Top Pics of the Year

Junolyst
Junolyst
  • +152,6 %
    seit 08.12.2015
  • +42,7 %
    1 Jahr
  • +21,4 %
    Ø-Performance pro Jahr
Sämtliche Gebühren bereits abgezogen
  • -46,4 %
    Max Verlust (bisher)
  • 0,84×
    Risiko-Faktor
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Handelsidee

In diesem Wikifolio soll eine Gleichtgewichtungsstrategie verfolgt werden. Dabei soll das Portfolio zu Beginn eines Jahres bis zu ca. 10 Aktien enthalten, die mit einer annährend gleichen Gewichtung in das Wikifolio aufgenommen werden. Hierbei soll jedes Jahr zum Jahreswechsel eine Auswahl von bis zu ca. 10 Einzeltiteln zusammengestellt werden, die meines Erachtens für das kommende Jahr die größten Renditechancen versprechen.

Der Schwerpunkt dieser Auswahl soll auf Deutschen Nebenwerten sowie Aktien aus Österreich und der Schweiz liegen, die über ein meiner Meinung nach überporportionales Kurspotenzial verfügen. Auch andere Aktien-Werte können berücksichtigt werden. Hierbei soll primär auf Fundamentalanalyse gesetzt werden. Dazu sollen zu Jahresbeginn zu jedem Wert die jeweiligen Kaufargumente veröffentlicht werden mit einem entsprechenden Kursziel. Das Kurspotenzial seiner Aktie soll meiner Erwartung nach dabei mindestens 20% betragen, um in das Wikifolio aufgenommen werden zu können.

Sollte das Kursziel innerhalb des Jahres erreicht werden, wird je nach Fall geprüft, ob die Aktie weiteres Potenzial aufweist oder nicht. Falls dies nicht der Fall ist, soll die Aktie entweder mit einem entsprechenden Stop-Loss abgesichert werden, um von einem möglichen Aufwärtstrend weiter zu profitieren oder auch ein direkter Verkauf ist möglich. Ebenso eine Teilveräußerung ist möglich. Hierbei soll jedoch mindestens die Hälfte der Position verkauft werden.

Das freigewordene Kapital kann dann dazu verwendet werden, in Titel aus dem Portfolio zu investieren, die bisher noch nicht so gut gelaufen sind und weiter Kurspotenzial aufweisen. In diesem Fall wird angestrebt das Kapital gleichmäßig in ca. 50% der Aktien zu investieren, die sich bislang am schlechtesten entwickelt haben.

Sollte es im laufe des Jahres zu unerwarteten Ereignissen kommen (z.B. Gewinnwarnung) die mein Anlageurteil so ändern, dass die Aktie nicht mehr das erwartete Potenzial aufweist, kann die Position vollständig verkauft werden und der Erlös möglichst gleichmäßig in die verbleibenden Werte investiert werden.

Ein aktiver Handel soll in diesem Wikifolio jedoch nicht verfolgt werden, sondern lediglich in den genannten Fällen Transaktionen stattfinden. Die Haltefrist soll damit variabel sein. Am Jahresende wird die Auswahl entsprechend überprüft. Sollte ein Titel auch für das Folgejahr in der Auswahl enthalten sein, wird seine Gewichtung auf ca. 10% angepasst (entweder auf ca. 10% reduziert, falls die Gewichtung >10% liegt, oder aufgestockt, falls die Gewichtung <10% beträgt).

Das Ziel dieses Wikifolios ist, den Markt outzuperformen und dabei jährlich mindestens eine Rendite von ca. 10% zu erzielen. Damit soll gezeigt werden, dass eine einmalige aktive, fundierte Auswahl mit Blick auf die Qualität und die Perspektiven von Unternehmen keinen ständigen Handel braucht, sondern dass sich Qualität mit der Zeit durchsetzt. Daher ist es meines Erachtens wichtig, dass die Unternehmen fundamental unterbewertet sind und aufgrund dessen ein entsprechendes Kurspotenzial aufweisen.

Selbstverständlich strebe ich es auch an, über die entsprechenden Entwicklungen bei den Unternehmen zu berichten. Auch Transaktionen sollen kommentiert werden.


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Stammdaten
Symbol
WF0LMS1992
Erstellungsdatum
08.12.2015
Indexstand
High Watermark
250,2

Regeln

Auszeichnungen

Anlageuniversum

Trader

Lukas Spang
Mitglied seit 17.09.2013

Entscheidungsfindung

  • Fundamentale Analyse

Kommentare im wikifolio

Kommentar zu MBB SE

> Gestiegene Diversifikation hilft <

 

MBB hat Mitte August den Halbjahresbericht veröffentlicht und im Rahmen dessen über solide Zahlen berichten können. Dennoch zeigten die Zahlen auch Licht und Schatten. Auf der Umsatzseite verzeichnete MBB ein starkes Wachstum von 30,8% auf 328,85mEUR, im zweiten Quartal von 27,8% auf 157,05mEUR. Diese positive Entwicklung ist jedoch ausschließlich auf das Segmente Service & Infrastructure und die im Vorjahr getätigten Übernahmen Friedrich Vorwerk sowie Bohlen & Doyen zurückzuführen. So erhöhte sich der Umsatz in diesem Segment im ersten Halbjahr signifikant auf 171,86mEUR (Vj. 30,38mEUR) und im zweiten Quartal auf 91,55mEUR (Vj. 15,75mEUR). Zu diesem Anstieg haben die beiden neu erworbenen Gesellschaften, die nun die Vorwerk Gruppe bilden, mit einem Umsatz i.H.v. 137,96mEUR im ersten Halbjahr bzw. 75,36mEUR im zweiten Quartal (Vorjahr jeweils noch kein Umsatz) beigetragen. Zwar konnte die ebenfalls in diesem Segment enthaltene DTS nach 6 Monaten auch ein hauptsächlich organisches Wachstum von 11,6% auf 33,90mEUR erzielen. Im zweiten Quartal hat sich dieses Wachstum allerdings auf 2,8% deutlich verlangsamt. Die anderen beiden Segmente Technological Applications (Aumann, Delignit, OBO) sowie Consumer Goods (CT Formpolster, Hanke) verzeichneten dagegen jeweils ein zweistelliges Umsatzminus. Die Umsätze im Segment Technological Applications reduzierten sich zum Halbjahr deutlich um 32,9% auf 118,45mEUR und im zweiten Quartal noch deutlicher um 43,3% auf 49,11mEUR. Dies ist vor allem auf die größte Beteiligung in diesem Segment, Aumann, mit einem Umsatzrückgang von 36,6% auf 84,67mEUR (HJ) bzw. 44,7% auf 36,58mEUR (Q2) zurückzuführen. Hintergrund dessen sind der schwache Auftragseingang der Vorquartale sowie die deutlichen Einschnitte in der Automobilbranche. Aber auch die anderen beiden Gesellschaften in diesem Segment, Delignit und OBO, verzeichneten einen Umsatzrückgang von 20,6% auf 25,63mEUR bzw. von 24,1% auf 8,15mEUR in den ersten 6 Monaten. Bei Delignit belasteten vor allem die COVID-19 bedingten Produktionsstilllegungen bei allen großen OEM-Kunden im Automotive Bereich sowie fehlende Anschlussaufträge bei der Produktgruppe Schienenfahrzeuge im Bereich Technological Applications den Umsatz. Das Segment Consumer Goods verzeichnete im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang von 13,4% auf 38,54mEUR bzw. von 20,1% auf 16,39mEUR im zweiten Quartal. Zwar hatte Hanke vom verstärkten Bedarf nach Toilettenpapier profitiert, war gleichzeitig allerdings auch von einer niedrigeren Nachfrage nach Servietten in der Gastronomie betroffen. CT Formpolster konnte zwar ebenfalls von einer steigenden Online-Nachfrage profitieren, die jedoch nicht den Umsatzrückgang im stationären Handel im Zuge der temporären Schließungen aufgrund von COVID-19 kompensieren konnte. Betrachtet man daher lediglich den organischen Anteil (ohne die Vorwerk Gruppe) verzeichnete der MBB Konzern im ersten Halbjahr ein deutliches Minus beim Umsatz von 24,1% bzw. von 33,5% im zweiten Quartal. Dennoch konnte durch die beiden im letzten Jahr getätigten Übernahmen der Anteil der Automotive Töchter Aumann & Delignit deutlich von 65,9% auf 33,5% gesenkt werden.

 

Das EBITDA erhöhte sich im ersten Halbjahr um 5,0% auf 25,42mEUR, war jedoch durch die sehr schwache Ergebnisentwicklung bei Aumann (-4,04mEUR / Vj. 13,86mEUR) belastet. Zugleich enthielt das EBITDA Einmalaufwendungen i.H.v. 3,30mEUR aufgrund der Schließung des Aumann Standorts in Hennigsdorf (3,0mEUR) sowie Anpassungsaufwendungen zur Kapazitätsreduzierung an anderen Standorten (0,3mEUR), die im zweiten Quartal angefallen sind. Bereinigt lag das EBITDA bei 28,72mEUR (+18,7%). Dies zeigt, dass MBB den EBITDA-Rückgang von Aumann auf bereinigter Ebene i.H.v. 14,59mEUR fast vollständig durch andere Gesellschaften bzw. die übernommenen Gesellschaften Friedrich Vorwerk sowie Bohlen & Doyen kompensieren konnte. Im zweiten Quartal reduzierte sich das EBITDA im MBB Konzern um 11,8% auf 9,63mEUR aufgrund der genannten Einmalaufwendungen bei Aumann. Bereinigt um diese Aufwendungen hätte das EBITDA bei 12,93mEUR (+18,5%) gelegen. Der deutliche Ergebnisrückgang bei Aumann zeigt sich auch im Technological Applications Segmentergebnis. Dieses reduzierte sich im ersten Halbjahr deutlich von 16,71mEUR auf -2,48mEUR bzw. von 6,98mEUR auf -5,64mEUR im zweiten Quartal. Delignit verzeichnete in der ersten Jahreshälfte mit einem EBITDA i.H.v. 1,58mEUR noch ein klar positives Ergebnis, das jedoch ebenfalls um 34,7% unter Vorjahr lag. Das EBITDA im Segment Consumer Goods hat sich zum Halbjahr nur leicht von 3,69mEUR auf 3,56mEUR reduziert, sodass die EBITDA-Marge von 8,3% auf 9,2% gesteigert werden konnte. Diese Entwicklung ist jedoch auf ein sehr gutes Auftaktquartal zurückzuführen. Im zweiten Quartal reduzierte sich das EBITDA dagegen um 37,1% auf 1,16mEUR und die EBITDA-Marge entsprechend von 9,0% auf 7,1%. Das inzwischen größte Segment Service Infrastructure (58,3% Umsatzanteil in Q2) konnte das EBITDA sehr deutlich von 4,48mEUR auf 24,93mEUR im ersten Halbjahr steigern. Die EBITDA-Marge blieb mit 14,5% (Vj. 14,7%) auf einem sehr guten Niveau. Im zweiten Quartal stieg das EBITDA von 2,12mEUR auf 14,05mEUR und die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 15,3% (Vj. 13,4%), wodurch deutlich wird, dass dieses Segment einen Großteil der Ergebnisrückgänge aus dem Technological Applications Segment auffangen konnte. Das Konzern-EBIT (6,20mEUR / -60,2%) im ersten Halbjahr war einerseits durch erhöhte operative Abschreibungen aus den Übernahmen sowie andererseits den daraus resultierenden PPAs belastet. Im zweiten Quartal fielen zusätzlich zu den oben genannten Einmalaufwendungen i.H.v. 3,30mEUR außerplanmäßige Abschreibungen i.H.v. 0,30mEUR auf das Anlagevermögen am Standort Hennigsdorf bei Aumann an, sodass das berichtete EBIT mit -0,13mEUR leicht negativ ausfiel.

 

Mit Blick auf das Gesamtjahr zeigt sich das Management nun wieder zuversichtlicher als noch nach dem ersten Quartal. Nachdem MBB Anfang März im Rahmen der vorläufigen Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2020 zunächst einen Umsatzanstieg auf >660mEUR sowie eine EBITDA-Marge von 8-10% prognostiziert hatte, wurde dieser Ausblick mit den Q1-Zahlen Ende Mai vorerst ausgesetzt. Mit den nun veröffentlichten Halbjahreszahlen und der über den Erwartungen verlaufenden Geschäftsentwicklung bei der Vorwerk Gruppe hält das Management diesen ursprünglichen Ausblick nun wieder für erreichbar. Bereits zum Halbjahr lag die EBITDA-Marge auf bereinigter Basis mit 8,7% in diesem Bereich, sodass bei einer zu erwartenden, besseren Geschäftsentwicklung bei Aumann und Delignit im zweiten Halbjahr, die EBITDA-Marge gut erreicht werden dürfte. Auch mit Blick auf die Umsatzprognose hat MBB mit 328,85mEUR zum Halbjahr nahezu die Hälfte des avisierten Umsatzes erreicht und sollte die Prognose daher gut erreichen können. Zwar habe ich meine Umsatzschätzungen aufgrund der schwachen Umsatzentwicklung in den Segmenten Technological Applications und Consumer Goods von 689,10mEUR auf 672,24mEUR (+13,5% vs. 2019) reduziert, meine Ergebnisschätzung aufgrund der sehr guten Entwicklung im Service & Infrastructure Segment jedoch von 54,98mEUR (8,0%) auf 57,19mEUR (8,5%) angehoben. So erwarte ich für das Segment Technological Applications einen Umsatzrückgang von 27,1% auf 251,22mEUR und von 9,9% auf 77,40mEUR für das Consumer Goods Segment, während ich für das Service & Infrastructure Segment eine Umsatzverdopplung auf 343,62mEUR (Vj. 161,67mEUR) sehe. Mittelfristig erwarte ich für den Konzern nun eine EBITDA-Marge von 10,4% nach zuletzt 9,9%, die damit im Rahmen der Wachstumsziele (>10% EBITDA-Marge) liegt. Folglich erhöht sich das Kursziel für die MBB Aktie von zuletzt 104,00€ auf 112,00€.

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Allgemeiner Kommentar

> Wochenrückblick KW 37/2020 <

 

Zwar hat sich der Gesamtmarkt in der abgelaufenen Woche sehr nervös gezeigt und volatil, konnte jedoch auf Wochensicht erneut zulegen. Erneut gelang es dem wikifolio „Top Pics of the Year“ jedoch deutlich besser abzuschneiden, sodass sich die Performance seit Jahresbeginn auf +12,5% erhöht hat.

 

Weitere Details finden sich im Wochenupdate:

 

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Allgemeiner Kommentar

> Die Frage nach dem Wert von Nagarro <

 

Nachdem Allgeier bereits Ende Juli vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr 2020 bekannt gegeben hat, wurde Mitte August der Halbjahresbericht veröffentlicht. So erhöhte sich im zweiten Quartal der Umsatz leicht um 0,6% auf 191,86mEUR, zum Halbjahr wurde ein Anstieg von 3,9% auf 394,69mEUR erzielt. Dieser Anstieg in den ersten 6 Monaten wurde allen voran von der abzuspaltenden Geschäftseinheit Nagarro erzielt, deren Umsätze um 14,4% auf 213,16mEUR anstiegen. Die verbleibenden Geschäftsbereiche Enterprise IT (141,61mEUR / -9,0%) und mgm technology partners (38,29mEUR / +8,3%) verzeichneten dagegen unterschiedliche Entwicklungen. Mit Blick auf das Enterprise IT Segment muss jedoch zwischen dem Experts und dem restlichen Geschäft unterschieden werden. Während die Experts Umsätze aufgrund der strategischen Ausrichtung auf margenstärkere Umsätze um 13,2% auf 115,30mEUR gesunken sind, stiegen die verbleibenden Umsätze in diesem Segment um 15,0% auf 26,31mEUR an.

 

Besonders positiv hat sich im ersten Halbjahr und allen Voran im zweiten Quartal aber das Ergebnis. So erhöhte sich das bereinigte EBITDA in der ersten Jahreshälfte um 65,5% auf 48,00mEUR, das berichtete EBITDA sogar um 68,3% auf 43,32mEUR, wodurch eine EBITDA-Marge von 11,0% erreicht wurde. Das EBIT hat sich von 10,69mEUR auf 25,44mEUR sogar mehr als verdoppelt. Im zweiten Quartal konnte das bereinigte EBITDA um 80,7% auf 27,10mEUR noch deutlicher gesteigert werden. Ebenso beim Ergebnis hat sich die Nagarro Einheit mit einer um 400 Basispunkte auf 16,7% zum Halbjahr verbesserten EBITDA-Marge besonders positiv entwickelt. Aber auch das Segment Enterprise IT konnte die EBITDA-Marge sehr deutlich von 0,2% auf 6,1% steigern. Die mgm Einheit hat die bereits sehr gute EBITDA-Marge von 18,0% weiter auf 21,0% verbessern können. Mit Blick auf die Treiber der Entwicklung hat sich vor allem eine deutlich verbesserte Rohmarge positiv niedergeschlagen, die auf Halbjahressicht um 250 Basispunkte und im zweiten Quartal um 100 Basispunkte anstieg. Dies ist insbesondere auf einen geringeren Bezug von Freelancern zurückzuführen. Zum Halbjahr erhöhten sich zudem auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lediglich um 1,2% und damit unterproportional zum Umsatz, was u.a. auf geringere Reise- und Marketingkosten im Zusammenhang mit den Reisebeschränkungen zurückzuführen sein dürfte. Ein sehr großer Teil der Ergebnissteigerung ist auf den sonstigen betrieblichen Ertrag zurückzuführen, der im zweiten Quartal von 0,88mEUR auf 10,12mEUR bzw. im ersten Halbjahr von 3,10mEUR auf 10,14mEUR erheblich anstieg. Dies dürfte u.a. auch auf die Abwertung der indischen Rupie gegenüber dem Euro zurückzuführen sein, wenngleich das genaue Ausmaß nicht bekannt ist. Gegenläufige Effekte dürften sich jedoch auch im sonstigen betrieblichen Aufwand wiederfinden, sodass meiner Einschätzung nach der positive Nettoeffekt im niedrigen bis mittleren 7-stelligen Bereich liegt.  

 

Mit Blick auf das Gesamtjahr zeigt sich der Vorstand weiterhin vorsichtig und sieht nach wie vor von einer Prognose ab. In Anbetracht der Hauptversammlung am 24. September sowie dem kurz darauffolgenden Nagarro Capital Markets Day am 28. September, zusammen mit einer verbesserten Visibilität zum Jahresende, könnte sich dies meines Erachtens allerdings ändern. Zumal in Anbetracht des avisierten Spin-Offs der Nagarro Einheit, der Mitte Dezember in eine Börsennotierung münden soll, auch mit einer offensiveren Kommunikation als zuletzt gerechnet werden dürfte. In diesem Zusammenhang sollen sowohl Anfang Oktober als auch Anfang Dezember, nach der Veröffentlichung der Q3-Zahlen am 13. November sowie der Veröffentlichung des Nagarro Börsenprospekts Ende November/Anfang Dezember, Roadshows durchgeführt werden. Die entscheidende Frage wird dabei sein, welchen Wert Investoren, vor allem auch aus dem angelsächsischen Raum, der Nagarro zusprechen. Betrachtet man beispielsweise globale Wettbewerber wie Endava (GB), Epam (USA) oder Globant (Luxemburg/USA), könnte man allein der Nagarro einen Aktienkurs im niedrigen dreistelligen Eurobereich (auf Basis von 11,383mEUR Aktien) zusprechen. Nachdem Allgeier nun die Segmentierung umgestellt hat und die Nagarro Einheit als separates Segment führt sowie im Abspaltungsbericht Pro-Forma Bilanzen für beide neuen Unternehmen (Allgeier „neu“ & Nagarro) veröffentlicht wurden, habe ich die Nagarro ebenfalls eigenständig bewertet. Dies habe ich anhand eines DCF-Models gemacht, um so die höheren Wachstumsperspektiven sowie die deutlich besseren Margen zur Geltung kommen zu lassen. Auf Basis dessen (EK-Kosten: 8,1% / WACC: 7,0%) ergibt sich ein Wert für die Nagarro i.H.v. 124,00€, der damit das versteckte Potenzial aufzeigt. Legt man jedoch die Multiples der drei genannten Firmen an, die am besten mit Nagarro vergleichbar sind, ergeben sich noch deutlich höhere mögliche Bewertungen. Da die Gesellschaften alle sehr US-fokussiert sind – alle drei mit US-Listing – sowie eine etwas höhere Marge erzielen und eine Nettoliquidität aufweisen, setze ich konservativ einen Abschlag im Peer-Group Vergleich von 25% an. Als Grundlage zur Bewertung wurde das EV/Umsatz, EV/EBITDA sowie EV/EBIT herangezogen. Auf Basis dessen ergibt sich unter Zugrundelegung der Schätzungen für die Nagarro und den Bewertungen der drei Vergleichsunternehmen bis 2022 ein Wert je Aktie von 200,50€ auf EV/Umsatz Basis, von 179,50€ auf EV/EBITDA Basis und von 154,60€ auf EV/EBIT Basis. Der Durchschnitt der drei Ansätze ergibt einen Wert von 178,20€ und impliziert damit im Peer-Group Vergleich deutliches Upside. Das verbleibende Geschäft habe ich ebenfalls in einem DCF-Model bewertet, um die deutlich geringeren Margen und Wachstumspotenziale zu reflektieren, wodurch sich ein Kursziel von 10,60€ ergibt. Zusammen mit der Nagarro ergibt sich somit ein fairer Wert für die heutige Allgeier von 135,00€ pro Aktie, der im Rahmen einer SOTP-Betrachtung deutlich besser zur Geltung kommt. Zum Vergleich: Zwar habe ich meine bisherigen Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2020 vor dem Hintergrund eines traditionell stärkeren zweiten Halbjahres ebenfalls angehoben und erwarte nun einen Umsatzanstieg von 5,2% auf 824,74mEUR (alt: 817,76mEUR) sowie ein EBITDA i.H.v. 93,00mEUR (+32,7% / alt: 81,12mEUR). Jedoch ergibt sich auf Basis dessen für den Gesamtkonzern in einer einheitlichen DCF-Bewertung lediglich ein fairer Wert von 106,00€ (alt: 75,00€). Da es jedoch zukünftig zwei getrennte Unternehmen geben wird, die beide gelistet sein werden, ist aus meiner Sicht der SOTP-Wert der sinnvollere, weshalb ich mein Kursziel für die Allgeier Aktie von zuletzt 75,00€ auf 135,00€ anhebe.

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Allgemeiner Kommentar

> Rückblick auf die Q2-Berichtssaison <

 

Eine weit verbreitete Meinung: Große Unternehmen seien sicherer und weniger anfällig in Krisenzeiten! Doch dies ist ein Mythos!

 

Ich habe mir die Quartalszahlen der von mir gehaltenen Unternehmen angeschaut und mit denen der 30 DAX-Firmen vergleichen. Das Ergebnis ist eindeutig und zugleich lässt sich festhalten, dass die Berichtssaison durchaus positiv verlaufen ist.

 

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