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08.11.2018| Von: Nikolaos Nicoltsios |

Fußball und Börse haben vieles gemeinsam. Vergleichbar ist zum Beispiel die Rolle der Aufsteiger in die erste Liga. Die Neulinge in der Bundesliga haben in der Regel einen schweren Stand. Fortuna Düsseldorf etwa hat von den ersten zehn Partien in der laufenden Saison gleich sieben verloren. Mit gerade mal fünf Punkten belegt das Team aktuell einen Abstiegsplatz. Ähnlich sieht es im DAX bei der Aktie von Wirecard aus, die mit viel Tamtam und Vorschusslorbeeren Ende September in den größten deutschen Aktienindex eingezogen war. Seitdem ist der Kurs um 15 Prozent gefallen - doppelt so stark wie der DAX selbst.

Kursziele mit enormer Bandbreite

Auffällig bei dem Fintech-Unternehmen sind die zum Teil völlig konträren Einschätzungen der Analysten. Anfang dieses Monats etwa stuften sowohl Merrill Lynch (Kursziel: 150 Euro) als auch Independent Research (136 Euro) die Aktie nach Vorlage der vorläufigen Q3-Zahlen auf „Sell“. Gleichzeitig bekräftigte Goldman Sachs seine Kaufempfehlung und taxierte den fairen Wert auf 250 Euro je Anteilsschein. Auch andere Banken wie die UBS (220 Euro) oder Kepler Cheuvreux (225 Euro) sehen bei der Aktie von Wirecard und dem aktuellen Kursniveau von rund 160 Euro mehr Chancen als Risiken.

Trader bleiben voller Zuversicht

Unter den wikifolio-Tradern sind die Optimisten jedenfalls in der Überzahl. Der Anteil der wikifolios, welche den DAX-Neuling im Depot haben, ist seit Anfang Juni von 4,7 Prozent auf jetzt 6,4 Prozent gestiegen. Das Trading-Sentiment zeigt bei der Relation zwischen Käufen und Verkäufen über verschiedene Zeiträume ein relativ konstantes Verhältnis von ca. 60 zu 40 Prozent. Zudem war Wirecard in den vergangenen Tagen zum wiederholten Male die mit Abstand am häufigsten gehandelte Aktie.

Daran beteiligt war auch Maximilian Busch („MaAnBu“), der in seinem wikifolio „MAx's two-way approach” den Anteil des Titels am Freitag auf fast 27 Prozent erhöht hat. Wirecard ist damit vor Amazon das absolute Schwergewicht in dem Musterdepot, das seit Auflegung im März 2015 eine Performance von 35 Prozent sowie einen Maximalverlust von 22 Prozent ausweist. Den Nachkauf begründete er vor allem mit dem zuletzt gesunkenen Aktienkurs: „Wirecard wurde aufgestockt. Eine Korrektur war längst überfällig. Doch nun hat diese schon fast 25 Prozent erreicht. Hier sollten zeitnah neue Käufer anspringen, denn der Trend zum Mobile Payment ist weiterhin ungebrochen. Zudem bleibt der positive Newsflow bestehen.“

Direkt und indirekt investiert

In dem wikifolio „Dividendenwerte und KGV” von Michael Fußy („Dividendenplus“) ist Wirecard selbst zwar deutlich geringer gewichtet, das Portfolio umfasst aber auch über 64 Positionen. Zudem ist die Aktie indirekt auch noch über einen ETF auf den TecDAX vertreten, der ein Drittel des gesamten Kapitals ausmacht. Seit der Neuregelung der Deutschen Börse werden Tech-Unternehmen aus dem DAX oder MDAX auch im TecDAX gelistet, weshalb Wirecard diesen Index trotz DAX-Aufstieg im Herbst nicht verlassen musste. Der Trader setzt in seinem Portfolio immer wieder auch auf Aktien, „die eine kurzfristig gute Erholung nach tiefem Fall versprechen“.

Bei Wirecard geht er davon aus, dass wir hier „kurz- und mittelfristig wieder Preise über 200 Euro sehen werden“. Folgerichtig hat er bei Kursen von rund 150 Euro Anfang der Woche per Abstauberlimit zugeschlagen und liegt dadurch bereits mit fünf Prozent im Plus. Das Anfang 2016 gestartete wikifolio kommt auf ein Plus von 17 Prozent sowie einen maximalen Drawdown von 19 Prozent.

Perfektes Timing

Leon Sanders („MavTrade“) ist bei Wirecard schon seit rund zwei Jahren dauerhaft investiert. Die Gewichtung der Aktie in dem wikifolio „Zukunftsbranchen” liegt zudem seit langem bei über 30 Prozent. Trotzdem betreut der Trader die Position sehr aktiv. Konkret nutzt er stärkere Kursrücksetzer immer wieder zum Nachkauf, um die Stücke nach einer deutlichen Erholung wieder zu veräußern. Zuletzt hatte er Mitte Oktober bei 155 Euro zugeschlagen und war nicht einmal eine Woche später bei Kursen zwischen 170 und 180 Euro wieder auf die Verkäuferseite gewechselt. Gut möglich, dass er nach den jüngsten Rückschlägen bald wieder zugreift.

Die Quartalszahlen scheinen ihn jedenfalls begeistert zu haben: „Diese Meldung zeigt wieder einmal, dass es bei Wirecard operativ wunderbar läuft.“ Im Frühjahr hatte er die hohe Gewichtung der Aktie damit begründet, dass „ein ähnliches Unternehmen mit derartigen Chancen und Wachstumsmöglichkeiten kaum zu finden ist“. Apropos Wachstum: Das kann sich auch bei dem wikifolio sehen lassen. Seit Erstellung Ende 2016 verteuerte sich das Zertifikat um 116 Prozent. Auf Jahressicht steht eine Performance von außerordentlich starken 36 Prozent zu Buche.

Chart-Fans aufgepasst!

Für Anleger und Trader, die sich gerne der Charttechnik behelfen, haben die technischen Analysten der britischen Großbank HSBC gerade eine aktuelle Analyse erstellt und diese mit klaren Handlungsempfehlungen versehen. Ein möglicher Bruch der sogenannten Kreuzunterstützung bei ca. 148/150 Euro könne demnach für den Aufbau neuer Short-Engagements genutzt werden. In diesem Szenario sei ein Rutsch bis auf das Tief aus dem Juni bei rund 129 Euro wahrscheinlich. Auf der Gegenseite würde ein Anstieg über den kurzfristigen Abwärtstrend (aktuell bei rund 162 Euro) signalisieren, dass die Reise erst einmal weiter gen Norden gehen dürfte.

Die 10 Aktien mit den meisten Trades (1.11.2018 - 7.11.2018)

# Name ISIN Handelsvolumen Alle Trades Käufe
1 Wirecard DE0007472060 1 121 096 827 63%
2 Apple US0378331005 754 415 559 69%
3 Siltronic DE000WAF3001 2 156 506 446 42%
4 Amazon US0231351067 752 987 378 66%
5 Covestro DE0006062144 1 043 391 273 47%
6 Alibaba US01609W1027 251 083 255 67%
7 Infineon DE0006231004 947 887 241 62%
8 BASF DE000BASF111 1 237 036 224 57%
9 SLM Solutions DE000A111338 503 603 217 73%
10 Evotec DE0005664809 373 217 205 44%

 

Alle wikifolios mit Wirecard (ISIN: DE0007472060) im Depot.

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Die "Wall of Fame" der Wirecard-Trader

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