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Am Gipfel

Amazon meldete für das zweite Quartal die größte Gewinnüberraschung im S&P 500 seit 2008 – wenn auch überwiegend bewertungsbedingt. Dabei lagen Analysten mit ihrer EPS-Schätzung um mehr als zwei Drittel daneben.

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Die Cloud-Sparte AWS boomt, und mit Trainium baut der Konzern mittlerweile seinen eigenen KI-Chip – bei dreistelligen Wachstumsraten. Daraufhin sprang die Aktie um 13 %, Amazon überschritt erstmals die Drei-Billionen-Dollar-Marke. CEO Andy Jassy stellte klar: Selbst mit massiven Investitionen reichen die Kapazitäten weder 2026 noch 2027 aus, um die gesamte Nachfrage zu bedienen.

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Der Gründer verkauft. Warum?

Genau an diesem Allzeithoch trennte sich Jeff Bezos von Anteilen der ersten Stunde, gehalten seit Juli 1994 – für 4,1 Mrd. USD. Das Internet brodelt: Weiß er etwas, was der Markt nicht weiß? Ein stilles Misstrauensvotum? Aber der Verkaufsplan stammt vom November 2025, also aus der Zeit Monate vor den Rekordergebnissen, und soll Blue Origins Raumfahrtambitionen finanzieren. Über drei Jahrzehnte alte Papiere zum Höchstkurs abzustoßen, ist rationale Vermögensverwaltung – kein Davonschleichen.

Trading als Mathematik

Den Begriff Zinsfuß hat Stefan Heizmann zum Namen seines wikifolios gemacht, weil es ein „schöner prägnanter Begriff aus der Finanzmathematik" ist. Konkret gesucht wird, was der Markt unterschätzt. Schwerpunkt ist Deutschland, ergänzt durch Währungsräume außerhalb der Eurozone. Nichtzyklische Branchen haben Priorität, die Marktkapitalisierung sollte mindestens 50 Mio. EUR betragen. Besonders interessant: Heizmann bevorzugt Gesellschaften mit einem Hauptaktionär – ein stilles Bekenntnis zur Überzeugung, dass nennenswert beteiligte Eigentümer langfristiger denken als der anonyme Streubesitz. Bei steigenden Zinsen oder hoch bewerteten Indizes schwenkt er auf defensivere Positionen um. Angelegt wird rein in Aktien, die Cash-Quote hält er bewusst gering. Aktuell ist er quasi vollinvestiert. Seine fünf größten Positionen sind SAP, Total Energies, BioNTech, Alphabet und der E-Commerce-Riese Amazon. Was im wikifolio landet, findet sich oft auch in seinem privaten Portfolio – Heizmann investiert nach denselben Überzeugungen, die er hier umsetzt. Seit der Auflegung im September 2013 legte der Wert im Jahresmittel um satte +14,9 % zu, was ein Gesamtplus von +502 % ergibt.

Chart

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Kennzahlen

  • +503,5 %
    seit 20.09.2013
  • EUR 992.907
    Investiertes Kapital
  • +27,3 %
    Perf. (1 J)
  • 20,0 %
    Volatilität (1 J)
Ø-Perf. pro Jahr: +14,9 %

Mr. Disziplin

Zwei Zeitfenster, ein Urteil: In Torsten Fuchs' wikifolio USA TOP 10 wird eine Aktie nur aufgenommen, wenn sie sowohl im letzten Monat als auch in den vergangenen sechs Monaten überdurchschnittlich gelaufen ist. Bleibt ein Titel hinter seinem Index zurück, wird er konsequent ausgetauscht. Dabei sieht er sich ausschließlich im US-Markt um: Nasdaq, Dow Jones, S&P 100 und S&P 500 bilden das Jagdrevier. Ausgewählt werden maximal zehn Positionen, nur Aktien, keine ETF-Beimischung, kein Hebel. Die Haltedauer ist kurz- bis mittelfristig, das Portfolio wird aktiv überwacht. Dieses Prinzip verfolgt Fuchs seit Mai 2013 – mehrere Marktzyklen und zahlreiche Korrekturen fallen in die mehr als 13 Jahre. Mit dem anspruchsvollen Leistungsmerkmal „High-Performance“ belegt er, dass seine Disziplin langfristig mehr leistet als die bloße Abbildung der Marktentwicklung. Amazon gehört neben Micron Technology, Palantir Technologies, Apple und Nvidia zu seinen Kernpositionen; dass Fuchs die Aktie nach dem jüngsten Kurssprung weiter hält, demonstriert genau die Beharrlichkeit, die seine Strategie auszeichnet: halten, solange der Trend intakt ist. Derzeit befinden sich acht Einzelaktien in seinem Portfolio und er verfügt mit 15,3 % über eine komfortable Cash-Reserve, um bei sich bietenden Kaufgelegenheiten sofort zuschlagen zu können. Annualisiert stehen stattliche +23,7 % zu Buche – das Gesamtplus summiert sich auf ebenfalls eindrucksvolle +1.583 %.

Chart

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cde

Kennzahlen

  • +1.605,6 %
    seit 13.05.2013
  • EUR 771.772
    Investiertes Kapital
  • +60,4 %
    Perf. (1 J)
  • 41,9 %
    Volatilität (1 J)
Ø-Perf. pro Jahr: +23,7 %

Pokerface

Thomas Fürst hat seinen Investmentansatz nicht erst im Berufsleben entwickelt – seit dem 18. Lebensjahr investiert er eigenverantwortlich, und heute leitet er ein Multi-Family-Office, das er 2023 gemeinsam mit einem Partner gegründet hat. Hinter dem schlicht benannten wikifolio Investmentideen steckt ein systematischer Vierschritt: Fundamentalanalyse, technische Trendanalyse, Marktumfeldbeurteilung, Prognose. Was sich nach Checkliste anhört, ist für Fürst nach eigenen Worten eine Lebensphilosophie. Gehalten werden fünf bis zehn Aktien in annähernd gleicher Gewichtung – konzentriert genug für echte Wirkung, diversifiziert genug für Stabilität. Verlässt ein Titel seinen Trend, wird er durch einen neuen ersetzt. Auch bei ihm kommen ausschließlich Aktien ins Portfolio, ETFs oder Hebelprodukte sind nicht vorgesehen. Stärkste Performer sind Amazon mit +1.224 % und Apple mit +1.102 %, gefolgt von Intuitive Surgical, Visa und TSMC. Die Cash-Quote von 1,5 % ist eher zu vernachlässigen. Leider legt Fürst seine Karten nicht offen auf den Tisch – die Handelsidee ist von auffälliger Kürze. Dafür spricht die Bilanz lauter als jede Erklärung: Seit Mai 2014 steht ein Anstieg von herausragenden +1.669 % zu Buche, getragen von durchschnittlich +26,4 % pro Jahr.

Chart

abc
cde

Kennzahlen

  • +1.683,0 %
    seit 15.05.2014
  • EUR 3.882.303
    Investiertes Kapital
  • +23,7 %
    Perf. (1 J)
  • 24,6 %
    Volatilität (1 J)
Ø-Perf. pro Jahr: +26,4 %

Was kommt?

Nach einem ruhigeren Start nimmt die kommende Berichtswoche am Dienstag Fahrt auf: die deutsche ZEW-Umfrage zur aktuellen Lage und zu den Konjunkturerwartungen, frische Zahlen zur US-Industrieproduktion sowie der ADP-Schätzwert zur Beschäftigungsveränderung im US-Privatsektor. Am Mittwoch wird in Großbritannien und für die Eurozone (harmonisiert) der Kern-Verbraucherpreisindex veröffentlicht. Destatis präsentiert am Donnerstag den nationalen Erzeugerpreisindex, in den USA rücken die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den Fokus. Der Freitag steht dann ganz im Zeichen der Einkaufsmanagerindizes, wenn S&P Global Daten zur Aktivität des verarbeitenden Gewerbes in der Eurozone und den USA vorlegt.

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