TradersTalk Hans Zenger
09.03.2016| Von: Anja Branz |

Dieses Mal bei uns im TradersTalk: Hans Zenger. Der promovierte Volkswirt setzt als „hzenger“ auf wikifolio.com zwei Handelsstrategien um. Wie er zum Trading gekommen ist und welche Erfahrungen er dabei gesammelt hat, erfahren wir nachfolgend.

Viel Spaß beim Lesen!

Verraten Sie uns Ihren Namen.
Hans Zenger

Unter welchen Usernamen sind Sie auf wikifolio.com zu finden?

hzenger

Was sind Sie von Beruf?

Ich bin Partner in einer Wettbewerbsberatung in Brüssel.

Wie sind Sie zum Trading gekommen?

Ich investiere seit ich 19 bin in Aktien, würde meinen Anlagestil aber nicht als Trading bezeichnen. Ich kaufe und verkaufe Aktien mit Blick auf den Wert eines Unternehmens, nicht mit Blick darauf, was andere Marktteilnehmer kurzfristig tun könnten.

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Handelstag aus?

Da mein Anlagestil eher auf langfristige Unternehmensentwicklungen abzielt, bin ich nicht ständig aktiv. Wenn sich kurzfristig Chancen bieten, nehme ich diese jedoch gern wahr.

Wie viele wikifolios führen Sie derzeit? Sind Sie bereits „Real-Money“-Trader?

Mein Haupt-wikifolio ist das wikifolio Deutscher Mittelstand, in dem ich in deutsche Small- und Midcaps investiere. Dort bin ich „Real-Money“ Anleger.

Was sind für Sie die Gründe, Ihre Handelsstrategie als wikifolio zu veröffentlichen?

Das ganze ist ursprünglich mehr aus Spaß entstanden. Ich freue mich aber, dass sich das wikifolio so schön entwickelt hat und hoffe, dass ich das Vertrauen der Anleger weiterhin mit guten Resultaten zurückzahlen kann.

Was zeichnet grob umrissen Ihren Handelsstil (auf wikifolio.com) aus?

Mein Anlagestil ist fundamental ausgerichtet. D.h. ich versuche Aktien unter Wert zu kaufen und teurer wieder zu verkaufen. Am attraktivsten finde ich Aktien mit moderater Bewertung, überdurchschnittlichen Wachstumsperspektiven, solider Bilanz und überschaubarer operativer Downside. „Growth at a reasonable price“ beschreibt das vielleicht am besten. Grundsätzlich bin ich aber recht flexibel und auch imstande, meine Meinung zu einem Einzeltitel sehr kurzfristig zu ändern. Anleger, die mein wikifolio kaufen, sollten bereit sein, eine überdurchschnittliche Konzentration zu tolerieren.

Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung Ihrer wikifolios?

Das wikifolio hat seit seiner Auflegung 2013 eine Rendite von 31,9% pro Jahr erzielt, während der DAX in der gleichen Zeit auf 6,3% pro Jahr kam. Damit bin ich natürlich sehr zufrieden. Ziel des wikifolios ist es jedoch nicht, in Einzeljahren ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, sondern den Gesamtmarkt über einen längeren Zeitraum hinter uns zu lassen.

Was war Ihr Trading-Highlight der letzten 360 Tage?

Besonders erfreulich war im letzten Jahr, dass ich mit ADVA Optical und Hypoport gleich an zwei der Highflyer des Jahres beteiligt war. Das wird nicht jedes Jahr gelingen.

Wie beurteilen Sie das vergangene Börsenjahr 2015? Welche Entwicklungen erwarten Sie sich vom Börsenjahr 2016?

2015 war für den Gesamtmarkt ein erfolgreiches und für mein wikifolio ein sehr erfolgreiches Jahr. 2016 wird in meinen Augen ein schwieriges Jahr bleiben. Insbesondere bin ich, was die Wirtschaftsentwicklung in China angeht, recht skeptisch. Weiterhin sehe ich den europäischen Finanzsektor und die Staatsverschuldung in Südeuropa nach wie vor kritisch. Mein wikifolio ist trotz der Börsenturbulenzen Anfang des Jahres jedoch gut ins neue Jahr gestartet.

Welche Märkte machen aktuell am meisten Spaß/Sinn?

In meinem wikifolio habe ich das Anlageuniversum bewusst auf deutsche Small- und Midcaps beschränkt. Letztlich wähle ich Aktien aber ohnehin nicht danach aus, welche Märkte am meisten Spaß/Sinn machen, sondern fokussiere mich auf die individuellen Perspektiven von Einzelwerten. Solange diese Spaß/Sinn machen, soll das genügen.

Welche Aktien bzw. Wertpapiere favorisieren Sie aktuell auf mittelfristige Sicht?

Gegeben die makroökonomischen Unwägbarkeiten fokussiere ich meine Investments momentan eher auf Unternehmen, die weniger konjunktursensibel sind.

Welches war Ihre härteste Lektion, die Sie am Markt erfahren mussten?

Fehler macht man immer wieder. Die härteste Lektion, die ich in der Vergangenheit erfahren musste, war wohl, dass CEOs eigene Fehler oft gekonnt verdecken und teilweise grob unaufrichtig mit Investoren, Mitarbeitern und Kunden umgehen.

Welche Ratschläge würden Sie einem Einsteiger mit auf den Weg geben?

Es ist hilfreich, sehr kritisch mit der eigenen Anlageperformance umzugehen und immer wieder zu hinterfragen, warum man etwas tut oder unterlässt.

Welches Buch können Sie anderen Tradern empfehlen?

Sehr lesenswert sind Peter Lynch, One Up On Wall Street” (2000) und Warren Buffett, The Essays of Warren Buffett” (2015).

 

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