30.08.2013| Von: Christina Oehler |

Der TradersTalk geht in eine nächste Runde, diesmal haben wir mit Robert Schröder gesprochen. Robert Schröder ist als RobertSchroeder auf wikifolio.com aktiv und setzt seine Handelsstrategien in mehreren wikifolios um.

Allgemein:

Wie heißen Sie?

Mein Name ist Robert Schröder.

Wie geht es Ihnen?

Ich bin entspannt. Ich komme gerade vom Sport.

Wie spät ist es?

Es ist 19:15 Uhr.

Wie ist das Wetter?

Durchwachsen, windig, Angenehm kühl, 1.021 hPa.

Wo sind Sie gerade?

In meinen Büro in Berlin.

Was sind Sie von Beruf?

Ich bin ursprünglich gelernter Versicherungskaufmann (IHK). Aber der Beruf hat mich nicht ausgefüllt bzw. nicht erfüllt. Die Börse hat mich schon seit meiner Jugend fasziniert. Aus diesem Grund habe ich schon direkt nach meiner Ausbildung umgesattelt.

Der Trader:

Robert Schroeder

Wie sind Sie zum Trading gekommen?

Wahrscheinlich so, wie viel in meinem Alter. Durch den Internetaktien-Boom 1999/2000. Damals hatte ich meine ersten Aktien von T-Online gekauft und war stolz wie Bolle. Ich hatte mich von der damaligen Euphorie anstecken lassen und war sehr überrascht, dass es dann anschließend zu diesem Crash kam. Damals wollte ich unbedingt wissen, ob man solche extreme Entwicklungen nicht auch vorher erkennen könnte. So habe ich mich Schritt für Schritt mit der Materie befasst und mir mein Wissen durch Learning by Doing angeeignet.

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Handelstag aus?

Nach dem Aufstehen checke i.d.R. via App kurz was nachts passiert ist. Nikkei, Yen, Gold, US-Futures, Devisen etc. … Da ich kein Daytrader bin, interessiert mich die DAX-Eröffnung eher weniger. Je nachdem, ob und wo ich positioniert bin, schaue ich, ob die Entwicklung mit meiner Erwartung noch zusammenpasst. Dann geht’s an den Email-Verkehr. Danach schreibe ich meine täglichen Berichte und schaue, ob sich daraus ein lukrativer Positionstrade ergibt. Je nach Aufwand und Börsenphase endet mein Arbeitstag zwischen 16 und 24 Uhr. Zwischendurch mache ich Sport oder widme mich meinem Privatleben.

Warum haben Sie sich für wikifolio.com entschieden?

Ich wurde durch ein persönliches Gespräch mit Andreas Müller von Wallstreet-Online.de auf Wikifolio aufmerksam. Angangs hatte ich es mir nur angesehen und wenig später dann habe ich meine beiden Wikifolios gestartet. Mich hat fasziniert, dass es nahezu kinderleicht ist sein eigenes handelbares Zertifikat aufzulegen. Vor Wikifolio war das ja eher etwas für die großen Player.

Sind Sie bereits „Real-Money“-Trader?

Nein, zumindest nicht mit den vorgegebenen 5.000 EUR.

360 Tage Fazit:

Sind Sie mit der bisher in Ihrem wikifolio erzielten Performance zufrieden?

Wenn ein Wikifolio von Anfang an im Minus liegt, macht das naturgemäß eher wenig Spaß. Ich hatte mir ursprünglich vorgenommen das eine Wikifolio zum Tiefpunkt der Minenaktienbaisse aufzulegen bzw. emittieren zu lassen. Jetzt sieht es so aus, als wenn ich etwa acht Wochen zu früh dran war. Fragen Sie mich das bitte in 8 Monaten noch einmal. ;)

Wie beurteilen Sie das Börsenjahr 2013?

Jedes Börsenjahr hat seine Tücken. Es gibt immer ein beherrschendes Thema. In diesem Jahr ist es die Liquiditätsflut der Notenbanken, die über allem steht und mit der sich im Prinzip jede Frage zur Börse beantworten ließe. Im nächsten Jahr wird das schon wieder ganz anders aussehen, wenn die nächste Sau durchs Dorf gejagt wird.

Welcher war Ihr bester Trade innerhalb der letzten 360 Tage?

Puts auf Gold und Silber haben im Frühjahr 2013 richtig Spaß gemacht. Zeitweise liefen auch Puts auf das Britische Pfund hervorragend. Auch diverse Trades auf Währungen liefen erfolgreich. Aber bei beim DAX und bei anderen Aktienmärkten hatte ich kein so gutes Händchen.

Welche Märkte machen aktuell am meisten Spaß/Sinn?

Grundsätzlich ist heutzutage ja fast egal, ob ein Markt steigt oder fällt. Es kommt eben immer auf die eigene Positionierung an. Nach dem historischen Crash im Edelmetallbereich, macht es aber sicher Sinn sich diesen Markt aus antizyklischer Sicht wieder genauer anzuschauen.

Welche Aktien favorisieren Sie aktuell auf mittelfristige Sicht?

Klassischen Blue-Chips aus DAX & Co. geht so langsam aber sicher die Luft aus. Hier sehe ich das Potenzial – mit Blick auf die letzten 4 ½ Jahre – eher gering. Anknüpfend an die Frage davor, favorisiere ich Aktien aus dem Edelmetallsektor. Alle möglichen Bewertungs- und Analysemaßstäbe deuten hier auf historische günstige Kaufkurse hin.

Erfahrungen:

Welches war Ihre härteste Lektion, die Sie am Markt erfahren mussten?

Die härteste Lektion war vor Jahren zu erkennen, dass Börse keine Einbahnstraße ist und dass es immer anders kommen kann, als man denkt. Wenn man denkt, man hat’s drauf, passiert wenig später etwas, das einen belehrt, dass man doch noch viel lernen muss.

Welche Ratschläge würden Sie einem Einsteiger mit auf den Weg geben?

Man verpasst nichts! Jeden Tag gibt es irgendwo neue Chancen. Und: Egal, wer was irgendwo schreibt, versuchen Sie sich Ihre eigene Meinung zu den Märkten zu bilden. Auch sog. Star-Investoren und Gurus sowie Analysten können irren und sind eben auch nur Menschen.

Welches Buch können Sie anderen Tradern empfehlen?

"Psychologie der Massen" von Gustave Le Bon sowie "Die Berechenbarkeit der Zukunft - Warum wir Vorhersagen machen können" von Theodore Modis. Meiner Meinung nach vermitteln diese beiden Bücher elementare Grundlagen zur Börse fernab von Charttechnik und betriebswirtschaftlichen Daten.

Zum Abschluss:

Wie spät ist es jetzt?

Beim nächsten Ton ist es 20:10 Uhr.

Wo sind Sie gerade?

Ich bin noch immer in meinem Büro.