23.10.2017| Von: Andreas Kern |

 

Portrait Andreas Kern


Liebe Leser,

just während die Börsen in Europa und den USA in immer neuen Allzeithochs schwelgen, jährte sich am Donnerstag jener schicksalshafte 19. Oktober zum dreißigsten Mal, an dem es im Jahre 1987 zu einem veritablen Börsenkrach kam. Naturgemäß gehört ein solches Datum in Börsianerkreisen nicht zu jenen Jubiläen, denen man Feierstunden widmet bei denen Häppchen gereicht werden. Im Gegenteil: In den Jahren nach dem Krach näherte man sich diesem Datum immer mit einem leicht mulmigen Gefühl. Auch fehlte es in den Folgejahren nie an Untergangspropheten, die für diesen Tag den endgültigen Niedergang der Wall Street prognostizierten. So glimpflich wie mit dem 1987er Tagesverlust von 508 Punkten, der beim damaligen Niveau einem Minus von satten 22,6% entsprach, werde man nicht noch einmal davonkommen, so der damalige Tenor.

  

 nicht wegschauen!

Nicht auf Dauer wegbleiben!

Ein kurzer Blick auf den Dow Jones Index zeigt, dass es anders kam: Das Tagestief vom 19.10.1987, das bei 1.677 Punkten lag, wurde genau noch einmal unterboten – am Folgetag. Am vergangenen Mittwoch erreichte der Dow Jones Industrial Average dagegen mit 23.172,93 Punkten ein neues Allzeithoch und schloss nur knapp darunter. Dazwischen liegt in etwa der Faktor 14, wobei Dividenden in diesem reinen Kursindex noch nicht einmal berücksichtigt sind. Wer in den zurückliegenden 30 Jahren also auf den „unvermeidlichen“ Zusammenbruch des amerikanischen Aktienmarktes gesetzt hatte, der hat so einiges verpasst. Und er hat die Rechnung ohne den Wirt in Form der US-Notenbank Fed gemacht, die seit der Großen Depression der 1930er Jahre Gewehr bei Fuß steht, falls Not am Mann ist und dringend frisches Geld benötigt wird. Wie lange das noch gut gehen wird, steht zwar auf einem anderen Blatt, nach aller historischer Erfahrung war man jedoch stets gut beraten, dem Aktienmarkt keinesfalls dauerhaft den Rücken zu kehren, besonders, wenn die eigene Meinung mal wieder extrem negativ war.

Schatten der Vergangenheit

Wenn hier allerdings von „dem Aktienmarkt“ die Rede ist, dann ist das nicht ganz richtig. Denn ein Blue-Chip-Index wie der Dow Jones ist ein nicht ganz repräsentativer Ausschnitt aus der Gesamtheit der gehandelten Aktien. Die Aufnahmekriterien – im Wesentlichen die Unternehmensgröße – kann man auch als eine Art mechanisches Handelssystem interpretieren, das stets nur in die 30 größten und mutmaßlich erfolgreichsten Unternehmen des Landes investiert. Aber selbst diese langfristig äußerst erfolgreiche „Strategie“ erleidet temporäre Rückschläge wie Aktien-Crashs. Gestern schienen die langen Schatten des 19. Oktober erneut ein wenig nach den Aktien zu greifen. Interessanterweise ist dieser Einbruch in einem Moment erfolgt, als noch kaum einer der heute aktiven Trader an diesen denkwürdigen Tag dachte. Ein nicht ganz freundlicher, aber äußerst lehrreicher Gruß aus der Vergangenheit.

Diversifikation und Verlustbegrenzung

Angesichts der Niveaus auf denen sich die Märkte bewegen, haben wir uns an dieser Stelle schon mehrfach die Frage gestellt, wie Trader mit allfälligen Kursrückgängen umgehen. In den Bereich der Prävention gehören hier die Mischung und Streuung in möglichst gering oder gar negativ korrelierte Anlagen – unterschiedliche Branchen und unterschiedliche Länder sind hier ebenso zu nennen, wie die Strategie, Einzelpositionen im Verhältnis zum gesamten wikifolio nicht übermäßig groß werden zu lassen.

Aktien-Werte und Trading

Das A und O ist natürlich die Verlustbegrenzung, wobei allfällige Verluste in einem sinnvollen Verhältnis zu den erzielten Gewinnen stehen sollen. Bei wem dies in der Vergangenheit der Fall war, der erhält die begehrte Blaue Auszeichnung „Guter Money Manager“. Das ist beispielsweise bei Trader „Rogall“ mit seinem wikifolio „Aktien-Werte und Trading“ der Fall. Aktuell enthält das wikifolio 17 Aktienpositionen, wobei die Bandbreite vom Fintech-Unternehmen bis zum Baustoffhersteller reicht – echte Diversifikation eben.

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Cash – der King bei Ebbe

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass sich in starken Abwärtsphasen auch Ansteckungseffekte zwischen Titeln ergeben, die im realen Leben herzlich wenig miteinander zu tun haben. Der Diversifikationseffekt schwindet also just in jener Phase, in der man ihn am nötigsten bräuchte. Während man durchaus ein Fragezeichen hinter der alten Börsenweisheit setzen kann, wonach die Flut alle Boote hebe – hier ist regelmäßig eine gute Titelselektion der entscheidende Erfolgsfaktor –, bringt die Ebbe aber fast alle Boote zuverlässig auf Grund.

Stockpicker und Cash

Die Lösung ist an dieser Stelle der Aufbau der Cash-Position, deren Wert naturgemäß mit keiner Börsenbewegung korreliert ist. Trader „MSFinanceSupp“ hat auf diese Weise einiges an Pulver trocken gehalten. In seinem wikifolio „Stockpicker und Cash“ liegt die Barquote zurzeit bei satten 31%. Dass Vorsicht mitunter der bessere Teil des Mutes ist und sich diese Herangehensweise in der Vergangenheit bewährt hat, ist auch hier an der Auszeichnung „Guter Money Manager“ und an einem Risiko-Faktor von nur 0,74 abzulesen. Werte unter dem Wert 1 signalisieren, dass das Kursschwankungsrisiko unter dem Risiko einer durchschnittlichen Eurostoxx-50-Aktie liegt.

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Steigen, wenn der DAX fällt

Die „Königsklasse“ bei fallenden Kursen ist die Spekulation à la Baisse. Tradern, die über das komplette Instrumentarium verfügen, in den von ihnen verfolgten Basiswerten sowohl long als auch short zu gehen, muss vor fallenden Kursen nicht bange sein. Wer nun glaubt, dass derartige Ansätze zwangsläufig die Verwendung von Hebelzertifikaten notwendig machen, der sollte sich einmal das wikifolio „Bonuszertifikate-Werte offensiv“ von Trader „Bonusfreund“ ansehen.

Bonuszertifikate-Werte offensiv

Sein Anlageuniversum sind Bonuszertifikate und Reversebonuszertifikate, mit denen er sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen kann. Als der DAX nach seinem Allzeithoch vom Vortag gestern plötzlich zur Schwäche neigte, erwarb der „Bonusfreund“ ein entsprechendes Reverse-Zertifikat auf den deutschen Blue-Chip-Index und profitierte damit vom Kursrückgang. Auch dieser Trader führt übrigens die Auszeichnung „Guter Money Manager“.

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Was kommt?

Das sollten Anleger in der kommenden Woche im Auge behalten

Am Donnerstag stehen die EZB-Leitzinsentscheidungen inklusive Statement von Mario Draghi und anschließender Pressekonferenz an.

 

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