24.09.2014| Von: Christina Oehler |

Nachhaltiger Erfolg zahlt sich aus, auch bei wikifolio.com. Bei Tradern, die nachweislich gute Arbeit abliefern, werden die wikifolio-Zertifikate von Anlegern besonders stark nachgefragt. Das zeigt sich nicht nur bei der absoluten Höhe der Assets under Management, sondern auch in unserer aktuellen Auswertung zu den jüngsten Kapitalzuflüssen. Die drei wikifolios, bei denen das verwaltete Kapital in der vergangenen Woche am stärksten gestiegen ist, beeindrucken bislang allesamt durch ein überdurchschnittlich gutes Chance/Risiko-Profil. Anleger honorieren dabei, dass die jeweils sehr gute Performance bei vergleichsweise geringen Kursschwankungen generiert wurde. Wir nehmen das zum Anlass, um die Strategien dieser Trader heute noch einmal etwas genauer vorzustellen.

Den stärksten Kapitalzufluss im untersuchten Zeitraum verzeichnete das zur Handelsidee „NoLimits“ von Richard Dobetsberger („Ritschy“) gehörende Zertifikat. Innerhalb von nur einer Woche stieg das Investitionsvolumen um fast 600.000 Euro auf aktuell knapp 2,3 Millionen Euro. Beeindruckt zeigen sich Anleger hier vor allem von der bislang erzielten Performance. Seit dem Start des wikifolios im April 2013 gelang dem Trader ein Plus von 243 Prozent. Auf Jahressicht liegt er mit 72 Prozent im Plus und alleine in den vergangenen drei Monaten wurde ein Anstieg von knapp 26 Prozent erzielt. Solche Ergebnisse sind naturgemäß nur bei erhöhten Risiken möglich. So weist Dobetsberger ausdrücklich darauf hin, dass die Diversifizierung bzw. Risikostreuung „möglichst gering“ sein soll. Das steht im krassen Gegensatz zu den ansonsten am Markt üblichen und vor allem bei Investmentfonds praktizierten Ansätzen. Die Anzahl der Werte in dem wikifolio ist genau aus diesem Grund auf maximal vier Aktien begrenzt, wodurch das Auswahlverfahren sowie das Timing bei Ein- und Ausstieg eine erhöhte Bedeutung erhalten. Bislang hat der Trader dabei ein gutes Händchen bewiesen. Für schwache Nerven ist ein Investment im „NoLimits“-wikifolio-Zertifikat (ISIN: DE000LS9BFD6) allerdings nichts. Im Kursverlauf zeigen sich neben dem steilen Anstieg auch zwei deutliche Korrekturphasen, in denen Anleger Rückschläge von bis zu 28,5 Prozent verkraften mussten. Im Vergleich zu der bislang erzielten Performance relativieren sich die absolut betrachtet recht hohen Verluste dann aber wieder. Trotzdem eignet sich das wikifolio wohl eher für sehr risikofreudige Anleger, was ohnehin für alle heute vorgestellten wikifolios gilt.

 

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Nach einem ähnlichen Ansatz verfährt nämlich auch Christian Scheid („Scheid“) bei seinem wikifolio „Wachstum mit 1 Aktie long/short“, wo die Assets under Management des entsprechenden wikifolio-Zertifikats mittlerweile auf fast 2,2 Millionen Euro angewachsen sind. Das Motto „Alles auf eine Karte“ wird hier sogar noch konsequenter umgesetzt, indem das gesamte Vermögen in der Regel immer in einen einzigen Wert investiert wird. Das hat den großen Vorteil, dass sich etwaige Kursgewinne des ausgewählten Titels eins zu eins und nicht nur anteilig in der Performance des wikifolios niederschlagen. Dasselbe gilt aber natürlich auch bei Kursverlusten, was hohe Risiken bedeutet und eine gute Trefferquote bei den Trades erfordert. Um mit dieser Strategie auch in Korrekturphasen oder ausgeprägten Bärenmärkten erfolgreich sein zu können, setzt Scheid gerade bei Einzelaktien auch Hebelprodukte mit „Short-Ausrichtung“ ein. Um mögliche Verluste in Grenzen zu halten, werden bei solchen gehebelten Produkten aber nicht mehr als 15 Prozent des Gesamtkapitals in einer einzelnen Position angelegt. Die angestrebte Jahresrendite von über 100 Prozent dürfte der Trader in den ersten zwölf Monaten locker erreichen. Seit Auflegung im November des Vorjahres gelang ihm trotz einer längeren Seitwärtsphase zwischen Februar und August insgesamt eine Performance von über 500 Prozent. Der maximale Verlust von knapp 17 Prozent ist im Vergleich dazu wirklich überschaubar, womit der Trader neben einem guten Gespür für den Markt auch das Wissen um die Bedeutung eines professionellen Risikomanagement beweist (ISIN des Zertifikats: DE000LS9BYC9).

Der Dritte im Bunde der Trader mit zuletzt besonders stark nachgefragten wikifolios ist Martin Rullang („MaddinTraderInv“), dessen wikifolio „Spekulativ2“ erst seit gut einer Woche handelbar ist. In diesem kurzen Zeitraum haben Anleger aber schon über 400.000 Euro in das entsprechende wikifolio-Zertifikat (ISIN: DE000LS9DBH2) investiert. Mit Aktien hält sich der Trader hier erst gar nicht auf. Stattdessen wird das Kapital grundsätzlich nur in Hebelprodukte investiert, wobei bislang ausschließlich DAX-Scheine gehandelt wurden. Anleger setzen bei diesem wikifolio also auf eine individuelle Handelsidee des Traders, bei dem die jeweiligen Einstiegssignale im DAX (ob nun Long oder Short) überwiegend durch das Hilfsmittel der technischen Analyse generiert werden. Um die durch den Hebeleffekt automatisch erhöhten Risiken nicht ausufern zu lassen, strebt Rullang bei der Größe der einzelnen Positionen einen Wert an, der nicht höher als „ungefähr 20 Prozent des Gesamtwertes“ liegen soll. Das bedeutet, dass bei einer solchen Größenordnung ein fünffach gehebelter Schein dieselbe Wirkung hätte wie die Investition des gesamten Kapitals in ein ungehebeltes DAX-Investment. Alleine durch diese selbstauferlegte Begrenzung können die Risiken beim Einsatz von Hebelprodukten relativ einfach auf ein normales Maß reduziert werden. Als Folge dieser Maßnahme fällt der bisherige Verlust des Traders mit lediglich zwölf Prozent deutlich geringer aus als die erzielte Gesamtperformance von rund 48 Prozent seit dem Start im März. Nach erkennbaren Anfangsproblemen startete das wikifolio ab Mitte Mai so richtig durch. Die ersten Wochen, wo auch der erwähnte Maximalverlust anfiel, sollten bei aller Euphorie aber als Mahnung dienen, dass auch diese Handelsstrategie keine dauerhaft immer nur steigenden Kurse garantieren kann. Schwächephasen von unterschiedlicher Länge und Ausprägung gehören immer dazu, das zeigt sich bei allen drei momentan so boomenden wikifolios.