04.08.2014| Von: Andreas Kern |

Die Aktienmärkte befinden sich im Korrekturmodus. Der breit gefasste HDAX, der alle 110 Werte aus DAX, MDAX und TecDAX umfasst, hat in der abgelaufenen Woche 4,5 Prozent verloren und liegt damit nun bereits mehr als acht Prozent unter seinem im Juni markierten Allzeithoch. Bedenklich stimmt dabei, dass der Index das erste Mal seit über zwei Jahren unterhalb seiner 1-Jahres-Linie geschlossen hat. Dieser gleitende Durchschnitt wird von vielen professionellen Börsenhändlern als wichtiger Indikator bei potenziellen Ein- und Ausstiegen genutzt. Bei der Aktie von Freenet ist der Bruch dieser Marke bereits vor zwei Wochen erfolgt. Im Anschluss daran stürzte der Kurs um weitere 14 Prozent ab. Der Rückfall auf und unter das Vorjahreshoch bei rund 19,60 Euro hat viele Trader bei wikifolio.com nun aber motiviert, bei der Aktie wieder zuzugreifen. Als Kaufargument galt dabei nicht zuletzt die potenziell hohe Dividendenrendite des Telekom-Dienstleisters.

Auf Basis der diesjährigen (bereits erfolgten) Ausschüttung bringt die Freenet-Aktie zurzeit eine Rendite von über sieben Prozent. Berücksichtigt man die optimistischen Schätzungen einiger Analysten, winkt in zwei Jahren sogar eine Dividendenrendite zwischen 8,5 und elf Prozent. Der jüngste Kursrutsch der Aktie dürfte indes in direkter Verbindung zu dem Zusammenschluss von Telefonica Deutschland (o2) und E-Plus stehen. Wie bekannt wurde, erhält der Freenet-Konkurrent Drillisch wegen der EU-Auflagen 20 Prozent der gemeinsamen Netzkapazität des fusionierten Unternehmens, was laut Analysten Nachteile für Freenet mit sich bringen könnte. Auf der anderen Seite erhoffen sich die Branchenplayer durch den Wegfall eines der großen Telekom-Konzerne stabilere Durchschnittserlöse pro Kunde, was wiederum positiv bewertet wird. Man darf gespannt sein, was Freenet selbst bei Vorlage der Quartalszahlen an diesem Mittwoch dazu sagt.

Die 10 Aktien mit den meisten Trades auf wikifolio.com (Stand: 24.07.2014-31.07.2014)

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Basis: Alle investierbaren wikifolios

Udo Viernow („Volkswirt“) wollte solange nicht warten und hat seinen Bestand an Freenet-Aktien in dem wikifolio „Deutsche Power“ nach „gründlicher Fundamental- und Chartanalyse“ stattdessen bereits zu Beginn der vergangenen Woche aufgestockt. Nach dem Zukauf zu 18,88 Euro ist der Titel mit einem Anteil von zwölf Prozent aktuell eindeutig das Schwergewicht in seinem wikifolio. Kommentiert wurde die Transaktion wie folgt: „Ich glaube an eine Übertreibung. Cashflow und Dividendenrendite machen Freenet weiter attraktiv. Ich nutze den Rücksetzer zum Aufstocken“. Seiner angestrebten Wertentwicklung von auf Dauer allerdings auch sehr ambitionierten 25 Prozent pro Jahr hinkt der Trader nach dem Minus von gut zehn Prozent im vergangenen Monat momentan etwas hinterher. Auf Jahressicht liegt das wikifolio dadurch „nur“ noch mit knapp acht Prozent im Plus. Seit Auflegung im November 2011 beträgt das Plus allerdings gut 25 Prozent (ISIN des Zertifikats: DE000LS9ANS0).

Der gelernte Bankkaufmann Bernd von Trzebiatowski („Trebitrader“) hat die Kursschwäche bei Freenet ebenfalls für Zukäufe genutzt. Mit einem „Nachkauf - akt. Dividendenrendite 7,3 Prozent“ kommentierte der kurz und knackig den am Dienstag zu rund 19,05 Euro erfolgten Zuschlag. Sein wikifolio „DIVIDENDEN-STRATEGIE - D/EU/USA“ bei dem nur Aktien aufgenommen werden sollen, „die eine Mindestdividende von 4 Prozent p.a. zahlen und gleichzeitig noch ein Kurspotenzial aufweisen“, liegt seit dem Start im September 2013 mit rund 15 Prozent im Gewinn. Die laufende Korrektur des Gesamtmarktes bescherte ihm zwar ebenfalls Verluste. Mit weniger als drei Prozent auf Monatssicht fallen diese aber ebenso überschaubar aus wie der bisher größte Rücksetzer von lediglich sechs Prozent (ISIN des Zertifikats: DE000LS9BTG0).

Alle wikifolios mit freenet (ISIN: DE000A0Z2ZZ5) im Depot.