Warum Top-Trader mit Warren Buffett nicht viel gemeinsam haben

Warren Buffett ist mit 90 Jahren der älteste CEO eines großen US-Unternehmens. Er leitet Berkshire Hathaway seit 1965 und ist unbestritten einer der erfolgreichsten Investoren überhaupt.

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Quelle: Mathieu Stern, unsplash.com

Als Nachweis für den Erfolg des Altmeisters kann unter anderem die Entwicklung der Berkshire -Aktie dienen. Sie hat den US-Aktienmarkt auf lange Sicht in beeindruckender Manier geschlagen. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Kurs der Aktie versechsfacht, der S&P 500 konnte derweil im gleichen Zeitraum lediglich um 260 Prozent zulegen.

Auch kurzfristig stimmt die Performance: Konjunkturabhängige Industrie- und Finanzwerte, auf die das Orakel von Omaha traditionell bevorzugt setzt, haben zuletzt aufgeholt und damit auch die Berkshire-Aktie angetrieben.

Apple und sonst nichts

Gerade letzteres sorgt trotz des langjährigen Erfolgs aber immer mal wieder für Kritik: Denn auf die Highflyer der letzten Jahre, die Technologie-Aktien, verzichtet die Berkshire-Führung fast gänzlich. Mit einer Ausnahme: Apple ist einer der Eckpfeiler des Geschäfts. Die Beteiligung an dem iPhone-Konzern kommt auf einen Marktwert von rund 115 Milliarden US-Dollar. Wichtiger sind laut Buffett nur das Versicherungsgeschäft mit der Marke Geico und die Eisenbahn-Sparte rund um Burlington Northern Santa Fe. Auf Platz vier folgt die Versorger-Sparte Berkshire Hathaway Energy, die von Greg Abel geleitet wird. Er wird Buffett als Berkshire-CEO nachfolgen. Wann das sein wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Es brauchte in der Vergangenheit also nicht unbedingt Technologie-Aktien, um an der Börse erfolgreich zu sein. Auch Diversifikation ist nicht unbedingt erforderlich – zumindest wenn man, wie Buffett selbst sagt, weiß, was man tut. Entsprechend steckten zuletzt auch 75 Prozent des Berkshire-Portfolios, das insgesamt einen Wert von rund 300 Milliarden Dollar umfasst, in nur fünf Aktien.

Die Top-Holdings von Berkshire Hathaway

# Unternehmen Depotanteil Anzahl Top-wikifolios, in denen die Aktie inkl. ist vertreten (ua.) in 
1 Apple 40,07% 77

firstclass stock picking

2 Bank of America 14,45% 1 bankerbanks
3 American Express 7,92% 3 Solides Wachstum
4 Coca-Cola 7,79% 12 Top Global Brands
5 Kraft Heinz 4,81% 6 Minus Sinus Value Select

Finanztitel? Nein, danke.

Was die Top-Trader auf wikifolio.com mit Buffett gemeinsam haben? Abgesehen davon, dass viele den Regeln des Value-Investing folgen, die Buffett und sein Partner Charles Munger vorleben, ist es nur noch die Vorliebe für Apple, die sie eint. Buffetts weitere Holdings spielen auf wikifolio.com so gut wie keine Rolle. Das kommt insofern nicht überraschend, da der Fokus der wikifolio-Trader auf Technologie-Werten und deutschen Nebenwerten liegt. Beides sind nicht gerade Steckenpferde von Buffett.

Stattdessen zählen zu seinen Top-Holdings die Bank of America, American Express, Coca-Cola oder auch Kraft Heinz – diese vier Aktien sind insgesamt in nur 22 wikifolios vertreten, in deren zugehörigen Zertifikaten jeweils zumindest 100.000 Euro investiert sind. Beliebter als die Depotwerte Berkshires ist die Berkshire-Aktie selbst. Sie alleine steckt bereits in 24 von 570 Top-wikifolios.

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Das Wohlfühl-Depot ist eine Frage der Strategie ...

Dazu zählt auch das wikifolio firstclass stock picking von Stephan Edenhofer ( firstclass ). Mit Buffetts Depot würde sich Edenhofer nach eigener Aussage aber nicht wohlfühlen: „Nach meinem Maßstab ist eine Diversifikation sowie eine Ausrichtung auf zukünftige Technologien und Sektoren – ausgenommen einige Apple-Geschäftsfelder – nur wenig vorhanden.“ Auf beide Punkte legt Edenhofer in seinem wikifolio aber viel Wert: „Die Vorgehensweisen sind zu unterschiedlich“, summiert der Trader.

An Respekt vor dem Guru mangelt es Edenhofer deshalb aber natürlich nicht: „Buffett beweist seit Jahrzehnten, wie man an der Börse richtig Geld verdient. Deshalb traue ich mir die Einschätzung nicht zu, dass er das mit seinen Investitionen nicht weiterhin schafft.“ Derart erklärt sich auch, warum die Berkshire-Aktie in Edenhofers wikifolio vertreten ist: „Bei Warren Buffett kann jedes Depot, egal wie nachvollziehbar in seiner Strategie, funktionieren. Deshalb halte ich die Aktie auch in meinem wikifolio.“ Daran dürfte sich auch nichts ändern, wenn die Ära Buffett bei Berkshire zu Ende geht und Greg Abel das Ruder übernimmt: „Die Denk- und Vorgehensweisen von Warren Buffett stecken in der Berkshire-Aktie. Das wird auch zukünftig so bleiben. Seine wichtigsten Manager sorgen seit vielen Jahren dafür, dass dies so umgesetzt wird. Das gilt besonders für den designierten Nachfolger Greg Abel“, erklärt Edenhofer. Mit einer anhaltenden Verunsicherung der Aktionäre rechnet der Trader nicht: „Berkshire Hathaway wird seinen Platz unter ‚den Großen‘ behalten. Kurzfristige Turbulenzen kann es geben. Das kann aber auch Aktienrückkaufchancen für das Management bedeuten.“

Chart

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cde

Kennzahlen

  • +88,8 %
    seit 01.01.2019
  • +32,7 %
    1 Jahr
  • 0,85×
    Risiko-Faktor
  • EUR 817.428,50
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: 29,1 Prozent

… und der Flexibilität

Auch die Vermögensverwalter von Albrech & Cie ( AlbrechCieAG ) verfolgen in ihrem wikifolio Top Global Brands eine gänzlich andere Strategie als Buffett. Martin Fischbach betont: „Aufgrund des Track-Records des Altmeisters wird man sich mit dem Berkshire-Depot nicht unbedingt schlecht fühlen müssen. Noch besser fühlen wir uns aber mit unserer Vorgehensweise. Diese führt zu einem Portfolio, das einerseits systematisch strukturiert und breit diversifiziert ist und andererseits eine gewisse Flexibilität ermöglicht.“ Eine Flexibilität, über die das Berkshire-Management aufgrund der schieren Größe der zu verwaltenden Summen sicherlich nicht verfügt. Fischbach erklärt: „Apple befindet sich unter anderem auch deshalb so hoch gewichtet in Berkshires Portfolio, weil man das Ausmaß an vorgehaltener Liquidität bei mittelgroßen Unternehmen kaum mehr unterbringen kann. Buffett selbst sagte einmal, dass eine zu große Geldbörse der Feind guter Renditen sei.“

Chart

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cde

Kennzahlen

  • +187,5 %
    seit 31.03.2014
  • +30,3 %
    1 Jahr
  • 0,63×
    Risiko-Faktor
  • EUR 1.683.528,06
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: 15,3 Prozent

Wie der Aktienmarkt auf den Abgang von Buffett an der Berkshire-Spitze im Detail reagieren wird, sei schwer vorherzusagen, weiß Fischbach. Aber: „Was bei nüchterner Betrachtung gegen einen Absturz der Aktie spricht, ist, dass Buffett und Munger auch heute nicht allein über die Anlagestrategie von Berkshire bestimmen. Insbesondere die erfolgreichen Investments der letzten Jahre sollen dem Vernehmen nach eher auf die Mitarbeiter der zweiten Reihe, Ted Weschler und Todd Combs, zurückzuführen sein.“

Die Experten von Albrech & Cie zählen zu den wenigen Top-Tradern auf wikifolio.com, die neben Apple noch eine andere Aktie im wikifolio halten, auf die auch die Führungsriege von Berkshire Hathaway zurückgreift: Coca-Cola . Fischbach erkärt, warum die Coke im Depot nicht fehlen darf: „Top Global Brands baut auf Unternehmen, die entweder über große, starke Marken oder aber Marken mit großem Markenwertwachstum verfügen. Darüber hinaus interessiert uns unter anderem, wie stark eine Marke den Kunden bindet, also wie wahrscheinlich es ist, dass der Kunde ein Produkt dieser Marke erneut konsumiert.“ Laut dem Vermögensverwalter erfüllt Coca-Cola alle der genannten Kriterien: „Sie ist das bekannteste Brausegetränk der Welt, erfreut sich trotzdem noch eines erstaunlichen Markenwertwachstums und es gibt wohl nur wenige Menschen auf dieser Welt, die die Frage Coca-Cola oder Pepsi nicht eindeutig zu Gunsten einer der beiden Kandidaten beantworten würden.“ Das Fazit: „Solange das Unternehmen keine dramatischen negativen Schlagzeilen produziert und wir nicht 30 bis 40 Unternehmen finden, die Coca-Cola unter zuvor genannten Markengesichtspunkten ausstechen, wird Coca-Cola fester Bestandteil des wikifolios Top Global Brands bleiben.“

In der Denkweise gibt es, wie Fischbach anmerkt, auch Parallelen zu Buffett: „Der von ihm bevorzugte Burggraben und die Preissetzungsmacht, jeweils durch die starke Marke abgesichert, finden sich beides bei Coca-Cola wieder.“ Am Ende muss aber ohnehin nur die Performance stimmen. Und die lässt sich, wie die wikifolio-Trader beweisen, mit den unterschiedlichsten Depots erzielen.


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