Werde Teil der wikifolio Community, um die heißesten Aktien der Woche zu sehen!
Das amerikanische Bekleidungsunternehmen Gap hat mit seinen Zahlen zum Startquartal 2024 positiv überrascht. Sowohl der auf 3,39 Milliarden US-Dollar gestiegene Umsatz als auch das nach dem Vorjahresverlust diesmal wieder positive Nettoergebnis von (verwässert) 0,41 Dollar je Aktie lagen deutlich über den Konsensprognosen. Weil der Vorstand zudem seine Jahresziele angehoben hat, mussten im Anschluss zahlreiche Analysten nachziehen. Während der faire Wert der Aktie im Vorfeld bei rund 22 Dollar angesiedelt wurde, liegt das durchschnittliche Kursziel nun bei fast 27 Dollar, wie die aktuelle Zusammenfassung auf aktien.guide zeigt. Durch das Wochenplus von 38 Prozent notiert die Aktie aber weiterhin über dem als fair erachteten Niveau, weshalb gut die Hälfte der Research-Häuser bei Gap auch nur mit „Halten“ votet. Vier Banken raten sogar zum Verkauf des Titels.
Fear of Missing Out bei Bayer
| # | Name | Performance 7 Tage |
|---|---|---|
| 1 | Bayer | 23,65% |
| 2 | Guardant Health | 15,10% |
| 3 | Lennar | 5,25% |
| 4 | Tempus AI | 12,37% |
| 5 | United Microelectronics (ADR) | 7,08% |
Mit der Bayer-Aktie war an der Börse lange Zeit wenig zu gewinnen. Seit Ende 2024 geht es wieder aufwärts, zuletzt kam ein wichtiger juristischer Durchbruch im Glyphosat-Komplex hinzu. In der vergangenen Woche legte der Aktienkurs daraufhin fast 24 Prozent zu. Auslöser des Kursanstiegs war ein Urteil des US Supreme Court im viel beachteten Glyphosat-Rechtsstreit. Das Gericht entschied mit sieben zu zwei Stimmen zugunsten von Bayer und der Tochter Monsanto. Bundesrechtliche Vorgaben zur Kennzeichnung von Pestiziden haben demnach Vorrang vor abweichenden Warnpflichten einzelner US-Bundesstaaten. Viele Klagen wegen angeblich fehlender Krebswarnungen auf Roundup-Produkten verlieren dadurch einen zentralen Ansatzpunkt.
Die Ergebnisse der Rheinländer waren nach der Monsanto-Übernahme im Jahr 2018 immer wieder von Rechtskosten, Rückstellungen und Bilanzrisiken geprägt. Insgesamt hat der Konzern in diesem Zusammenhang bereits mehr als zehn Milliarden Dollar ausgegeben. Kurz vor dem Supreme-Court-Urteil hatte ein US-Bundesrichter einen weiteren geplanten Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar wieder an ein Gericht in Missouri zurückverwiesen und damit den Weg für eine beschleunigte Prüfung offengehalten.
An der Börse wurde das neue Urteil mit großer Erleichterung aufgenommen. Die Analysten von BofA Global Research sprechen von einem „großen Sieg“ in Glyphosat-Rechtsstreit. Zwar hänge das letztendliche Ausmaß der Verfahren weiterhin vom Erfolg des Sammelvergleichs ab, doch die positive Entscheidung des Supreme Court reduziere das Risiko neuer Klagewege deutlich. Bei einem errechneten fairen Wert von 50 Euro bewegen sich die Analysten nur knapp unter dem Konsens-Kursziel, das laut aktien.guide bei rund 51,50 Euro liegt.
TRADING-SENTIMENT

Die wikifolio Trader sind bei Bayer schon länger auf der Käuferseite, was sich spätestens jetzt ausgezahlt hat. In den vergangenen sieben Tagen ist der Kaufüberhang sogar noch mal gestiegen. Mate Gotovac hatte für sein wikifolio Value und Charttechnik bereits am vergangenen Montag eine Position eröffnet und diese am Freitag noch mal aufgestockt. Dadurch weist die Aktie aktuell einen Buchgewinn von ca. 10 Prozent aus. Mit einer Kombination aus Value-Bewertungen und technischer Analyse investiert der Trader in seiner Ansicht nach unterbewertete Aktien, die dann kurz- bis mittelfristig gehalten werden sollen. Dieser Ansatz beschert ihm drei Jahre nach dem Start eine Performance von 84 Prozent oder 22,5 Prozent im Jahresdurchschnitt.
Chart
Buying the Dip bei Rheinmetall
| # | Name | Performance 7 Tage |
|---|---|---|
| 1 | SpaceX | -14,79% |
| 2 | Rheinmetall | -21,65% |
| 3 | Mueller Industries | -5,75% |
| 4 | SanDisk | -5,19% |
| 5 | INIT Innovation in Traffic Systems | -9,03% |
Der Rüstungskonzern Rheinmetall verlor in der vergangenen Woche 21,7 Prozent an Wert. Belastend wirkte hier die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums, das F126-Fregattenprogramm zu beenden. Das Projekt war ursprünglich auf sechs Schiffe ausgelegt, verursachte bereits Ausgaben von rund 2,3 Milliarden Euro und hätte bei Fortführung auf mehr als 18 Milliarden Euro steigen können. Rheinmetall hatte mit der Werfttochter NVL auf eine Übernahme des Programms gehofft. Der erwartete Auftragswert lag bei rund 12 Milliarden Euro und galt als ein großer Baustein der Auftragserwartungen für 2026. Die Bundesregierung will nun acht kleinere Fregatten des Typs Meko A-200 über ThyssenKrupp Marine Systems beschaffen.
Mehrere Analystenhäuser reduzierten nach der Meldung ihre Gewinnschätzungen, bezeichneten den Kurseinbruch aber als übertrieben. Tatsächlich hat die Minderung des Börsenwertes um gut 10 Milliarden Euro den erwarteten Gewinnbeitrag des stornierten Auftrags um ein Vielfaches übertroffen. Als Grund dafür verweisen viele Institute auf einen Vertrauensverlust in die deutsche Beschaffungspolitik. Warburg senkte das Kursziel für Rheinmetall von 1.550 Euro auf 1.500 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung. Noch deutlich optimistischer ist die US-Investmentbank Morgan Stanley, die ihr Kursziel allerdings sehr deutlich von 2.500 Euro auf 1.750 Euro zurückgenommen hat. Dadurch dürfte sich zeitnah auch das Konsens-Kursziel reduzieren, das laut aktien.guide zuletzt bei 1.938 Euro lag. Die Aktie kostet aktuell lediglich rund 950 Euro und hat damit seit Jahresbeginn fast 40 Prozent an Wert eingebüßt.
TRADING-SENTIMENT

Einige Unternehmens-Insider reagierten auf den Kursrutsch mit meldepflichtigen Käufen von Rheinmetall-Aktien. Auch die wikifolio Trader waren auf dem ermäßigten Niveau vermehrt bereit, Positionen aufzubauen. Ein Blick auf das Trading-Sentiment zeigt den deutlichen Käuferüberhang in den vergangenen Tagen. Kevin Tarantino hat dabei genau das aktuelle Kursniveau im Blick: „Meine Spekulation: Harter Rebound an der kritischen Unterstützungslinie bei 950 Euro.“ Aus seiner Sicht ist der Abverkauf „völlig überzogen“. Der Trader bezeichnet Rheinmetall als einen der Hauptprofiteure der europäischen Aufrüstung. Der gigantischer Rekord-Backlog von rund 73 Milliarden Euro biete „eine extreme Visibilität für die kommenden Jahre“.
Sein wikifolio Hi5 Trend Selection besteht aktuell zu fast 100 Prozent aus Rheinmetall. Als Entscheidungskriterium bei der Auswahl der Depotwerte nennt er „Grundkonzepte der technischen Analyse sowie fundamentale, qualitative Bewertungskriterien“. Nach gut einem Jahr liegt das Portfolio bei einem Maximum Draw Down von 26 Prozent bereits mit 87 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um 53 Prozent gestiegen, trotz eines Rückgangs von zehn Prozent auf Monatssicht und eines aktuellen Minus von sieben Prozent bei Rheinmetall.
Chart
Taking Profits bei Ciena
Die Aktie von CIENA legte in der vergangenen Woche 13,7 Prozent zu. Der amerikanische Netzwerkausrüster verkauft optische Übertragungstechnik, Router, Software und Services für Telekomnetze, Cloud-Anbieter und Rechenzentren. Das Unternehmen profitiert daher aktuell von der anhaltend starken Nachfrage nach schnellen Datenverbindungen für KI-Cluster, weil große Rechenzentren mehr Kapazität zwischen Servern, Standorten und Netzebenen benötigen.
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 40 Prozent auf 1,57 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 0,42 Dollar auf 1,64 Dollar. Die Sparte Optical Networking erzielte 1,10 Milliarden Dollar Umsatz und stellte rund 70 Prozent des Konzernumsatzes. Für das dritte Geschäftsquartal stellte Ciena bei Vorlage der Zahlen Anfang Juni 1,625 Milliarden Dollar Umsatz plus/minus 50 Millionen Dollar in Aussicht. Für das laufende Geschäftsjahr wurde die Umsatzprognose auf 6,3 Milliarden Dollar plus oder minus 100 Millionen Dollar angehoben. Zuvor lag die Zielspanne bei 5,9 Milliarden bis 6,3 Milliarden Dollar.
Die Analysten von Needham erhöhten daraufhin ihr Kursziel von 470 Dollar auf 600 Dollar und verwiesen auf die Stärke im Cloud-Geschäft. Barclays hob das Ziel von 372 Dollar auf 607 Dollar an und nannte bessere Margen, Zahlen oberhalb der Erwartungen und die angehobene Jahresprognose als Begründung. Bei der zuvor sehr gut gelaufenen Aktie war es im Anschluss trotzdem zu Gewinnmitnahmen gekommen. In der vergangenen Woche erneuerte dann die BNP Paribas ihre Kaufempfehlung und setzte den fairen Wert der Aktie auf 640 Dollar (von zuvor 625 Dollar). Daraufhin konnte die Ciena einen Teil der Verluste wieder wettmachen und zweistellig zulegen.
TRADING-SENTIMENT

Das Konsens-Kursziel liegt laut aktien.guide allerdings nur bei gut 396 Dollar und damit deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs. Womöglich haben auch deshalb einige Trader die jüngste Erholung für Gewinnmitnahmen genutzt. Christoph Gum war über das wikifolio Alpha AI Leaders vor drei Monaten bei dem US-Wert eingestiegen. Am vergangenen Montag verkaufte der Spezialist der Private Alpha Switzerland AG die letzten Stücke dann mit einem Gewinn von rund sechs Prozent. Noch deutlich besser sieht die Gesamtbilanz des Portfolios aus. Das kommt seit Februar 2023 bei einem Maximalverlust von gut 40 Prozent auf eine Performance von 209 Prozent oder exakt 40 Prozent im Jahresdurchschnitt. Die Anlageprofis investieren mit Hilfe einer selbst entwickelten künstlichen Intelligenz in die potenziellen KI-Leader und sind mit dieser Strategie bislang sehr gut gefahren.
Chart
Jumping the Ship bei Applied Optoelectronics
| # | Name | Performance 7 Tage |
|---|---|---|
| 1 | Palantir Technologies | -11,21% |
| 2 | Applied Optoelectronics | -18,33% |
| 3 | Marvell Technology | -15,72% |
| 4 | Alphabet A (Google) | -7,06% |
| 5 | Applied Digital | -14,84% |
Applied Optoelectronics, ein Anbieter von optischen Transceivern, Lasern und Komponenten für Rechenzentren, Kabelnetze und Telekominfrastruktur, verlor in der vergangenen Woche 18,3 Prozent. Die Module des Unternehmens wandeln elektrische Signale in Lichtsignale um und ermöglichen dadurch hohe Datenraten in KI-Rechenzentren. Das hat den Kurs seit Jahresbeginn (in der Spitze fast versiebenfacht) stark beflügelt. Zuletzt geriet der Höhenflug aber erkennbar ins Stocken. In der vergangenen Woche belastete die breite Korrektur bei KI-nahen Optik- und Photonikwerten. Auch Lumentum, Coherent und weitere Anbieter optischer Netzwerktechnik gaben deutlich nach.
Die Anfang Mai vorgelegten Zahlen waren von einem starken Wachstum geprägt. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 51 Prozent auf 151,1 Millionen Dollar. Die Erlöse im Datacenter-Geschäft legten um 154 Prozent auf 81,4 Millionen Dollar zu. Für das laufende zweite Quartal stellte Applied Optoelectronics 180 Millionen bis 198 Millionen Dollar Umsatz in Aussicht. Für 2026 erwartet der Konzern mehr als 1,1 Milliarden Dollar Umsatz und mehr als 140 Millionen Dollar bereinigtes operatives Ergebnis. Die Analysten von Rosenblatt bestätigten daraufhin ihr Kaufvotum. Die Zusammenfassung auf aktien.guide zeigt aber, dass der Kurs über das Konsens-Kursziel hinausgeschossen war. Nach der jüngsten Korrektur hat sich das Blatt wieder gewendet.
TRADING-SENTIMENT

Trotzdem haben sich einige wikifolio Trader im Zuge des Kursrückgangs zumindest teilweise von der Aktie verabschiedet. Dazu zählt auch Jörn Remus, der Applied Optoelectronics über sein wikifolio Nordstern in den vergangenen Monaten immer wieder sehr rege gehandelt hat. Der jüngste Aufbau einer Position erfolgte vor drei Wochen, seitdem wurde der Aktienbestand mehrfach erhöht oder reduziert. Seit Anfang der vergangenen Woche stand der Trader allerdings verstärkt auf der Verkäuferseite, bevor er am Freitag wieder zukaufte. Aktuell ist der Titel mit gut fünf Prozent Depotanteil die drittgrößte Position des Portfolios. Das wikifolio kommt nach gut elf Jahren auf einen Wertzuwachs von 817 Prozent (22 Prozent pro Jahr).
Chart
Disclaimer: Jedes Investment in Wertpapiere und andere Anlageformen ist mit diversen Risiken behaftet. Es wird ausdrücklich auf die Risikofaktoren in den prospektrechtlichen Dokumenten der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft (Endgültige Bedingungen, Basisprospekt nebst Nachträgen bzw. den Vereinfachten Prospekten) auf wikifolio.com, ls-tc.de und ls-d.ch hingewiesen. Du solltest den Prospekt lesen, bevor du eine Anlageentscheidung triffst, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Prospekts von der zuständigen Behörde ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Die Performance der wikifolios sowie der jeweiligen wikifolio-Zertifikate bezieht sich auf eine vergangene Wertentwicklung. Von dieser kann nicht auf die künftige Wertentwicklung geschlossen werden. Der Inhalt dieser Seite stellt keine Anlageberatung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.



