06.04.2017| Von: Nikolaos Nicoltsios |

Die Meldung vom Hamburger Hafen (HHLA) am vergangenen Donnerstag las sich zunächst recht unspektakulär. Das Unternehmen erwartet 2017 eine „stabile Entwicklung“ und zahlt eine „stabile Dividende“. Beim Blick ins Detail fiel Marktteilnehmern dann aber auf, dass beim Gewinn im laufenden Jahr ein Rückgang drohen könnte. Prompt verlor die Aktie zweistellig an Wert. Langfristig investierte Anleger haben sich daran wahrscheinlich schon gewöhnt. Von 2008 bis Anfang 2016 war die Aktie von 70 Euro bis auf 12 Euro abgestürzt. Danach allerdings konnte sich der Titel um fast 70 Prozent verteuern, was Hoffnung auf eine nachhaltige Trendwende machte. Nun also der erneute Einbruch. Ist der Höhenflug damit schon wieder vorbei? Die Trader bei wikifolio.com halten dagegen.

Feste Regeln führen zum Erfolg

Maximilian König („MKoenig“) hat die Aktie seit Mitte Januar in seinem wikifolio „Trendstärke & fundamental D” und scheint auch weiterhin überzeugt von dem Wert zu sein. Zwar postete er vergangene Woche „Nach den Quartalszahlen von HHLA stürzt die Aktie heute um ca. 13% ab. Die Auswirkung auf das gesamte Depot ist ein Minus von ca. 1%. Ob daraus ein Verkaufsgrund resultiert, wird sich erst zur Analyse am Wochenende zeigen“. Die Überprüfung scheint aber positiv ausgefallen zu sein, denn die Aktie ist mit einem Anteil von rund 7 Prozent unverändert Bestandteil seines Portfolios. Darin sammelt der Trader bevorzugt Aktien, „die sich zuletzt stärker entwickelt haben als der Markt und eine hohe Gewinn- bzw. Kapitalrendite aufweisen“. Basierend auf diesen aus einem Buch von Joel Greenblatt („Die Börsenzauberformel“) stammenden Kennzahlen berechnet er für jede Aktie aus dem CDAX einen Score und nimmt die Top-Werte dann in sein Depot auf. Die Höhe der Investitionsquote wird über eine selbst entwickelte Börsenampel gesteuert. Mit diesem Ansatz will der Student, der nebenbei Handelsstrategien entwickelt, eine „höhere und stabilere Wertentwicklung als der CDAX“ erzielen. Mit einem Plus von 14 Prozent seit dem Anfang Dezember erfolgten Start hinkt er der Benchmark (+16 Prozent) aktuell leicht hinterher. Das dazugehörige wikifolio-Zertifikat ist seit Ende Februar über die Börse Stuttgart handelbar und liegt aktuell knapp im positiven Terrain.

Daytrader mit gutem Timing

Carsten Schorn („Abbakus“) hat die erhöhten Kursschwankungen des Nebenwertes am Donnerstag mal wieder zu einem kurzen, erfolgreichen Trade genutzt. Für sein wikifolio „Abacus“ sammelte er am frühen Morgen bei Kursen zwischen 17 und 18 Euro zunächst einige Stücke ein, was er wie folgt kommentierte „Ausblick eher düster, aber ob das ~-16% gerechtfertigt bei vorab veröffentlichten Zahlen. Abwarten“. Im Laufe des Tages baute er die Position dann sukzessiv wieder ab und verbuchte dabei schnelle Gewinne von bis zu 2,7 Prozent. Der seit vielen Jahren als Daytrader aktive Händler setzt in diesem wikifolio bei relativ kurzer Haltedauer gerne auf Nebenwerte, „welche der eigenen Einschätzung nach prozyklisch oder antizyklisch Chancen bieten“. Bei einem Maximalverlust von rund 18 Prozent konnte so seit März 2015 eine Performance von 77 Prozent generiert werden. Das Ende Februar 2016 emittierte wikifolio-Zertifikat beschert Investoren bislang ein Kursplus von 34 Prozent.

10 Aktien mit den meisten Trades (30.04. - 06.04.2017)

# Name ISIN All Buys Sells
1 Hamburger Hafen DE000A0S8488 156 93 63
2 Hypoport DE0005493365 154 93 61
3 BetAtHome DE000A0DNAY5 129 68 61
4 Gerry Weber DE0003304101 123 43 80
5 SGL Carbon DE0007235301 94 39 55
6 Koenig und Bauer DE0007193500 81 49 32
7 Wüstenrot +Württembergische DE0008051004 79 25 54
8 Capital Stage DE0006095003 70 42 28
9 Washtec DE0007507501 67 36 31
10 Elringklinger DE0007856023 66 31 35

Basis: alle investierbaren wikifolios

Alle wikifolios mit Hamburger Hafen (ISIN: DE000A0S8488) im Depot.