06.02.2018| Von: Nikolaos Nicoltsios |

... auf die Erfolgsrezepte der wikifolio-Trader vertrauen

Nach einem fulminanten Jahresstart durchlaufen die Aktienmärkte weltweit ihre erste wirklich nennenswerte Korrektur seit vielen Monaten. Der DAX hat seit seinem vor zwei Wochen markierten Hoch bei knapp 13.600 Punkten rund acht Prozent eingebüßt. Und auch die bis vor kurzem noch relativ stabilen US-Börsen erlitten zum Ende der abgelaufenen Woche kräftige Verluste. Dieser Abverkauf setzte sich zu Wochenbeginn fort. Der Dow Jones verlor am Montag 4,6 Prozent. 

Obwohl sich nahezu alle Marktteilnehmer einig waren, dass die Volatilität in diesem Jahr wieder zunehmen dürfte, wurden viele Anleger nun wohl doch auf dem falschen Fuß erwischt. Dies zumal relevante Nachrichten, die für den Abverkauf verantwortlich gemacht werden könnten, ausblieben. "Wahrscheinlich sind am Montag in den letzten beiden Stunden des US-Handels einfach größere Aktienpakete zum Verkauf gestellt worden, wodurch der typische Domino-Effekt ausgelöst und immer neue Stopp-Loss-Marken durchbrochen wurden. Das führte dann zu immer neuen Zwangsverkäufen", analysiert wikifolio-Trader Thomas Koch ("PlatowDerivate"). Für diese oder ähnliche Thesen spricht laut dem Trader die Tatsache, dass sich die Kurse heute sehr schnell wieder erholt haben und kein nachhaltiger Verkaufsdruck zu sehen war. Voreilige Schlüsse will Koch aber nicht ziehen: "Ob wir damit jetzt schon das Tief der Korrektur gesehen haben, bleibt ungewiss."

Naturgemäß litten auch viele wikifolios unter der Börse-Korrektur, dem einen oder anderen Trader gelang es in den vergangenen Tagen aber doch, sich erfolgreich vom Gesamtmarkt abzukoppeln. Panik an den Börsen? Weit gefehlt. 

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Hohe Cash-Quote, kontrollierte Emotion und antizyklische Chancen

Viele Trader, gerade die eher kurzfristig agierenden Profis, haben aufgrund der zunehmenden Risiken frühzeitig die Cash-Quote ihrer Portfolios angehoben. Das führt zum einen zu geringeren Verlusten innerhalb der Korrekturphase und bietet zum anderen die Möglichkeit, bei günstiger werdenden Kursen gezielt den Einstieg zu suchen. Beispielhaft sind hier Carsten Schorn ("Abbakus") mit seinem wikifolio "Abacus" oder Michael Flender ("GoldeselTrading") mit seinem wikifolio "Goldesel-Trading" zu nennen.

"Lieber wären mir 'regelmäßige' gesunde Korrekturen als der Mist."
wikifolio-Trader Carsten Schorn ("Abbakus") ist ein offenes Buch

Beide Trader lassen Anleger und Interessierte darüberhinaus täglich an ihren Gedanken teilhaben. So hat Schorn trotz der Stabilität seines wikifolios und der Tatsache, dass er als Daytrader eigentlich Volatilität sucht, aktuell ganz offensichtlich nur wenig Spaß dabei, im Markt zu sein. Die Cash-Quote im wikifolio liegt daher auch bei knapp 88 Prozent. Am Dienstag Vormittag tat er seinen Unmut, über die abrupten Bewegungen an den Börsen kund. So hatte der DAX am Dienstag noch tiefrot eröffnet, konnte die Verluste in der Folge dann aber zumindest verringern: "Lieber wären mir 'regelmäßige' gesunde Korrekturen als der Mist. Direkt ab Start eigentlich schon nach oben gezogen. Genauso wie die Amerikaner gestern 1000 Punkte in ein paar Minuten aufgeholt haben. Also LONG oder SHORT kein Spass." Bis auf Weiteres will er abwarten: "In die starke Erholung kaufe ich erstmal nichts rein. Es scheiden sich die Geister, ob das jetzt eine Korrektur, Crash und/oder Flash-Crash war. Ich habe keine Meinung dazu."

"Hallo, der DAX wird mit einer Monster-Downgap eröffnen. Ich werde die Panik kaufen und bei Qualitätsaktien zuschlagen."
wikifolio-Trader Michael Flender ("GoldeselTrading") mit kontrollierter Emotion 

Flender kommentierte am Dienstag frühmorgens recht antizyklisch: "Hallo, der DAX wird mit einer Monster Downgap eröffnen, aktuelle Taxe 12.000. Aktien kommen wohl mit minus fünf bis minus zehn Prozent rein. Ich werde die Panik kaufen und bei Qualitätsaktien zuschlagen." Man kann also, wie Flender zeigt, gerade auch mit einem Abverkauf produktiv umgehen und ihn nutzen.

Die richtigen Aktien zum richtigen Zeitpunkt

Andere Trader haben bewusst Absicherungen in Form von Short-Produkten auf den DAX oder andere Indizes eingebaut, die direkt von fallenden Kursen profitieren. Das bietet sich immer dann an, wenn man nur mit einer temporären Korrektur rechnet und deshalb die bestehenden, langfristig weiterhin aussichtsreichen Depotwerte nicht verkaufen möchte. Eine Strategie, die sich aktuell ebenfalls bewährt, ist die Auswahl von Aktien, deren Performance nicht so stark von der Schwäche des Gesamtmarktes abhängig ist. Dazu zählen oftmals kleinere, noch nicht überteuerte Nebenwerte oder auch Aktien bestimmter Branchen, die an den Börsen momentan eine Art "Eigenleben" führen.

Benedikt Höchsmann ("Skyscraper") zum Beispiel hat die Verluste in seinem wikifolio "Skyscraper-Investments" trotz einer 100-prozentigen Aktienquote in den vergangenen Tagen in überschaubaren Grenzen halten können. Auf Monatssicht steht aktuell ein Verlust von lediglich einem Prozent zu Buche. Bei dem reinen Aktiendepot fokussiert sich der junge, aber dennoch schon recht erfahrene Trader auf "unterbewertete Nebenwerte" sowie "Blue Chips, die seit Jahren stark gewachsen sind". Besonderen Wert legt er dabei auf eine "solide Bilanz und möglichst kontinuierliches Umsatz- und Ergebniswachstum". Ausgewählt werden die Aktien durch "chartbasierendes Stock-Picking und intensive Fundamentalanalyse", was durchaus zeitintensive Analysen der Geschäftsberichte der einzelnen Unternehmen erfordert.

Einen Schwerpunkt in seinem wikifolio stellen Aktien aus der Biotechbranche dar, wo aktuell eine Konsolidierungswelle zu beobachten ist, was zusammen mit den langfristig positiven Wachstumsaussichten zu einer positiven Kursentwicklung vieler Player führt. Seit dem Start des wikifolios im Sommer 2015 kommt es auf eine Performance von 125 Prozent, während das kurz danach aufgelegte wikifolio-Zertifikat sogar um 153 Prozent gestiegen ist.

Gutes Timing mit Hebelprodukten - und viel Cash

Reiner Schroth ("ReinerSchroth") kommt bei seinem wikifolio "Peak Power" bei einem Maximalverlust von unter 20 Prozent ebenfalls auf eine beeindruckende Gesamtperformance von 174 Prozent (seit Oktober 2015) sowie ein beachtliches Plus von 46 Prozent bei dem im August 2016 emittierten wikifolio-Zertifikat. Seit Jahresbeginn stieg der Wert des Musterdepots um 13 Prozent, was auch an den wirklich moderaten Rückgängen der vergangenen Tage liegt.

Der Trader besitzt eine "über 35-jährige Erfahrung an den internationalen Wertpapier-Märkten" und ist auch heute noch täglich mehrere Stunden an den Börsen aktiv. Als Ziel gibt er an, "eine positive Performance zu erwirtschaften und das unabhängig von der Börsen- und Konjunkturlage".

Sein Portfolio besteht zurzeit nur zu rund 35 Prozent aus Aktien, während er 42 Prozent Liquidität vorhält. Den Rest hat er heute morgen in jeweils einen 3,2- bzw. 2,7-fach gehebelten Call-Optionsschein auf den DAX respektive Nasdaq investiert, womit er auf eine Gegenbewegung der Börsen setzt. In der Vergangenheit hat er schon öfter solche Positionen beigemischt und dabei oftmals ein sehr gutes Timing bewiesen. Vor knapp zwei Wochen etwa wurde ein im November eröffneter Long-Trade, dessen Gewichtung bis auf 33 Prozent gestiegen war, rechtzeitig vor dem Kurseinbruch des DAX mit einem Gewinn von 46 Prozent glattgestellt. In der vergangenen Woche spekulierte er intraday erfolgreich auf fallende Kurse des Index. Das brachte zwar "nur" einen Gewinn von 2,6 Prozent, der aber innerhalb von gut 20 Minuten realisiert wurde und sich dank der hohen Gewichtung von 22 Prozent durchaus auch im Gesamtdepot positiv bemerkbar gemacht hat. Der erfahrene Trader scheint also tatsächlich die unterschiedlichsten Facetten des Börsenhandels zu beherrschen.