13.08.2015| Von: Robert Wanner |

Der wikifolio-Trader Michael Gwinner spricht im aktuellen Blogbeitrag über seine Strategie am Aktienmarkt und warum erfolgreiches Trading weh tun muss.

Verraten Sie uns Ihren Namen.

Michael Gwinner

Michael Gwinner.

Unter welchen Usernamen sind Sie auf wikifolio.com zu finden?
Mein Username auf wikifolio.com lautet MGTrading.

Was sind Sie von Beruf?
Ich bin Diplom-Informatiker und in der IT-Dienstleistung tätig.

Wie sind Sie zum Trading gekommen?
Über den Titelseitenindikator im Jahr 2000 zu Zeiten der New Economy.

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Handelstag aus?
Ich prüfe täglich meine Strategien, aufgrund meines Hauptberufs morgens und abends.

Wie viele wikifolios führen Sie derzeit? Sind Sie bereits „Real-Money“-Trader?
Ich führe drei investierbare wikifolios. Mit meinem wikifolio „Deutschland Trend“ bin ich auch „Real-Money“-Trader.

Was sind für Sie die Gründe, Ihre Handelsstrategie als wikifolio zu veröffentlichen?
Ich bin Anfang 2013 auf wikifolio.com aufmerksam geworden und war relativ schnell von der Idee des Social Trading begeistert. Die Aussicht, seine eigenen Handelsideen zu etablieren, auf leichte Art und Weise in diese gewinnbringend investieren zu können und bei beständiger Leistung dies auch anderen Anlegern zu ermöglichen, hat mich motiviert.

Was zeichnet grob umrissen Ihren Handelsstil (auf wikifolio.com) aus?
Bei wikifolio.com konzentriere ich mich auf deutsche Werte und verfolge im Wesentlichen eine trendfolgende Momentumstrategie, d.h. ich eröffne Positionen in jenen Werten, welche sich in letzter Zeit bereits sehr gut entwickelt haben. Über verschiedene Betrachtungszeiträume erreiche ich eine gewisse Diversifizierung, so dass z.B. nicht nur auf die kurzfristig am besten gelaufenen Werte geschaut wird, sondern auch Werte im 3- oder 12-Monatszeitraum gesucht werden – die dann z.B. ganz kurzfristig durchaus in einer Korrektur sein können, aber trotzdem in Frage kommen.

Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung Ihrer wikifolios?
Ja, mit der Entwicklung insbesondere in diesem Jahr bin ich sehr zufrieden.

Was war Ihr Trading-Highlight der letzten 360 Tage?
Es war kein einzelnes Highlight, sondern schön anzusehen, wie eine Strategie bei entsprechender Börsenphase einfach auch wirkt, wenn man sich daran hält: so wurde ich durch die Auswahl im kurzfristigeren Monats-Betrachtungszeitraum in meinem wikifolio „Deutschland Trend“ etwa auf Werte wie Adva Optical oder SMA Solar aufmerksam und konnte so nun bereits relativ lange von den sehr starken Aufwärtstrends bei diesen beiden Werten profitieren.

Wie beurteilen Sie das Börsenjahr 2015?
Gemischt. Insbesondere in Deutschland sieht es durch die EZB-Maßnahmen recht gut aus, in Amerika hingegen ist de facto seit Jahresbeginn unter dem Strich nicht viel passiert. Insgesamt ist die Gemengelage meiner Meinung nach differenziert zu sehen. Ich jedenfalls versuche meine Positionen immer über entsprechende Stop-Loss-Marken abzusichern.

Märkte machen aktuell am meisten Spaß/Sinn?
Nach meiner Beobachtung in den letzten Jahren dort, wo die Notenbanken unterstützend tätig sind. Dies ist derzeit vor allem in Europa der Fall, wovon die Aktienindizes in Deutschland überproportional profitiert haben.

Welche Aktien bzw. Wertpapiere favorisieren Sie aktuell auf mittelfristige Sicht?
Aufgrund meiner oben beschriebenen Handelsidee immer jene deutschen Aktien, die zuletzt gut gelaufen sind. Insofern lasse ich hier einfach den Markt entscheiden. Andererseits habe ich bei „Deutschland Trend“ die Möglichkeit auch Short-ETFs einzusetzen, was ich im Falle entsprechender größerer Rücksetzer auch plane, insbesondere um unvermeidliche Drawdowns möglichst überschaubar zu halten.

Welches war Ihre härteste Lektion, die Sie am Markt erfahren mussten?
Kein Totalverlust in Einzelwerten oder ähnliches, sondern mir wurde schmerzhaft beigebracht, dass Verluste beizeiten und konsequent zu realisieren sind und man auch schlechtere Phasen seiner (ansonsten grundsätzlich funktionierenden) Handelsstrategie aushalten können muss. Dies hört sich in der Theorie sehr einfach an und ist nach meiner Erfahrung in der Praxis doch so schwer umzusetzen, jedoch umso wichtiger, weil ohne diese Fähigkeit meines Erachtens kein dauerhafter Börsenerfolg möglich ist.

Welche Ratschläge würden Sie einem Einsteiger mit auf den Weg geben?
Die Bereitschaft über meine vorherige Antwort nachzudenken. Die Hartnäckigkeit, eine Strategie für sich zu finden, die zu seiner Persönlichkeit passt. Und schließlich Geduld und Gelassenheit, diese auch über einen längeren Zeitraum einfach wirken zu lassen.

Welches Buch können Sie anderen Tradern empfehlen?
Ich empfehle das große Buch der Markttechnik von Michael Voigt. Zusätzlich ein Buch über Trading-Psychologie.