31.08.2017| Von: Christina Oehler |

Fußball-Fans in Deutschland gehen momentan auf die Barrikaden, weil sie neben einem Sky-Abo noch einen zusätzlichem Streaming-Dienst (Eurosport Player für aktuell rund 30 Euro im Jahr) bezahlen müssen, um wirklich alle Spiele der Fußball-Bundesliga live sehen zu können. In anderen Ländern gehen die Zuschauer mit kostenpflichtigen TV-Inhalten deutlich entspannter um. Jüngstes Beispiel: Der wahlweise als „Jahrhundert-Fight“ oder „Größtes Kirmesboxen aller Zeiten“ angesehene Kampf zwischen Box-Champion Floyd Mayweather und Käfigkämpfer Conor McGregor in Las Vegas. Den horrend hohen Preisen zum Trotz wurden hier sämtliche Rekorde gebrochen.

Hohe Nachfrage überlastet die Systeme

In den USA mussten Fans für dieses vermeintliche Spektakel bis zu 100 US-Dollar zahlen. Und das war nicht etwa der Preis für eine Eintrittskarte in der Arena (die um ein Vielfaches teurer waren), sondern für die Freischaltung des Kampfes im so genannten Live-Stream. Trotz dieser für deutsche Verhältnisse absurd hohen Kosten war die Nachfrage Medienberichten so „überwältigend“, dass die Kapazität der Kabelsysteme im Land zeitweise überlastet war. Das soll auch der Grund für den verspäteten Beginn gewesen sein. Einige Zuschauer bekamen gar nichts zu sehen. Ein Phänomen, das auch die deutschen Fußball-Fans am vergangenen Freitag bei der Bundesliga auf Eurosport live miterleben mussten.

Völlige Flexibilität vor dem TV-Gerät

Tatsächlich haben sich weltweit so viele Fans das Spektakel angesehen, dass ein neuer Umsatzrekord in Sachen Pay-per-View erzielt wurde. Das Geld scheint im Ausland und gerade in den USA einfach wesentlich lockerer zu sitzen, zumindest wenn es um Sportübertragungen geht. Aber auch bei uns in Deutschland geht der Trend – wenn auch langsamer – zunehmend in Richtung „Video on demand“, also der individuellen Entscheidung, was genau man als Zuschauer gucken möchte und auch zu welchem Zeitpunkt. Genau diese Möglichkeit bieten die zahlreichen Streaming-Dienste nämlich hauptsächlich, zum Beispiel indem sie ihren Abonnenten exklusiv Filme und Serien anbieten oder eben Sportrechte einkaufen. In Deutschland und Österreich konnten Kunden des Streaming-Dienstes DAZN den Boxkampf zum Beispiel ohne zusätzliche Kosten sehen.

Netflix mit über 100 Millionen Kunden

Sehr beliebt sind hierzulande neben den Programmen von Sky, DAZN oder Eurosport auch die Angebote von Amazon, Maxdome und Netflix, die sich vor allem durch zahlreiche Serien-Highlights schnell einen Namen gemacht haben. Der US-Anbieter Netflix hat im vergangenen Monat gerade einen neuen Rekord bei den Abonnentenzahlen verkündet. Nachdem im zweiten Quartal 5,2 Mio. neue Kunden gewonnen wurden (davon 4,1 Millionen außerhalb der USA), ist nun tatsächlich die Marke von 100 Millionen Nutzern geknackt worden. Allein in den drei Monaten von April bis Juni verbuchte das Unternehmen so einen Nettogewinn von über 65 Mio. Dollar.

Rekordstand beim Aktienkurs

Die Netflix-Aktie war daraufhin Mitte Juli auf ein neues Allzeithoch gesprungen und konnte dieses Niveau zunächst sogar noch ausbauen, bevor es dann zu Gewinnmitnahmen und einer Korrektur von rund 14 Prozent kam. Belastend wirkten dabei unter anderem Meldungen, dass Walt Disney einen eigenen Streaming-Dienst anbieten und deshalb die Zusammenarbeit mit Netflix nach 2018 beenden wird. Analysten bewerten die Aussichten für die Aktie dennoch mehrheitlich positiv. So rechnet die US-Bank JPMorgan nicht mit größeren negativen Auswirkungen auf die Abonnentenzahl von Netflix.

1200 Prozent Gewinn nach fünf Jahren

Die Aktie, die vor fünf Jahren noch für unter 8 Dollar zu haben und zuletzt bis auf 190 Dollar geklettert war, wird auch bei den wikifolio-Tradern rege gehandelt. So ist die Aktie momentan in fast 700 (davon gut 260 investierbaren) wikifolios vertreten. Ein extrem gutes Timing beim Einstieg hat dabei Uwe Karbole („PlatinumTrading“) bewiesen, in dessen sehr breit gestreutem wikifolio „PlatinumTrading.de –Top 100 Global-” die Netflix-Aktie mit einem Depotanteil von rund 20 Prozent das absolute Schwergewicht darstellt. Eingestiegen ist der Trader bereits Anfang 2013 zu umgerechnet rund 14  Dollar. Der am vergangenen Donnerstag erfolgte Mini-Teil-Verkauf bescherte ihm so einen Gewinn von fast 1200 (!) Prozent. Wem so etwas gelingt, der kann sich auch locker ein paar Streaming-Abos leisten!