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Science-Fiction wird Börse

Amazon meldete für das zweite Quartal die größte Gewinnüberraschung im S&P 500 seit 2008 – wenn auch überwiegend bewertungsbedingt. Dabei lagen Analysten mit ihrer EPS-Schätzung um mehr als zwei Drittel daneben.

AI-Hand

vergangenen Mittwoch ging Unitree Robotics in Shanghai an die Börse – als erster Hersteller humanoider Roboter auf dem chinesischen Festland. Gleich zur Eröffnung schoss die Aktie um 629% über den Ausgabepreis, zum Schlusskurs waren es noch +460%. Allein die Tranche für Privatanleger war 8.289-fach überzeichnet. Mit nur rund 500 Mitarbeitern ist das Start-up zur weltweiten Nummer eins seiner Branche aufgestiegen.

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… und KI bekommt einen Körper

Unitree steht stellvertretend für einen ganzen Sektor. 2025 floss mehr Kapital in humanoide Robotik-Entwickler als in den sieben Jahren zuvor zusammengenommen. Für China allein hob Morgan Stanley die Prognose auf 50.000 ausgelieferte Einheiten in diesem Jahr an – rund doppelt so viel wie noch im Frühjahr erwartet. Wie bei jedem großen Technologiezyklus bringt auch dieser Boom nicht nur einen einzigen Börsenstar hervor, sondern eine ganze Wertschöpfungskette.

Voll im Trend

Kondratieff-Wellen nennt die Wirtschaftsgeschichte die großen, jahrzehntelangen Innovationszyklen, die ganze Epochen prägen. Vladimir Geist ist überzeugt, dass Robotik und Künstliche Intelligenz genau das auslösen werden, mit einer Wucht, die die Internetrevolution in den Schatten stellen könnte. Der Börsengang vom Mittwoch liest sich wie eine erste Bestätigung dieser These. Sein wikifolio Roboter & Künstliche Intelligenz kombiniert zwei Ligen: etablierte Marktführer und aufstrebende Talente, die Geist als „Robotik@KI-Talente“ bezeichnet. Fünf bis 20 Positionen bilden das Portfolio, bewertet nach Technologiepotenzial, Alltagstauglichkeit und langfristiger Profitabilität. Die Zusammensetzung wird regelmäßig überprüft, Ein- und Ausstiege bestimmt neben der fundamentalen Einschätzung auch die Charttechnik. Dabei stützt sich Geist nicht allein auf seine Überzeugung, sondern lässt sich vom Markt selbst bestätigen. Aktuell ist er mit 14 Einzelaktien vollinvestiert. Reine Robotik-Hersteller sucht man darunter noch vergebens – stattdessen setzt er auf Unternehmen, die das Fundament liefern, auf dem der Trend erst entstehen kann: Sanmina, Celestica und TTM Technologies (Elektronik und Hardware-Fertiger), Lumentum Holdings (Sensoren & optische Komponenten), Ultra Clean Holdings und FormFactor (Halbleiter-Ausrüster & Komponenten). Seit Mai 2016 ergibt das +709%, im Schnitt +23,0% p.a.

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Algorithmus gegen Herdentrieb

Roboter ersetzen zunehmend menschliche Arbeit und das vernetzte Zuhause spart Energie – zwei Trends, die Manuel Bauer zur Grundlage seines wikifolios Robotics, Automation, Smart Home gemacht hat. Ein reiner Growth-Ansatz treibt die Strategie an, bewusst ohne Rücksicht auf klassische Bewertungsmaßstäbe. Viele der ausgewählten Unternehmen stehen nach seiner Einschätzung noch am Anfang ihrer Wachstumsphase, ein früher Einstieg kann sich da besonders auszahlen. Umgesetzt wird der Ansatz mit Aktien, ETFs und Anlagezertifikaten, der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig. Das Ganze wird von Bauers eigenen Handelssystemen unterfüttert: Seit Jahren programmiert er Algorithmen, die gezielt Herdenverhalten und Massenpsychologie ausnutzen sollen, eigene Emotionen bleiben dabei außen vor. Über 30 Jahre Markterfahrung, quer durch Dotcom-Blase und Finanzkrise, bilden das Fundament dieser Methodik. Mit 80 Positionen ist das wikifolio breit aufgestellt und weist auch echte Robotik-Spezialisten auf: FANUC, UBTECH Robotics, Intuitive Surgical, Kraken Robotics und AeroVironment. Dazu hat er sich noch zwei ETFs (5,8%) ins Portfolio gepackt. Die Cash-Reserve von 1,8% lässt allerdings zurzeit nicht mehr die ganz großen Sprünge zu. Seit Oktober 2014 stehen +423% zu Buche – annualisiert sind das glatte +15,0%.

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Mehrere Pferde im Stall

Stefan Lüpertz nennt sein wikifolio Robotic Automation 3D-Printing – und deckt damit ein weites Technologiefeld ab: Roboter, Automation, Künstliche Intelligenz, Virtual Reality und Smart Home, weltweit und ohne geografische Einschränkung. Für die Titelauswahl kombiniert er fundamentale Analyse mit ergänzenden Signalen wie Directors' Dealings und Aktienrückkaufprogrammen – Indikatoren dafür, wie sehr das Management selbst an das eigene Unternehmen glaubt. Neben Aktien kommen ausgewählte Fonds und ETFs zum Einsatz, der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig. Normalerweise bleibt die Cash-Quote unter 10%, in unsicheren Marktphasen kann sie aber vorübergehend steigen. Im Moment steht sie bei 14,8%, ein Reflex auf die unruhige Nachrichtenlage. Auch Lüpertz hat sich bereits mit „Robotern“ eingedeckt: FANUC, Yaskawa Denki, Intuitive Surgical, Kraken Robotics und mit ABB ein europäischer Gigant. Die insgesamt 39 Einzelaktien machen jedoch „nur“ 36,6% seines Kapitals aus. Mit ganzen 48,6% landen zwei ETFs zu den Themen Robotics & Automation in der Waagschale. Zwei klar erkennbare Beschleunigungsphasen zeigt der Kursverlauf – eine moderate Anfang 2025, eine deutlich steilere Anfang 2026 – ein Muster, das zur wachsenden Dynamik des gesamten Themenfelds passt. Im Jahresdurchschnitt legte das wikifolio um +12,7% zu, die Gesamtrendite seit April 2019 beläuft sich entsprechend auf +139%.

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Was kommt?

Das sollten Anleger in der nächsten Woche im Auge behalten: Der Dienstag kommender Berichtswoche bringt nach einem ruhigeren Montag wichtige Wirtschaftsdaten für Deutschland – neben dem BIP veröffentlicht das ifo-Institut die aktuelle Lagebeurteilung und die Aussichten des Geschäftsklimas. In den USA stehen die Schätzung der Beschäftigtenzahlen im Privatsektor und das Verbrauchervertrauen an. Am Mittwoch bleiben wir dann ganz in Nordamerika mit der Kernrate der persönlichen Konsumausgaben und der Entwicklung des persönlichen Einkommens. Am Donnerstag startet das legendäre Jackson Hole Symposium in Wyoming (USA), das schon für so manche Überraschung gut war. Der Freitag beschließt die Woche mit dem japanischen Verbraucherpreisindex und der vorläufigen Benchmark-Revision der US-Arbeitsmarktdaten.

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