FRANKFURT (dpa-AFX) - Dem deutschen Aktienmarkt fehlen am Mittwoch vor der Sitzung der US-Notenbank Fed am Abend weiter Impulse für eine breite Aufwärtsbewegung. Eine Stunde vor dem Xetra-Start signalisierte der X-Dax für den Dax ein Plus von 0,03 Prozent bei 24.903 Punkten. Tags zuvor war der deutsche Leitindex zeitweise auf 25.020 Punkte gestiegen, dann aber wieder abgedreht. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird am Mittwochmorgen ebenfalls kaum verändert erwartet.
Die US-Notenbank wird am Abend den Leitzins aus Sicht von Experten nicht weiter senken. Im Dezember hatte sie den Zins noch um 0,25 Prozentpunkte reduziert, im vergangenen Jahr um insgesamt 0,75 Punkte. Begründet wurden die Senkungen auch mit einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt.
Im Blick der Finanzmärkte steht aber vor allem der Kampf um die Unabhängigkeit der Fed im Zuge des anstehenden Führungswechsels. US-Präsident Donald Trump übt seit Monaten starken Druck auf Fed-Chef Jerome Powell aus. Zuletzt eskalierte der Konflikt mit der Einleitung rechtlicher Maßnahmen gegen Powell, dessen Amtszeit im Mai ausläuft. Die heftigen Attacken Trumps und seine geforderten Leitzinssenkungen sorgten für Verunsicherung an den Finanzmärkten. "Der Fed kommt die schon länger absehbare Pause bei den Zinssenkungen daher wohl gelegen, da sie mit ihr ihre Unabhängigkeit demonstrieren kann", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.
Aus Unternehmenssicht steht am Mittwoch der Chipindustrieausrüster ASML im Fokus, der Zahlen für 2025 vorlegte und einen optimistischen Ausblick für 2026 lieferte. Der Konzern profitiert weiterhin stark vom KI-Boom. Das trieb vorbörslich auf am deutschen Aktienmarkt Halbleiterwerte wie Infineon, Aixtron und Suss Microtec an.
Im Mittelpunkt des Interesses stehen zudem die Aktien von Wacker Chemie (Im Portfolio von Stephan Bauer+116,7 %), die vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um fast 5 Prozent absackten. Das schwierige Konjunkturumfeld brockte dem Spezialchemie-Unternehmen 2025 einen Rückgang des operativen Ergebnisses (Ebitda) von 42 Prozent ein. Der Umsatz sank um 4 Prozent. Experten hatten im Durchschnitt in etwa so viel Umsatz erwartet, sich beim operativen Ergebnis aber mehr erhofft.
JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi sprach in einer ersten Reaktion von einem insgesamt sehr schwachen Zahlenwerk. Zusätzlicher Gegenwind könnte durch mögliche Lagerabbauprozesse in der Wertschöpfungskette für Halbleuter-Polysilizium entstehen. Die Gewinnaussichten von Wacker Chemie blieben aufgrund struktureller und konjunktureller Faktoren schwierig. Diese Herausforderungen seien in der aktuellen Bewertung noch nicht vollständig berücksichtigt. Deshalb bleibt er für die Aktie negativ gestimmt.
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