07.09.2017| Von: Christina Oehler |

Den kommenden Dienstag haben sich Apple-Fans und -Aktionäre gleichermaßen dick im Kalender angestrichen. Am 12. September wird der US-Konzern auf dem neuen Firmengelände in Cupertino voraussichtlich gleich drei neue iPhone-Modelle und weitere Innovationen vorstellen. Die Erwartungen an Firmenchef Tim Cook sind immens. Schon im Vorfeld kletterte die Aktie auf ein neues Rekordhoch von 165 US-Dollar und hielt den Dow Jones Index im August quasi alleine über Wasser. Vor zehn Jahren hatte der 2011 gestorbene Steve Jobs das erste iPhone vorgestellt und damit den Smartphone-Hype ausgelöst – nun muss Apple nachlegen, um bei der Kundschaft neue Begeisterung zu wecken. In den vergangenen Jahren waren die Verbesserungen bei den neuen Modellen nämlich wenig spektakulär ausgefallen.

Gesichtserkennung und schärfere Bilder

Das neueste iPhone, das von der Logik her den Zusatz "8" tragen müsste, aber auch "X" oder "Edition" heißen könnte, soll den Nutzern gleich mehrere bislang noch auf keinem Smartphone dieser Welt verfügbare Features bieten. Spekuliert wird zum Beispiel über eine 3D-Gesichtserkennung ("Face-ID"), mit der Benutzer das Gerät sogar bei Dunkelheit entsperren und steuern können. Als Ergänzung zur "Touch-ID" per Fingerabdruck soll so auch der Schutz vor Fremdbenutzung erhöht werden. Außerdem soll das neue iPhone eine deutlich hochwertigere Kamera enthalten, um noch schärfere Bilder – vor allem auch bei suboptimalen Lichtverhältnissen – schießen zu können. Zudem werden noch komfortablere Lademöglichkeiten sowie Verbesserungen beim Display diskutiert. Und wer weiß, was Apple am Dienstag noch so alles aus dem Hut zaubert.

Umfrage dämpft die Euphorie

Obwohl die Gerüchteküche seit Wochen hochkocht und im Netz heiße Diskussionen laufen, scheint sich das konkrete Interesse an dem voraussichtlich besten und auch teuersten iPhone aller Zeiten – es wird über einen Preis von 1000 US-Dollar oder gar darüber spekuliert – noch in Grenzen zu halten. Laut der obligatorischen Umfrage der Investmentbank Piper Jaffray kurz vor dem Launch des neuen Kult-Smartphones gaben nur 16 Prozent der 400 befragten iPhone-Besitzer an, sich tatsächlich das neue Gerät zulegen zu wollen. Dieser Wert liegt nur minimal über den 15 Prozent, die sich im Vorjahr positiv zu einem Upgrade auf das iPhone 7 geäußert hatten. Und da war die Erwartungshaltung bezüglich neuer innovativer Features deutlich geringer als heute. Vor diesem Hintergrund rechnen die Analysten auch nicht mit einem neuen Superzyklus durch das iPhone 8. Für das kommende Jahr wird lediglich ein geringes Absatzplus erwartet.

Aktie bei wikifolio-Tradern heiß begehrt

Deutlich zuversichtlicher zeigen sich mit Blick auf die bevorstehende Markteinführung die Kollegen von Nomura, die deshalb auch ihr Kursziel für die Aktie auf 185 US-Dollar angehoben haben. Damit hätte die aktuell bei gut 160 Dollar notierende Aktie immer noch Luft nach oben. Dabei wird Apple an der Börse schon jetzt mit einer zuvor noch nie von einem Unternehmen erreichten Marktkapitalisierung von 840 Milliarden Dollar bewertet. Zum Vergleich: Das bis 2011 wertvollste Unternehmen der Welt war der Energiekonzern Exxon Mobil, der derzeit eine Marktkapitalisierung von "nur" etwa 330 Milliarden Dollar vorweisen kann. Davon, dass die Apple-Aktie noch Potenzial hat, scheint auch ein sehr großer Teil der wikifolio-Trader überzeugt zu sein. Aktuell ist das Papier in 2149 (davon 771 investierbaren) wikifolios enthalten. So beliebt ist im wikifolio-Universum zurzeit kaum ein Wert.

Dicke Gewinne mit aufstrebenden Unternehmen

Neu dabei ist seit dieser Woche auch Philip Kuschel aka "Jumer", dessen Ziel darin besteht, "aufstrebende Unternehmen günstig zu kaufen". Die Apple-Aktie hat er jetzt am Dienstag in sein wikifolio "Handel von Aktienwerten" aufgenommen. Bislang hatte der Trader bei der Auswahl der Werte und dem Timing bei Ein- und Ausstieg meist ein gutes Händchen, wie die Performance von 85 Prozent seit Anfang 2015 belegt. Die kommenden Tage und Wochen werden zeigen, ob das bei Apple diesmal auch wieder so ist.