20.03.2014| Von: Andreas Kern |

Der starke Euro macht vielen Unternehmen in Deutschland schwer zu schaffen. Wenn Konzerne ihre Waren oder Dienstleistungen ins Ausland exportieren, spielt der jeweilige Wechselkurs eine bedeutende Rolle. Die negativen Effekte des zuletzt gegenüber vielen anderen Währungen gestiegenen Euro bekam im abgelaufenen Quartal auch der Gase- und Anlagenbaukonzern Linde zu spüren. Zudem warnte das Dax-Mitglied vor möglichen Belastungen in den kommenden Jahren. Bei den wikifolio-Tradern stand die Aktie trotzdem mehrheitlich auf der Einkaufsliste.

Unter dem Strich kann sich das Ergebnis von Linde im zurückliegenden Geschäftsjahr durchaus sehen lassen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn konnte zu Wochenbeginn ein Rekordergebnis vermeldet werden. Die zuletzt leicht revidierten Ziele beim operativen Gewinn (EBITDA) wurden nahezu erreicht. Dass die Aktie im Anschluss trotzdem an Boden verlor, lag wohl zum einen an den konkreten Zahlen zum vierten Quartal, wo Umsatz und Gewinn jeweils unter den Vorjahreswerten lagen. Zum anderen sorgen sich Anleger zunehmend um die mittelfristigen Aussichten des Konzerns. Zwar wurden die Ziele für das Jahr 2016 (operativer Gewinn von mindestens fünf Milliarden Euro) von Linde offiziell noch einmal bestätigt. Allerdings mit dem Zusatz, dass das Ergebnis bei unveränderten Wechselkursen rund 400 Millionen Euro niedriger ausfallen könnte. Schon 2013 hatte der starke Euro zu Gewinneinbußen von 148 Millionen Euro geführt. Die Analysten der NordLB halten die mittelfristigen Ziele deshalb auch für „kaum noch erreichbar“.

10 AKTIEN mit den höchsten Buy-Quoten (mehr als 40 Buys)

Linde

Basis: alle wikifolios

Bei wikifolio.com entfielen in den vergangenen Tagen dennoch 70 Prozent der Transaktionen in der Linde-Aktie auf Käufe. Christian Gombert (“Nirvana”) griff unmittelbar nach Veröffentlichung des Zahlenwerkes zu und begründete den Kauf mit folgendem Kommentar: „Kursschwäche nach GJ-Zahlen ist aus meiner Sicht nur bedingt gerechtfertigt...Belastung durch Währungen, umgekehrt gute Cash Flow Entwicklung und weitere Dividendenerhöhung....“. In seinem wikifolio „nirvana absolute return“ ist die Aktie nun mit Gewicht von drei Prozent vertreten. Seit Auflegung im Juli 2013 konnte der Trader bei seiner Suche nach „Aktien mit überdurchschnittlichem Kurspotenzial“ ein Plus von gut 15 Prozent generieren. Der maximale Verlust liegt bislang bei 6,5 Prozent (ISIN des Zertifikats: DE000LS9BKG9).

Nicht ganz so optimistisch scheint Johannes Weber („HerrWeber“) zu sein. Er verkaufte die Linde-Aktie am vergangenen Freitag noch vor den Geschäftszahlen und lag damit zumindest kurzfristig richtig. Zumal er bei dem Trade einen Gewinn von über zwölf Prozent eintüten konnte. Sein Kommentar war dabei eher allgemeiner Natur: „Wir haben nach dem doch erheblichen Kurssturz einige Positionen sicherheitshalber geschlossen“. Sein wikifolio „J. K. Weber Investment“ liegt seit dem Start im Mai 2012 mit knapp 36 Prozent im Gewinn und nur knapp unter dem Allzeithoch. Das dazugehörige Zertifikat (ISIN: DE000LS9BVA9) ist seit rund drei Wochen investierbar.

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