21.08.2017| Von: Andreas Kern |

 

Andreas Kern


Liebe Leser,

politische Börsen, so heißt es, haben kurze Beine. Das Aufflackern der Dauerkrise um Nordkorea in den letzten Wochen war in dieser Hinsicht geradezu ein Klassiker. Tagelang schien es kein anderes Thema zu geben als einen unmittelbar bevorstehenden Waffengang zwischen den USA und Nordkorea. Und jetzt? Inzwischen bevölkern wieder Fußballspieler und C-Promis die Schlagzeilen des Boulevards. Auch an den Märkten ist man zunächst einmal zur Tagesordnung übergegangen. Ob das so bleibt ist allerdings fraglich, denn politische Krisen klingen zwar schnell ab, aber sie flackern auch schnell wieder auf. Dies besonders, da mit Donald Trump und Kim Jong-un zwei Alphatiere im Rampenlicht stehen, die man nicht lange um ein paar markige Worte zu bitten braucht. Dennoch scheinen die Anleger derzeit eher darauf zu setzen, dass sich hinter den eindrucksvollen Drohkulissen letztlich die Vernunft durchsetzen wird.

  

Auf vielen Bühnen zu Hause

Für viele Trader dürften solche politischen Zwischenspiele vor allem eines sein – ein Ärgernis! Realistischer Weise wird uns der Störfaktor aus der Politik allerdings weiter begleiten. Und da müssen wir gar nicht auf die große Bühne in Fernost schauen, denn schon nächsten Monat stehen Parlamentswahlen in Deutschland und im Oktober in Österreich an. Zudem ist das Thema mit den „kurzen Beinen“ schon lange nicht auf die Politik begrenzt. Die Geschwindigkeit mit der heute medial die sprichwörtlichen „neuen Säue“ durchs Dorf getrieben werden, lässt das Publikum nicht mehr zur Ruhe kommen. Andererseits dürften etliche der allerneuesten Nachrichten nicht wirklich relevant für unsere Trader und deren Strategien sein. Das gilt besonders dort, wo mit einem längeren Zeithorizont angelegt wird.

 

Einmal im Jahr

Das tut beispielsweise Trader „Junolyst“ mit seinem wikifolio „Top Pics of the Year“. Im Idealfall werden hier nur einmal jährlich, nämlich zum Jahreswechsel, bis zu zehn der attraktivsten Aktien aus dem Bereich deutscher Nebenwerte sowie Schweizer und österreichischer Dividendentitel mit annähernd gleichen Gewichtungen erworben. Das Kurspotenzial der Kandidaten soll nach Junolysts Analysen zum Kaufzeitpunkt mindestens 20% betragen. Das ist nicht nur eine sehr ökonomische Vorgehensweise, damit vermeidet dieser Trader auch, sich durch die vielen kleinen Tagesereignisse unter ständigen Zugzwang setzen zu lassen. 

Junolyst

Und erfolgreich ist es obendrein, wie die Wertentwicklung des wikifolios zeigt. Allerdings darf man sich diese Anlagestrategie nicht so vorstellen, dass Junolyst nach dem Kauf die Hände für ein Jahr in den Schoß legt. Obwohl er keinen aktiven Handel anstrebt, werden die Positionen beständig auf einen notwendigen Anpassungsbedarf hin überprüft. Gegebenenfalls wird dann auch unterjährig gehandelt. So erfolgte zuletzt ein Teilverkauf beim Software-Spezialisten Mensch & Maschine. Die freigewordenen Mittel wurden unter anderem bei Easy Software investiert.

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„Esel streck Dich“

Trader „GoldeselTrading“ strebt mit seinem wikifolio „Goldesel-Investing“ ebenfalls keine hohe Handelsfrequenz an. Erklärtes Ziel ist es, „Positionen länger zu halten“. Allerdings weiß der Trader natürlich, dass sich eine solche Zielvorstellung nicht immer wie gewünscht umsetzen lässt. Ein wesentlicher Teil von GoldeselTradings Erfolg besteht in der konsequenten Anwendung der goldenen Börsenregel „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“.

Goldesel

Das insbesondere von Privatanlegern oft praktizierte Aussitzen von Verlusten, findet in seinem wikifolio jedenfalls nicht statt. Höhere Einzelverluste gibt es praktisch nicht, durchaus aber stattliche Einzelgewinne. Dass die Handelsfrequenz für ein wikifolio, das sich ausdrücklich einem Investitions- und keinem Trading-Ansatz verschrieben hat, relativ hoch ist, liegt daran, dass die relativ wenigen Positionen mit vielen kleinen Teilkäufen bzw. -verkäufen auf- und abgebaut werden.

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Starkes stärken

Ebenfalls sehr erfolgreich geht „TraderOnkel“ in seinem wikifolio „AA+ Master-Trading ohne Hebel“ vor. Was ihn allerdings von den beiden anderen wikifolios unterscheidet ist der Zeithorizont. Trotz einer grundsätzlich eher mittelfristigen Orientierung sollen auch „kurzfristig schnelle Gewinne unter kalkulierbarem Risiko“ erzielt werden. Dass auch dieser Ansatz in der aktuellen Schaukelbörse funktioniert, ist an der eindrucksvollen Performance des wikifolios abzulesen.

AA+ Master Trading ohne Hebel

Aktueller Top-Performer ist übrigens der amerikanische Grafikkartenhersteller NVIDIA mit einer Performance von deutlich über 200%. An zweiter Stelle steht die Münchner Industrieholding Blue Cap, bei der ein Plus von mehr als 80% zu Buche steht. Einen interessanten Hinweis zu seiner Strategie gab TraderOnkel am 8. August: „Sehr gute Halbjahreszahlen von Blue Cap, sollte die Aktie etwas zurückkommen, werde ich die Position aufstocken.“ Diese grundsätzliche Bereitschaft, gerade bei den stärksten Aktien nicht etwa zu verkaufen, sondern sogar noch einmal nachzulegen, dürfte einer der Erfolgsfaktoren des TraderOnkels sein.

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Was kommt?

Das sollten Anleger in der nächsten Woche im Auge behalten

Nächsten Dienstag um 11:00 Uhr könnte es für die europäischen Märkte spannend werden. Dann veröffentlicht das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) seine Umfrage zur aktuellen Lage und zu den Konjunkturerwartungen in Deutschland und der EU.

Am Donnerstag beginnt dann das sogenannte Jackson Hole Economic Policy Symposium mit Prominenz aus Notenbanken und Wissenschaft. Die Veranstaltung wird bis Samstag dauern und ist bekannt dafür, dass es von Notenbankern gerne als Plattform genutzt wird, um den Märkten ein Signal zu senden.

 

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