Ein fester Betrag, monatlich investiert, umgeht das Timing-Problem auf nervenschonende Weise. Bei hohen Kursen werden weniger Anteile gekauft, bei niedrigen entsprechend mehr. So sinkt der durchschnittliche Einstiegspreis, ganz ohne Prognose – der Cost-Average-Effekt bei der Arbeit.
Aus Schwankung wird Rabatt
Viele wikifolios sind sogar sparplanfähig, wodurch sich der Effekt bequem und automatisiert nutzen lässt. Besonders wirkungsvoll arbeitet er bei den schwankungsfreudigen Portfolios, weil dort die Spanne zwischen teuren und günstigen Kaufzeitpunkten am größten ausfällt. Breite Streuung schützt zusätzlich vor einzelnen Fehlgriffen. Am Ende entscheidet nicht der perfekte Einstieg, sondern die Konsequenz, mit der investiert wird.
Eingebauter Notausgang
Michael Kranich durchsucht in seinem wikifolio Relative Stärke Dow-Nasdaq-Werte systematisch Dow Jones und Nasdaq 100 nach Titeln, die sich besser entwickeln als ihr jeweiliger Index. Die Messung erfolgt über einen selbst entwickelten Algorithmus. Weil auf diese Weise bis zu rund 65 Titel infrage kommen, fällt eine einzelne Neuposition entsprechend klein aus. Reicht die Trefferliste dagegen nicht aus, fließt der Rest in einen Dividenden-ETF. Vier Stimmungsindikatoren steuern zusätzlich die Grundausrichtung: die Relative Stärke des MSCI ACWI, jene der US-Leitindizes, der Gebert-Indikator sowie ein Rohstoff- und Energiepreissignal. Zeigen drei davon nach unten, verkauft Kranich konsequent alles und wechselt in einen ungehebelten Short-ETF auf den Dow Jones. Diese Hauptindikatoren prüft er wöchentlich, die Titelauswahl täglich. Stand heute ist das wikifolio quasi vollinvestiert. Seine 21 Einzelwerte sind unter anderem mit , , , und ziemlich Tech-lastig. Ein ETF auf den S&P 500 mit 3,5 % rundet das Portfolio ab. Bereits seit September 2017 verfolgt Kranich diesen Ansatz und kommt damit auf solide +14,1 % pro Jahr, was einer Gesamtrendite von +239,1 % entspricht. Die vergangenen zwölf Monate haben mit +65,6 % allerdings noch einmal eine ganz neue Dimension erreicht.
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Vom Gadget zum Alltagsgerät
Augmented Reality ist kein Nischenthema mehr, sondern arbeitet sich Schritt für Schritt in den Alltag vor. Dirk Althaus hat diesen Weg früh als Investmentthese erkannt. Sein wikifolio Augmented Reality Innovators fokussiert sich auf Unternehmen, die daran forschen, AR für Heimanwender zugänglich zu machen. Die Fundamentalanalyse mit dem Schwerpunkt Branchenbetrachtung bildet die Basis, ergänzt durch technische Indikatoren wie MACD und RSI. Gehandelt werden ausschließlich Aktien, der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig. Bei einer Jahresvolatilität von knapp 58 % zahlt sich die Sparplanfähigkeit hier besonders aus. Da wirkt nicht nur der Cost-Average-Effekt. Die Mechanik greift ausnehmend gut in Phasen, in denen menschliche Anwender zu euphorisch oder zu ängstlich sind, um das Richtige zu tun. Auch Althaus reitet die Hightech-Welle. , seine größte Position, hat am Mittwochabend einmal mehr starke Zahlen und einen zuversichtlichen Ausblick geliefert. Dazu kommen u.a. Micron Technology, , und . Zusammen machen die insgesamt elf Positionen rund 80 % des Portfolios aus, fast 20 % bleiben als Cash in der Kriegskasse und verschaffen ihm für den heißen Herbst reichlich Handlungsspielraum. Annualisiert stehen beachtliche +21,9 % zu Buche, seit der Auflegung im September 2018 summiert sich das auf +399 %.
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Vier Asse im Ärmel
Der Name ist Programm, auch wenn er mit Ziffern statt Buchstaben wie ein Insider-Scherz daherkommt: Dominik Rausch-Schott sucht in seinem wikifolio BUY L0W SELL H1GH nach unterbewerteten US-Aktien mit Schwerpunkt Technologie. Idealerweise liegt der Unternehmenswert deutlich über dem aktuellen Marktpreis. Maßgeblich sind die Fundamentaldaten und vor allem die Branchendynamik, kurzfristige Störgrößen blendet er bewusst aus. Nur die langfristige Annäherung an den fairen Wert zählt. Im Moment hält er lediglich vier Positionen, wobei allein über die Hälfte des Portfolios ausmacht. Nvidia, und komplettieren das schmale Bild. Eine derart geballte Wette erhöht die Schwankungsbreite naturgemäß erheblich. Dennoch spielt Diversifikation für ihn erkennbar eine untergeordnete Rolle. Spontane Zukäufe sind angesichts einer Cash-Quote von 0,5 % kein Thema. Sein letzter Trade datiert von Anfang Mai; das ist ein auffällig ruhiger Stil für ein so stark konzentriertes Portfolio. Die Ergebnisse sind aber nichts weniger als beeindruckend. Im Jahresdurchschnitt seit August 2019 legte das wikifolio um überragende +40,2 % zu – ein Gesamtplus von +1.005 %.
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Was kommt?
Die kommende Berichtswoche ist prall gefüllt. Sie startet am Montag mit dem deutschen Verbraucherpreisindex. Destatis liefert am Dienstag zudem die Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen. Für die Eurozone folgt taggleich deren harmonisierte Variante (HVPI) und in den USA gibt es den Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe. Jenseits des Atlantiks geht es am Mittwoch weiter. Dort steht der ADP-Beschäftigungsbericht an, gefolgt vom ISM-Index für den Dienstleistungssektor am Donnerstag. Zum Wochenschluss dürften dann noch die Einzelhandelszahlen der Eurozone und die durchschnittlichen US-Stundenlöhne von Interesse sein.
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