Davon könnte hierzulande Networks profitieren. Der deutsche Cybersecurity-Spezialist schützt besonders sensible Daten und Netze von Behörden, Streitkräften und Betreibern kritischer Infrastruktur. Sollten Staat und Unternehmen ihre Sicherheitsbudgets wegen neuer KI-Risiken weiter erhöhen, sitzt Secunet damit an einer attraktiven Stelle der Wertschöpfungskette. Auch an der Börse kommt Bewegung in die Story: Seit dem Korrekturtief Anfang September konnte die Aktie rund 15 Prozent zulegen.
Rekordauftragsbestand nach starkem ersten Halbjahr
Die Ausgangslage erscheint tatsächlich vielversprechend. Secunets Sicherheitsarchitektur SINA kommt auf mehr als 250.000 aktive Geräte und gilt nach Unternehmensangaben als De-facto-Standard in der Bundesverwaltung. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Konzernumsatz von 115,7 Mio. auf 458,8 Mio. Euro fast vervierfacht. Auch 2026 setzte sich der positive Trend bislang fort: Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse um 19 Prozent auf 204,7 Mio. Euro, der Auftragseingang sogar um 79 Prozent auf 287,4 Mio. Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 360,8 Mio. Euro einen Rekord. Gerade die Kombination aus langjährigen Behördenbeziehungen, hohen Sicherheitsanforderungen und wachsendem Schutzbedarf könnte Secunet zu einem spannenden Cybersecurity-Wert machen.
Berliner Cyberangriff verstärkt den Handlungsdruck
Das sehen auch mehrere wikifolio Trader so. Christian Scheid bezeichnet den Datendiebstahl in der Berliner Verwaltung als „Steilvorlage“ für das Unternehmen. Die Hackergruppe Rhysida hat rund 1,44 Mio. Dateien mit 5,8 Terabyte ins Darknet gestellt, nachdem das Land ein Lösegeld verweigert hatte. „Mir gefällt die Kombination aus Auftragsschub und politischem Rückenwind“, erklärt der Top-Trader. Bei einem Bruch der 200 Euro-Marke sieht er Potenzial bis zum Jahreshoch bei 247 Euro.
Während Scheid in seinen Musterdepots aktuell aber nicht bei Secunet investiert ist, hat Dirk Middendorf vergangene Woche für sein wikifolio Carpe diem Aktientrading eine Position in der Aktie aufgebaut. Knapp fünf Prozent beträgt der Depotanteil aktuell. Der Trader sucht nach fundamental unterbewerteten und renditestarken Aktien, von denen ihm aktuell elf Werte besonders aussichtsreich erscheinen. Zudem hält er rund 40 Prozent Cash. Das vor gut zwölf Jahren gestartete Portfolio weist eine Performance von 365 Prozent aus. Das entspricht einem Plus von rund 14 Prozent im Jahresschnitt. Der maximale Verlust lag bislang nie höher als 27 Prozent.
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Breite Streuung und clevere Aktienauswahl reduzieren Verlustrisiken
Das von Klaus Mestekemper seit 2015 verwaltete wikifolio AAA Chance Invest ist mit aktuell 46 Aktien, vier ETFs und 28 Prozent Cash noch mal deutlich breiter aufgestellt. Secunet wurde vergangenen Woche aufgenommen. Der Trader fokussiert sich auf „unterbewertete Anlagen“, die möglichst langfristig gehalten werden sollen. Dieser Ansatz bescherte ihm bislang einen Wertzuwachs von 124 Prozent oder gut sieben Prozent im Jahresdurchschnitt. Der maximale Drawdown fällt mit 24 Prozent relativ moderat aus, was neben der Aktienauswahl auch der breiten Streuung zu verdanken sein dürfte. Eine überdurchschnittlich gute Entwicklung im laufenden Jahr (aktuell + 10 Prozent) führte Ende August zu einem neuen Rekordhoch.
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