ICHEON (dpa-AFX) - Der KI-Boom heizt das Wachstum des südkoreanischen Chipherstellers SK Hynix weiter an. In den drei Monaten bis Ende September legte der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um gut ein Drittel auf knapp 105 Billionen Won (rund 71 Mrd Euro) zu, teilte der nach Samsung weltweit zweitgrößte Hersteller von Speicherchips am Mittwoch in Icheon mit. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Umsatz mehr als vervierfacht.
Das operative Ergebnis kletterte im Quartalsvergleich um 38 Prozent auf etwas mehr als 83 Billionen Won. Vor einem Jahr hatte SK Hynix operativ lediglich 11 Billionen Won verdient. Das Unternehmen schnitt damit besser ab als von Experten erwartet. Die Aktie legte an der Börse in Südkorea im dortigen Späthandel um etwas mehr als zehn Prozent zu.
Der Konzern avancierte in den vergangenen Monaten zu einem der größten Profiteure des KI-Booms. Die treibende Kraft hinter dem Wachstum ist die enorme Nachfrage nach Hochleistungsspeicherchips ("High Bandwidth Memory", kurz: HBM), die für KI-Anwendungen und Infrastruktur benötigt werden. SK Hynix zählt hier zu den Weltmarktführern.
Zu den wichtigsten Kunden des Konzerns zählt der US-Techkonzern Nvidia (Im Portfolio von Richard Dobetsberger+1.827,6 %). Zudem profitiert SK Hynix von den gestiegenen Preisen für traditionelle Speicherchips. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Nachfrage nach Speicherchips das Angebot noch bis 2030 übersteigen wird.
Nach Einschätzung des Managements ist der Boom noch nicht zu Ende. Umsatz und Ergebnis dürften in den kommenden Quartalen weiter anziehen und im Markt für Speicherchips dürfte die Nachfrage noch einige Zeit das Angebot übersteigen. Trotz der hohen Investitionen in das laufende Geschäft will SK Hynix in den kommenden Monaten weiter hohe Dividenden ausschütten und im großen Stil eigene Aktien zurückkaufen.
Die Anteile des südkoreanischen Unternehmens verteuerten sich in den vergangenen Monaten unter heftigen Schwankungen deutlich. Seit Ende 2025 stieg der Kurs um fast 130 Prozent, auch wenn die Euphorie seit der Jahresmitte deutlich nachgelassen hat. Seit dem Rekordhoch von etwas mehr als drei Millionen Won büßte der Kurs mehr als die Hälfte ein.
An dem grundsätzlich positiven Trend der vergangenen Jahre ändert dies jedoch nichts. In den vergangenen fünf Jahren kletterte der Kurs um fast 1.300 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet fast 730 Milliarden Euro zählt das Unternehmen inzwischen zu den wertvollsten der Welt.
Wie stark Südkoreas Volkswirtschaft inzwischen vom Chipboom profitiert, zeigen auch die bereits am Dienstag veröffentlichten Konjunkturdaten: Im dritten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt um ein Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wobei nach Einschätzung der Zentralbank rund die Hälfte des Wirtschaftswachstums auf die Halbleiterindustrie entfiel.
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