31.05.2016| Von: Anja Branz |

Im aktuellen TradersTalk haben wir mit dem Unternehmer und hauptberuflichen TradingCoach Dennis Raute - der auf wikifolio.com unter seinem richtigen Namen aktiv ist - über die Faszination Börse und seine härtesten Rückschläge gesprochen.

Verraten Sie uns Ihren Namen?
Mein Name ist Dennis Raute.

Unter welchen Usernamen sind Sie auf wikifolio.com zu finden?
Dort bin ich auch unter meinem richtigen Namen Dennis Raute zu finden.

Was sind Sie vom Beruf?
Das Thema Börse beschäftigt mich hauptberuflich. Ich bin Trading-Coach. Mit meiner Firma TradingConnect www.trading-connect.de biete ich exclusive Einzel-Coachings an. Natürlich arbeite ich auch weiterhin als aktiver Profitrader.

Wie sind Sie zum Trading gekommen?
Schon in meiner frühesten Kindheit interessierte mich das Thema Aktien. Aus dieser frühen Faszination für die Börse entwickelte sich für mich der Wunsch, diese Richtung später auch beruflich einzuschlagen.

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Handelstag aus?
Meinen Handelstag beginne ich morgens um 7.30 Uhr in meinem Büro. Hier checke ich die für mich wichtigen News. Ich öffne meine Watchlist, schaue meine Charts an, screene die Aktien und beschaffe mir dabei die Werte, die im Laufe des Tages für einen Trade interessant werden können. Dabei habe ich immer den dpa-Newsticker im Auge.

Wie viele wikifolios führen Sie derzeit? Sind Sie bereits „Real-Money“-Trader?
Ich konzentriere mich aussschließlich auf mein wikifolio Trendfolge & Trading, dem ich meine ganze Aufmerksamkeit widme. Seit der Emission des wikifolios im Jahre 2013 bin ich natürlich „Real-Money“-Trader.

Was sind für Sie die Gründe, Ihre Handelsstrategie als wikifolio zu veröffentlichen?
Social Trading ist ein innovativer Trend, dem ich in den nächsten Jahren weiterhin viel zutraue. Dabei schätze ich die absolute Transparenz, mit der die Anleger mir als Trader und Trading-Coach komplett über die Schulter schauen können. Mit wikifolio habe ich den Vorteil, dass ich meine erfolgreiche Strategie offenlegen kann.

Was zeichnet grob umrissen Ihren Handelsstil auf wikifolio.com aus?
Meine Handelsstrategie ist eine Verbindung der Fundamentalanalyse mit der Technischen Analyse, wobei versucht wird, den Trends zu folgen. Auch Rebound-Trading und Swing-Trading spielen eine Rolle. Entscheidend für die Auswahl ist die jeweilige vorherrschende Marktphase. Verbunden mit einem guten CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) sollen die Vorteile ausgespielt werden.

Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung Ihres wikifolios?
Schaue ich auf die letzten 6 Monate zurück, bin ich zufrieden. Die aktuelle Entwicklung entspricht auch meinen Zielen.

Was war Ihr Trading-Highlight der letzten 360 Tage?
Mein Handels-Highlight in den letzten 12 Monaten war die MyHammer Holding. MyHammer ist ein Online-Marktplatz, auf dem private und gewerbliche Nutzer Handwerksund
Dienstleistungsaufträge ausschreiben und vergeben können. Im Laufe des Jahres 2014 zeigten die Quartalsberichte und das Kundenwachstum positive
Signale. Hier deutete sich schon an, dass die MyHammer Aktie 2015 den Break-even schaffen würde. Von daher ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) und ich stieg im November 2014 bei einem Kurs von ca. 1,40 Euro ein. Meine Beurteilung war richtig, denn der Kurs notierte im Januar 2016 in der Spitze bei9,00 Euro.

Welche Entwicklung erwarten Sie sich vom Börsenjahr 2016?
2016 wird in meinen Augen ein schwieriges Börsenjahr bleiben. Man muss die Märkte ständig im Auge behalten. Es ist nicht die Zeit für „buy and hold“.

Welche Märkte machen aktuell am meisten Spaß/Sinn?
Am interessantesten sind derzeit deutsche Small- und MidCaps.

Welche Aktien bzw. Wertpapiere favorisieren Sie aktuell auf mittelfristige Sicht?
Klar habe ich Favoriten, die natürlich auch in meinem wikifolio vertreten sind. Da ich die Märkte zur Zeit für anfällig halte, werde ich mich hier aber nicht verleiten lassen, mittelfristige Prognosen für bestimmte Aktien abzugeben. Grundsätzlich handele ich nach dem Prinzip: „Trade, was Du siehst, nicht was Du denkst!“.

Welches war Ihre härteste Lektion, die Sie am Markt erfahren mussten?
Meine härteste Lektion erfuhr ich beim Daytrading, wo kurz nach Eröffnung der Position eine Insolvenzmeldung der Firma kam und der Handel ausgesetzt wurde. Sofort nach Wiederaufnahme des Handels verkaufte ich meine Position, allerdings mit über 30% Verlust. Dabei hatte ich noch Glück, denn im Laufe des Tages erhöhte sich der Verlust der Aktie auf über 50%.

Welche Ratschläge würden Sie einem Einsteiger mit auf den Weg geben?
Suchen Sie sich einen guten Trading-Coach. Damit beschleunigen Sie Ihre Lernkurve. Konzentrieren Sie sich darauf, was passiert und nicht aufs Warum. Stellen Sie grundsätzlich Wahrscheinlichkeiten über Vorhersagen.

Welches Buch können Sie anderen Tradern empfehlen?
„Wie man mit Aktien Geld verdient“ von William J. O`Neil.