23.01.2015| Von: Andreas Kern |

„Mario Draghi hat geliefert“ ist in den Finanzmedien wahrscheinlich der am häufigsten geschriebene Satz der vergangenen 24 Stunden. Nachdem zur Wochenmitte bereits erste konkrete Gerüchte über den Umfang des Wertpapierkaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) verbreitet wurden, übertrafen die tatsächlichen Maßnahmen selbst die optimistischsten Prognosen.

Von kommendem März an werden die Zentralbanken der Eurozone voraussichtlich bis September 2016 jeden Monat Anleihen im Volumen von 60 Milliarden Euro kaufen. Ziel dieses Programms ist, die drohende Phase einer langwierigen Deflation zu verhindern und die Teuerungsrate langsam aber sicher wieder in Richtung des mittelfristigen EZB-Inflationsziels von knapp zwei Prozent zu bringen. Ähnliche Versuche hat in den vergangenen Jahren bereits die US-Notenbank unternommen und auch die Japaner pumpen zurzeit massiv Geld in die Märkte. Ob die Ziele damit tatsächlich erreicht werden, wird von vielen Experten bezweifelt. Davon unabhängig freuen sich die Anleger über steigende Kurse an den Renten- und Aktienmärkten. Denn je mehr Geld im Umlauf ist, desto stärker ist auch der Anlagebedarf, was zu einer erhöhten Nachfrage führen sollte. Schon in den vergangenen Jahren war genau das wahrscheinlich die Haupttriebfeder der anhaltenden Hausse bei Aktien und Anleihen.

Die meisten Trader bei wikifolio.com freuen sich über die steigenden Kurse natürlich. Vor allem der Höhenflug bei den stark gewichteten deutschen Aktien sorgt für gute Laune. Im Einklang mit dem DAX kletterten auch zahlreiche wikifolios zum Wochenschluss auf neue Allzeithochs. Das mit Abstand beliebteste Trading-Objekt bleibt jedoch der deutsche Leitindex selbst. Blickt man auf die Produkte mit den meisten Trades der vergangenen Woche, dann beziehen sich die ersten 17 Positionen allesamt auf die Entwicklung des DAX. Sehr risikofreudige Trader nutzen dabei Knock-out-Scheine mit hohen zweistelligen Hebeln, die im Erfolgsfall schon bei kleinsten Kursbewegungen große Gewinne ermöglichen. Die Risiken solcher Produkte sind aber immens. Ein hoher Hebel bedeutet nämlich automatisch immer einen geringen Risikopuffer zur Knock-out-Marke.

Gerade bei den momentan so starken Schwankungen kann das unangenehme Folgen nach sich ziehen. So ist der DAX seit der EZB-Sitzung am Donnerstagnachmittag zwar um 400 Punkte auf rund 10700 Punkte gestiegen. Während der Presskonferenz von Mario Draghi ging es kurzfristig aber auch mal um 160 Punkte bergab. DAX-Scheine mit einer zu eng am Markt liegenden Knock-out-Schwelle können in solchen Phasen schnell mal ausgeknockt werden, so dass die Trader dann von der anschließenden Rally nicht mehr profitieren können. Um solche unnötigen Risiken zumindest im Tagesverlauf ohne den Verzicht auf hohe Hebel zu minimieren, bietet sich der Einsatz von Smart Turbos an, wie sie bei wikifolio.com von HSBC angeboten werden. Diese Papiere funktionieren vom Grundprinzip her wie normale Knock-out-Scheine, haben aber den Vorteil, dass die obligatorische Knock-out-Schwelle während des Handelstages komplett abgeschaltet wird. Aktiviert wird diese Marke immer nur zum Tagesschlusskurs. Spätestens dann sollte sich der DAX also in die gewünschte Richtung entwickelt haben, damit kein vorzeitiges Aus droht.

Intraday-Schwankungen können bis dahin aber relativ gelassen ausgesessen werden. Zu beachten ist lediglich, dass die Scheine auch innerhalb des Tages verfallen können, wenn neben der Knock-out-Schwelle zusätzlich noch der Basispreis verletzt wird. Zwischen den beiden Marken liegt aber immer ein gewisser Puffer. Im direkten Vergleich mit klassischen Knock-out-Papieren werden die Smart-Turbos je nach Ausstattung mit einem leichten, in der Regel aber sehr überschaubaren Aufgeld gehandelt. Gerade extrem risikofreudige Kurzfrist-Trader können sich die Smart-Turbos als sinnvolle Alternative also ruhig mal etwas genauer ansehen.