04.09.2017| Von: Andreas Kern |

 

Andreas Kern


Liebe Leser,

in unserer letzten Ausgabe schrieben wir, dass die Beobachter für das Jackson-Hole-Meeting der Notenbanker „keine bahnbrechenden Ankündigungen“ erwarteten. Tatsächlich blieben die Reden unspektakulär. Nicht einmal eine Überraschung, die naturgemäß nicht erwartet werden kann, gab es für die Märkte. Aus Sicht der Marktteilnehmer war „Jackson Hole 2017“ ein Non-Event. Wer allerdings erwartet hatte, dass die Nachrichtenlage deshalb weiter spätsommerlich flau bleiben werde, der sah sich am Dienstag eines Besseren bzw. eines Schlechteren belehrt.

  

Nordkoreas Spiel mit dem Feuer

Einmal mehr erschreckte der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un die Weltöffentlichkeit mit einem Raketentest. Das Geschoss flog über Japan hinweg ins Meer und das auch noch unangekündigt. Es folgten die Empörung Japans und die Verurteilung durch den Weltsicherheitsrat. Ein eingeübtes Ritual, das in der Vergangenheit wenig Eindruck auf Pjöngjang machte. Gerade weil sich US-Präsident Trump zuvor weit aus dem Fenster gelehnt hatte, wenn es darum ging, Kim Jong-un zu maßregeln, wird er nach dieser Provokation nicht um eine Reaktion herumkommen. Gestern ließ er demonstrativ den Norden Südkoreas mit Kampfbombern und -jets überfliegen. Das dürfte allerdings noch nicht die letzte Stufe der Eskalation gewesen sein. Die Märkte erwachten jedenfalls schon zwei Tage vor dem offiziellen Sommerende aus ihrer Lethargie – und gaben erst einmal nach. Dass Aktien verletzlich waren, kommentierte Trader „MSFinanceSupp“ vom wikifolio „Stockpicker and Cash“ bereits am Samstag davor: „Den Aktienbörsen geht immer wieder die Luft aus...die Bullenkräfte sind aktuell nicht besonders stark …“.

 

Die richtigen Entscheidungen

Eine regelrechte Vorahnung hatte Trader „permanentReturn“, dessen wikifolio „ProReturn“ ganz vorne in unserer Top-Rangliste mitspielt. Einen Rutsch des DAX unter die Marke von 11.900 Punkten hielt er zwar am Montag noch für eher unwahrscheinlich, „es sei denn irgendwelche Politiker können sich wieder nicht zurückhalten“. Und wie auf Kommando betrat, „der einzige Dicke in Nordkorea“ am Dienstag die Bühne. Die Fundamentaldaten für Europa und Deutschland hält „permanentReturn“ aktuell gar nicht für schlecht. Doch auch hier: „Echtes Risiko sehe ich momentan nur in der Politik.“

Für viele Trader inzwischen ein absolut leidiges Thema. Bei seinen Anlageentscheidungen stützt sich „permanentReturn“ übrigens zu 50% auf Fundamentaldaten, zu 40% auf Chartanalyse und hinsichtlich der nicht zu unterschätzenden letzten 10% auf den gesunden Menschenverstand – all dies vor dem Hintergrund jahrelanger Recherche. Seinem Anspruch ein „stetiges kontinuierliches Wachstum“ zu erzielen, wurde er jedenfalls bislang in geradezu vorbildlicher Weise gerecht.

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Sorgenkind TV

Weit über den „Raketen-Crash“ hinaus wurde am Dienstag die Aktie von ProSiebenSAT1 Media gebeutelt. Um mehr als 14% ging es nach unten, als die TV-Gruppe über einen anhaltend schwierigen Werbemarkt berichtete. Man muss sich nur anschauen, welche Unternehmen dort mit den immer gleichen Uralt-Spots werben, und man kann sich vorstellen, dass dafür nicht viel Geld in die Hand genommen wird. Auch fiel die Aktie schon im Vorfeld nicht gerade durch Relative Stärke auf. Der langjährige Aufwärtstrend hatte sich schon mehrfach aufgefächert und war bereits vor der Meldung in einen Abwärtstrend übergegangen. In den führenden wikifolios suchte man nach Long-Positionen in diesem Papier entsprechend vergeblich. Allerdings eignen sich Titel mit großen Kursschwankungen durchaus für kurzfristige Trades. Dazu ist es erforderlich, äußerst diszipliniert zu Werke zu gehen und insbesondere Verluste strikt zu begrenzen.

 

(Pro)Sieben auf einen Streich

Trader „carpediem7“ hat sich in seinem wikifolio „Carpe diem Aktientrading“ neben Swingtrades in fundamental unterbewerteten und renditestarken Aktien unter anderem das „Reboundtrading“ auf die Fahnen geschriebenen – also genau jene Situation, in der sich ProSieben nach dem Kurssturz befand. Insgesamt kaufte und verkaufte er an diesem Tag sieben(!) Mal Positionen in der Aktie – und schloss nicht eine davon mit Verlust!

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Das Portfolio vergolden

Ein Profiteur der neu aufflackernden Spannungen war dagegen Gold. Noch immer wird das gelbe Metall als der sichere Hafen wahrgenommen, wenn es in der Geopolitik und/oder an den Märkten zu Turbulenzen kommt. Unter dem Stichwort „Risk off“ werden Risikopapiere verkauft und die Anleger strömen ins Gold. Diesmal konnte dabei sogar erstmals wieder die Marke von 1.300 USD/Feinunze überwunden werden – nach zwei vergeblichen Anläufen im April und Juni.

 

Aller guten Dinge sind drei

Sollte der Trend anhalten, dann ist Trader „biegiand“ mit seinem wikifolio „Goldminen und Basisrohstoffwerte“ bestens positioniert. Sein Ansatz ist langfristig orientiert und antizyklisch, was eine interessante Möglichkeit zur Diversifizierung darstellt. „biegiand“ hatte übrigens bereits am 25.8. den dritten Anlauf auf die 1.300er Marke thematisiert und das Kursverhalten als Zeichen der Stärke bewertet: „Gold konsolidiert auf hohem Niveau knapp unter 1.290 $ und macht den Rücksetzer nicht, den ich erwartet habe.“

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Was kommt?

Das sollten Anleger diese Woche im Auge behalten

Am kommenden Donnerstag entscheidet dann die EZB über den Leitzins (aktuell: 0,0%) und den Einlagenzins für Banken (aktuell: -0,4%).

 

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