02.10.2014| Von: Stefan Greunz |

Die im Jahr 2001 von zwei ehemaligen Vermögensberatern der HypoVereinbank gegründete Haser Vermögensverwaltung hat sich die meisten Branchenplayer auch zum Ziel gesetzt, das Vermögen ihrer Kunden langfristig zu sichern und zu vermehren.

Bei der dafür angewandten Anlagestrategie setzen die Experten vor allem auf eine stets dem aktuellen Marktumfeld angepasste Asset Allokation, die ihrer Meinung nach zu 90 Prozent für die langfristige Gesamtrendite eines Portfolios verantwortlich ist. Bei Haser unterliegt die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen also keinem festen Schema. Ihr wikifolio „VV-Ausgewogen“ haben die recht aktiven Vermögensverwalter aktuell zu gut 70 Prozent mit Aktien bestückt.

Neben einer kleinen Gold-Position wird rund ein Viertel des Kapitals in Cash gehalten. In ihrem bislang letzten Kommentar Ende Juni haben die Strategen den vergleichsweise hohen Liquiditätsanteil wie folgt begründet: „Die Ruhe an den Börsen macht uns zusehends nervöser!!! Aus diesem Grund haben wir die Liquidität in unserem wikifolio erhöht und einige Positionen zunächst erst mal wieder aufgelöst“. Mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen drei Monate war dieser Schritt vom Timing her gar nicht so verkehrt. Der DAX stand damals zum Beispiel noch bei 10.000 Punkten. Das Beispiel zeigt, dass die Anlageprofis ihre formulierten Ziele wie „Substanzerhalt und eine positive absolute Rendite in jedem Jahr“ oder auch „Anstreben einer niedrigen Schwankungsintensität“ sehr ernst nehmen und entsprechende Vorkehrungen treffen. Der Punkt „Vermeidung unnötiger (Klumpen-)Risiken durch eine ausgewogene Investmentstrategie“ ist mit Blick auf die Aktienverteilung ebenfalls erfüllt. Von den zurzeit insgesamt 30 Einzeltiteln hat keiner ein Gewicht von mehr als drei Prozent. Zudem ist das Aktien-Exposure auch regional gut diversifiziert.

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Auffällig ist auch die im Vergleich zu anderen Vermögensverwaltern doch recht hohe Zahl an Transaktionen. Dank der bei wikifolio.com jederzeit einsehbaren Trade-Historie sind Anleger dabei immer auf dem aktuellen Stand. Ein Punkt, der Frank Haser, Geschäftsführer der Haser Vermögensverwaltung, ganz wichtig ist: „Die höchstmögliche Transparenz ist aus meiner Sicht ein unverzichtbarer und wesentlicher Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Dies war auch der Hauptgrund dafür, warum wir uns darum bemüht haben, unsere Strategie in Form eines öffentlichen Portfolios bei wikifolio.com zu publizieren. Hier können interessierte User im Detail verfolgen, wie wir tagtäglich handeln und in gewissen Marktphasen neu positionieren“.

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Der Anlagestratege, der selbst in dem zu seinem wikifolio gehörenden wikifolio-Zertifikat investiert ist („Sollte ich also Fehler machen, kostet es auch mein eigenes Geld“), nutzt das wikifolio gerne auch, um die Strategie bei Gesprächen mit potentiellen Neukunden im Vermögensverwaltungssegment anhand nachvollziehbarer Daten im Detail zu erklären, ohne dabei vertrauliche Kundendaten preiszugeben. Um den nach eigenen Worten „aktiven“ Handelsansatz noch effektiver betreiben zu können, könnte sich Haser bei der Titelauswahl für wikifolio-Trader noch die eine oder andere interessante Anleihe sowie weitere aktiv verwaltete Fonds vorstellen. Auf den Einsatz von sogenannten Finanzinnovationen bzw. Zertifikaten wird hingegen verzichtet. Beim angestrebten durchschnittlichen Renditeziel von „langfristig zwischen acht und zehn Prozent p.a.“ liegt man knapp ein Jahr nach dem Start des wikifolios mit einer Performance von 6,4 Prozent fast auf Kurs. Im Sommer standen hier bereits Werte von über zehn Prozent, bevor es während der Aktienmarktkorrektur trotz erhöhtem Cash-Bestand auch hier etwas nach unten ging. Der maximale Rückgang von bislang lediglich 4,2 Prozent fällt dafür aber deutlich geringer aus als die auf „maximal rund zehn Prozent“ gesetzte Zielmarke bei der Schwankungsbreite des wikifolios (ISIN des Zertifikats: DE000LS9BSL2).