hatte schon am Dienstagabend nach Börsenschluss mitgeteilt, sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit zu befinden. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet. Im Mai war das Interesse des US-Konzerns öffentlich geworden. Damals signalisierten die Amerikaner ein Angebot von 33 Euro je Aktie. Durch den deutlichen Aufschlag sind die Chancen nun deutlich gestiegen. Uber besitzt selbst knapp 25 Prozent an den Berlinern, hinzu kommen Finanzinstrumente über knapp 12 Prozent. Da seinen Anteil von knapp 17 Prozent andienen will, wäre die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie rechnerisch bereits erreicht.
Der Kurs von Delivery Hero hat sich seit Ende April nahezu verdoppelt. Die Anfang 2021 markierten Hochs bei über 145 Euro wird der Titel aber voraussichtlich nie mehr erreichen. Heute Morgen tut sich die Aktie sogar schwer, den Übernahmepreis zu erreichen. Nach einem Hoch bei 39,49 Euro fiel der Kurs sogar auf 38,50 Euro zurück. Aktuell würde bei Vollzug der Übernahme also ein Aufschlag von 3,00 Euro oder fast acht Prozent winken. Ein Grund dafür dürfte sein, dass der geplante Zeitrahmen für den Abschluss der Transaktion bis zum zweiten Halbjahr 2027 reicht. Es kann also noch dauern. Trotzdem setzen die wikifolio Trader mehrheitlich auf steigende Kurse bei der Aktie, wie das aktuelle Trading-Sentiment für die vergangenen Tage zeigt.
TRADING-SENTIMENT

Gute Empfehlung, gute Idee, enttäuschender Verlauf
Christian Scheid hatte Ende Mai dazu geraten, den Übernahmepoker abzuwarten und die Aktien nicht zum damaligen Gebot abzugeben. „Als weiterer Interessent ist aus der Deckung getreten“, schrieb der Trader damals. Für sein wikifolio Special Situations long/short hat er am Dienstag einen Trade auf die Aktie eröffnet. Sein Einstandskurs lag bei 38,98 Euro. Wirklich glücklich ist der Finanzjournalist mit dem Verlauf allerdings nicht. „Scheinbar preisen Anleger die hohen regulatorischen Hürden des Deals ein. Es könnte viele Monate dauern, bis Uber sämtliche Genehmigungen durch die zuständigen Behörden eingeholt hat.“ Da aus seiner Sicht ein höheres Gegenangebot unwahrscheinlich ist, „steht die Position auf dem Prüfstand.“ Der Trade sucht täglich nach neuen „Spezialsituationen“ an den Märkten und hat mit seinem Portfolio zu Monatsbeginn ein neues Rekordhoch erreicht. Seit Ende 2013 wurde der Wert jedes Jahr im Schnitt um über 20 Prozent erhöht. Die Gesamtperformance beträgt 926 Prozent.
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Dickes Plus dank starkem Timing
Adrian Straßburger liegt bei Delivery Hero in seinem wikifolio FAST Allocation Growth mit rund 49 Prozent im Plus. Bereits Anfang Mai hatte er sich bei Kursen von 20,74 Euro mit den ersten Aktien eingedeckt. Gut zwei Wochen später stockte er die Position zu 33,63 Euro noch mal auf. Beides hat sich gelohnt. Der Trader verfolgt eine nicht ganz alltägliche Momentum-Strategie, bei der er die Gewinnmarge mitberücksichtigt. Anders als man vielleicht denken würde, sucht er dabei aber nicht nach Konzernen mit möglichst hohen Margen. Seine Idee ist vielmehr, „dass Unternehmen mit kleinen Margen deutliches Steigerungspotential haben, das die Kurse widerspiegeln könnten“. Es sollen daher jährlich diejenigen Aktien ausgewählt werden, die nach seiner Analyse eine sehr niedrige Gewinnmarge ausweisen. Zumindest in den ersten knapp zwei Jahren ist die Strategie voll aufgegangen. Seit dem Start im August 2024 hat sich der Wert des Portfolios bei einem Maximalverlust von 23 Prozent nahezu verdoppelt. Seit Jahresbeginn liegt das Portfolio mit 26 Prozent im Plus. Den Großteil des Wertzuwachses verdankt er der Aktie von , die bei einem Buchgewinn von 176 Prozent mit gut 25 Prozent in dem Depot gewichtet ist. Delivery Hero folgt direkt dahinter auf Rang zwei mit einem Depotanteil von 6 Prozent.
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