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30.03.2017| Von: Andreas Kern |

Nach Wirecard und Ströer ist mit Aurelius nun das dritte in Deutschland börsennotierte Unternehmen Opfer von Angriffen durch Leerverkäufer geworden. Die Aktie verlor innerhalb von nur zwei Tagen in der Spitze fast 50 Prozent an Wert. Die hierzulande bis dahin noch nicht groß in Erscheinung getretene Firma Gotham City Research hatte behauptet, dass die Beteiligungsgesellschaft massiv überbewertet sei. Weil die Aktie deshalb im Vorfeld der Meldung leerverkauft wurde, machte das Unternehmen im Zuge des Kursrutsches wahrscheinlich einen dicken Gewinn. Ob an den Vorwürfen irgendetwas dran ist, steht derweil in den Sternen. Wirtschaftsprüfer hatten an den Bilanzen bislang nichts bemängelt und mehrere Analysten empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf. Das Unternehmen selbst hat gestern noch einmal seine vorläufigen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr bestätigt und einen optimistischen Ausblick auf 2017 gegeben. Bei wikifolio.com schoss die bis dahin eher selten im Fokus stehende Aurelius-Aktie zu dem mit weitem Abstand am häufigsten gehandelten Wert auf. Die meisten Trader nutzen die gefallenen Kurse dabei zum Einstieg.

Nach zwei Gewinn-Trades schon wieder auf der Käuferseite

Hans Zenger („hzenger“) hatte die Aktie zunächst am Dienstagmittag nahe des Tagestief in sein wikifolio „Deutscher Mittelstand“ aufgenommen, um die Position 1,5 Stunden später komplett aufzulösen. Dabei erzielte er die ersten Gewinne: „Die Aktie der Aurelius AG bricht wegen einer Shortattacke streckenweise um 30% ein. Wir waren hier nicht in Aurelius investiert, da mir die Aktie zu weit vom selbst bestimmten NAV davongaloppiert schien. Um die Mittagszeit bot sich jedoch ein kleiner Rebound-Trade an, der erfolgreich mit 10-15% Plus geschlossen werden konnte“. Von gestern Nachmittag bis heute Morgen gelangen ihm bei einem weiteren Trade dann noch einmal Pluszeichen zwischen 3 und 8 Prozent. Mittlerweile ist die Aktie von ihren Tageshochs wieder deutlich zurückgekommen, was der Trader momentan erneut zum Aufbau einer Position nutzt. Das Mitte 2013 gestartete wikifolio hat sich bei einem Maximalverlust von nur gut 19 Prozent mehr als verdreifacht. Das ebenfalls auf Allzeithoch notierende wikifolio-Zertifikat kommt seit August 2014 auf ein Plus von 120 Prozent.

Optimistisch trotz dicker Buchverluste

Der auch sehr aktive Michael Flender („Goldesel-Trading“) hatte bereits am Dienstagmorgen damit begonnen, bei Aurelius eine Position in seinem wikifolio „Goldesel Trading“ aufzubauen. Er startete bei Kursen von 62 Euro und schloss den Einkauf bei unter 40 Euro ab. Obwohl der Trader zwischenzeitlich kleine Gewinne mitnehmen konnte, liegt er bei der mit gut 10 Prozent gewichteten Aktie aktuell mit über 20 Prozent im Minus. Große Sorgen bereitet ihm das aber noch nicht. In einem seiner zahlreichen Kommentare zu der Aktie schreibt er: „Bezeichnend ist vor allem, dass der Hedgefonds keinerlei Kontakt mit Aurelius aufgenommen hatte, um etwaige Ungereimtheiten zu klären. Das einzige Interesse war hier für Panik zu sorgen und so mit der Shortposition massiv Geld zu verdienen. Ich werde hier jetzt einige Tage/Wochen long bleiben, denn ich denke wir sehen hier wieder Erholung bis mindestens 57-60€“. Trotz des aktuellen Rückschlags kommt das im Oktober 2013 eröffnete wikifolio immer noch auf eine Performance von 144 Prozent. Bei einem überschaubaren Maximum Drawdown von nur 14 Prozent liegt das im Mai 2014 emittierte wikifolio-Zertifikat 59 Prozent vorne.

10 Aktien mit den meisten Trades (23.03-30.03.2017)

Name ISIN All Buys Sells
Aurelius DE000A0JK2A8 2598 2056 542
Deutsche Bank DE0005140008 465 271 194
Commerzbank DE000CBK1001 407 228 179
Infineon DE0006231004 385 253 132
Lufthansa DE0008232125 321 181 140
UTDI DE0005089031 294 145 149
Stada DE0007251803 275 180 95
Daimler DE0007100000 272 139 133
ThyssenKr DE0007500001 238 131 107
Leoni DE0005408884 228 116 112

Basis: alle investierbaren wikifolios

Alle wikifolios mit Aurelius (ISIN: DE000A0JK2A8) im Depot.

 

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