Cannabis-Aktien: Wer profitiert von den deutschen Legalisierungs-Plänen?

Die deutsche Ampelkoalition plant die Legalisierung von Cannabis. Wir haben Top-Trader gefragt, wer davon profitiert.

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Quelle: pexels.com, Cannafornia

Relativ unscheinbar findet sich auf Seite 87 des Koalitionsvertrages der neuen deutschen Bundesregierung der Satz: „Wir führen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften ein.“ Was das für die Cannabis-Branche bedeutet, haben wir bei mit der Materie vertrauten Top-Tradern nachgefragt.

Cannabis-Aktien: Jetzt kaufen?

Wer angesichts der anstehenden Cannabislegalisierung in Deutschland auf schnelle Kursgewinne hofft, könnte bald enttäuscht werden. Der legale Cannabis-Markt wird vorrangig von international tätigen kanadischen und US-amerikanischen Unternehmen beherrscht. Die - laut Schätzungen des deutschen Hanfverbandes – rund vier Millionen Menschen, welche in Deutschland derzeit zumindest gelegentlich Cannabis konsumieren, fallen darum nicht so stark ins Gewicht. Viel bedeutender ist dafür die längst nicht mehr abzustreitende weltweite Legalisierungswelle.

Alexander Prier (GutVerdienen) warnt darum vor hastigen Trades und empfiehlt einen langfristigen Anlagehorizont: „Kurzfristig auf starke Kursgewinne zu spekulieren ist riskant, denn die Kurse sind hochvolatil, häufig noch in Abwärtstrends und werden in Amerika gemacht. Langfristig gesehen sind Cannabis-Aktien aber sehr interessant. Zum einen durch die stark zurückgekommenen Kurse, zum anderen durch die Legalisierungswelle, die nun gottseidank auch in Deutschland angekommen ist.“ In Priers eigenem wikifolio HIGH HEALTH Cannabis Blockchain setzt der erfahrene Trader auf das Kurs-Potential des vielbesungenen Rausch- und Genussmittels.

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cde

Kennzahlen

  • +17,9 %
    seit 05.11.2020
  • -26,8 %
    1 Jahr
  • -
    Risiko-Faktor
  • EUR 65.418,26
    investiertes Kapital

Auch Top-Trader Richard Dobetsberger (Ritschy) glaubt an die langfristigen Chancen: „Ich denke Cannabis und Aktien vertreibender Unternehmen könnten große Gewinner in den nächsten Jahren werden. Es entsteht hier eine komplett neue Branche, bzw. besser, eine komplette Branche wird legalisiert.“ Die Bedeutung des neu entstehenden deutschen Marktes schätzt Dobetsberger ebenfalls eher als gering ein, sehr wohl relevant hält er jedoch das damit gesendete Signal: „Es könnte ein globaler Dominoeffekt entstehen. Man sollte die Vorbildwirkung von Deutschland nicht unterschätzen.“

Cannabis-Aktien: Die internationalen Big Player

Stellt man sich die Frage, wer von der deutschen Cannabis-Legalisierung profitiert, stößt man schnell auf zwei international bekannte Namen: Tilray und Canopy Growth.

Trader Christian Scheid (Scheid) erklärt: „Die deutsche Tochter der kanadischen Firma Aphria, die inzwischen mit Tilray fusioniert hat, ist eines der drei Unternehmen, die im Rahmen eines europäischen Auswahlverfahrens durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte den Zuschlag für den Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke in Deutschland erhalten haben. Canopy Growth wiederum ist über die Marke Spectrum Therapeutics in Deutschland vertreten.“ Die Aktien von Canopy und Tilray hält Scheid selbst in seinem wikifolio Special Situations.

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cde

Kennzahlen

  • +288,4 %
    seit 12.09.2012
  • -3,1 %
    1 Jahr
  • 0,63×
    Risiko-Faktor
  • EUR 1.427.502,32
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: +17,3 %

Vor einem übereilten Einstieg warnt der Trader allerdings: „Diese Titel leiden aktuell noch unter den enormen Überkapazitäten auf dem nordamerikanischen Markt. Der Einfluss des deutschen Marktes auf das Geschäft ist noch zu gering. Wenn der Markt eines Tages dreht, dürften die beiden Konzerne aber zu den großen Gewinnern gehören. Wer langfristig orientiert ist, kann hier über den Einstieg nachdenken.“

Von Tilrays Potential ist auch Dobetsberger überzeugt: „Langfristig ist Tilray aufgrund der aggressiven Expansionspolitik für mich sehr spannend. Wenn die Strategie aufgeht, könnte ein globaler Cannabis-Player gerade im Entstehen sein.“ Eine Chance, die sich Dobertsberger nicht entgehen lassen möchte. Die Tilray-Aktie findet sich darum derzeit in seinem wikifolio FuTecUS.

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Chart

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cde

Kennzahlen

  • +1.076,5 %
    seit 31.07.2012
  • 0,0 %
    1 Jahr
  • 0,71×
    Risiko-Faktor
  • EUR 6.016.437,36
    investiertes Kapital
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Cannabis-Aktien: Die deutschen Pioniere

Neben den internationalen Großkonzernen gibt es auch deutsche Unternehmen, die am Cannabis-Markt mitmischen. Diese sind allerdings spärlich gesät.

Scheid nennt seine beiden Favoriten: „ Synbiotic und Cannovum. Synbiotic sieht sich als größte börsengelistete Unternehmensgruppe Europas im Hanf- und Cannabis-Sektor und verfolgt eine auf die EU fokussierte Buy & Build-Investmentstrategie. Die Unternehmensgruppe umfasst die gesamte Wertschöpfungskette vom Anbau über die Produktion bis hin zum Handel – ‚vom Feld ins Regal‘ lautet das Motto.“ Cannovum verfolgt eine andere Strategie: „Cannovum fokussiert sich auf den Import von hochqualitativen cannabinoiden Ausgangsstoffen, medizinisch-wissenschaftliche Aufklärung und den flächendeckenden Vertrieb für einen vereinfachten und gerechten Zugang zu cannabis-basierten Therapien.“

Vor einem Aktien-Kauf warnt Scheid jedoch angesichts der zurückgelegten Rally beider Papiere: „Die Aktienkurse von Synbiotic und Cannovum haben bereits stark reagiert und seit Bekanntwerden des Koalitionsvertrags in der Spitze um mehr als 50 Prozent (Cannovum) bzw. sogar um mehr als 100 Prozent (Synbiotic) zugelegt. In den Kursen stecken damit schon recht hohe Erwartungen, die erst einmal erfüllt werden müssen. Ich sehe beide Titel erst nach einer Korrektur wieder als Kauf.“

Ein weiteres deutsches Unternehmen mit Cannabis-Bezug nennt Prier: „ Nynomic ist international führender Hersteller von Produkten zur berührungslosen, optischen Messtechnik. Die Produkte basieren auf einer intelligenten Sensorik mit einem breiten Anwendungsbereich." Mit dem Messgerät ‚Purpl PRO‘ analysiert das Unternehmen die Zusammensetzung von Cannabis. Prier sieht hier großes Potenzial: "Der mangelhafte Reinheitsgrad war ein Hauptgrund für die Legalisierung und wird eine große Rolle spielen.“


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