Gemeinsam mit Société Générale stellen wir die neu zum wikifolio.com Anlageuniversum hinzugekommenen Werte vor.

[» Zur Anmeldung](https://attendee.gotowebinar.com/register/4960559227515117314)

Webinar: Société Générale beantwortet FAQs | 23.09.2015, 18:00 Uhr

Weiterführendes Webinar zu Société Générale Produkten. Gemeinsam mit Société Générale und Finanzjournalist Christian Scheid beantworten wir die von Tradern meistgestellten Fragen zu den neu zum wikifolio.com Anlageuniversum hinzugekommenen Werten.

[» Zur Anmeldung](https://attendee.gotowebinar.com/register/3231828981000171266)