26.02.2018| Von: Nikolaos Nicoltsios |

Das bevorstehende Urteil des Bundesverwaltungsgerichts über mögliche Fahrverbote für Dieselfahrzeuge sorgt an der Börse für extreme Spannung. Die größten Kursbewegungen gibt es allerdings nicht bei den Autoherstellern selbst, sondern bei der Aktie der Baumot Group. Die gilt als Spezialist bei Hardware-Nachrüstungen für Dieselfahrzeuge und damit als möglicher Profiteur für den Fall, dass die Autobauer entsprechende Investitionen tätigen müssen. In die Karten spielt dem Unternehmen dabei eine aktuelle Untersuchung des ADAC: Demnach könnten mit einer flächendeckenden Hardware-Umrüstung von Euro-5-Diesel-Pkw die Emissionen des Straßenverkehrs in Deutschland auch ohne Fahrverbote um über 25 Prozent gesenkt werden.

Die Baumot-Aktie war - vor der ursprünglich für vergangenen Donnerstag erwarteten Gerichtsentscheidung - binnen fünf Tagen um fast 50 Prozent auf bis zu 2,30 Euro gestiegen, hatte dann aber in wenigen Stunden den Großteil dieser Gewinne wieder abgeben müssen. Heute hat sich die Aktie vorübergehend wieder auf über 2 Euro erholen können. Das Urteil über das Fahrverbot wird nun für morgen erwartet. Die Trader bei wikifolio.com nutzen diese enormen Schwankungen für zahlreiche Transaktionen bei der Aktie, die in vielen Fällen von Erfolg gekrönt sind.

 

Update: Die Entscheidung ist gefallen - wir haben mit wikifolio-Trader Thomas Litschko aka "Yoggo" über die Folgen für die Autoindustrie und über die Aussichten für Baumot gesprochen:

 

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Teuer verkaufen und günstig wieder einsteigen

Thomas Hövelmann ("Bullentom") ist bei der Baumot Group in seinem wikifolio "Aktien für Gegenwart und Zukunft" bereits seit letztem Sommer engagiert. Zwar hatte er die ersten Stücke zu einem relativ ungünstigen Zeitpunkt (bei 2,33 Euro) erworben. Nach mehreren Positionsveränderungen ist der durchschnittliche Einstiegskurs mittlerweile aber auf rund 1,53 Euro gesunken. Dadurch bescherte ihm der Teilverkauf zu 2,20 Euro am vergangenen Mittwoch auch einen ansehnlichen Gewinn von 51 Prozent.

Schon am nächsten Tag wurde der Bestand zu 1,90 Euro wieder aufgestockt. Ganz zufrieden war der Trader damit am Donnerstag aber dennoch nicht: "Auch wenn es im Moment etwas unklug erscheint, über 2 Euro nicht paar Aktien mehr verkauft zu haben, hat sich heute an der Situation eigentlich nichts geändert. Das Urteil über Fahrverbote ist auf nächste Woche verschoben und viel mehr als dieser Entscheidung bedarf es tatsächlicher Aufträge. Ob der Nachkauf bei 1,90 Euro eine gute Idee war, wird sich noch zeigen müssen. Der ursprüngliche Plan war eigentlich, die Position durch Gewinnmitnahmen zu reduzieren. Das ist mir angesichts des turbulenten Kursverlaufes der letzten Tage nicht optimal gelungen."

In dem aus 16 Einzelwerten bestehenden und nahezu voll investierten Musterdepot ist die Aktie mit einem Depotanteil von fast 14 Prozent aktuell das Schwergewicht. Der gelernte Bankkaufmann bevorzugt deutsche Aktien, die in erster Linie nach Fundamentaldaten und Unternehmensnachrichten ausgewählt werden. Dabei strebt er eine gute Mischung aus "günstig bewerteten und wenig beachteten" sowie "bereits gut laufenden Aktien mit weiterem Potential" an. Bei einem maximalen Verlust von rund 11 Prozent wurde seit der vor 13 Monaten erfolgten Eröffnung ein Plus von 26 Prozent generiert. Das seit April 2017 handelbare wikifolio-Zertifikat kommt auf eine Performance von 19 Prozent, seit Jahresbeginn legte das wikifolio sieben Prozent zu.

16 Prozent Gewinn ohne Aktien-Übernachtung

Egon Peters ("AL1619") hat sich bei der Baumot Group lediglich auf ein kurzes, dafür aber umso erfolgreicheres Rendezvous eingelassen. Für sein wikifolio "BullenArena" baute er letzte Woche Dienstag in mehreren Schritten eine Position auf, die am späteren Abend mit Gewinnen von bis zu 16,5 Prozent schon wieder aufgelöst wurde. Zuvor hatte er den Einstieg wie folgt begründet: "Die Aktie der Baumot Group ist mir gestern aufgefallen. Auf einmal kamen starke Umsätze und bei 1,80 Euro lag ein Widerstand. Heute wurde der Widerstand genommen. Darauf habe ich spekuliert und habe die Aktie deshalb ins Depot aufgenommen. Heute steigt die Aktie über 12 Prozent."

Der Trader agiert in diesem wikifolio des Öfteren recht kurzfristig, worauf auch die grundsätzlich angestrebte Haltedauer hindeutet, die "zwischen wenigen Minuten und einigen Tagen variieren" soll. Das wikifolio, das derzeit zu gut 80 Prozent investiert ist und sechs Aktien enthält, soll aus Einzelwerten bestehen, die eine "interessante technische Formation" gebildet haben, "relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt aufweisen" bzw. für die der Trader "ein gutes Bauchgefühl" hat. Seit dem Start vor fast genau zwei Jahren ist ihm so eine Performance von 90 Prozent gelungen, während das gut ein Jahr später aufgelegte wikifolio-Zertifikat ein Plus von 27 Prozent ausweist. Das alles gelang bei einem überschaubaren Maximalverlust von lediglich 11 Prozent.
 

Die 10 Aktien mit den meisten Trades (18.02.2018-25.02.2018):

# Name ISIN Handelsvolumen Alle Trades Anteil Käufe
1 Baumot Group DE000A2DAM11 1 177 732 501 53%
2 Bitcoin Group DE000A1TNV91 602 985 353 50%
3 Wirecard DE0007472060 562 436 301 63%
4 GFT Technologies DE0005800601 1 126 391 273 81%
5 Ströer SE DE0007493991 789 166 244 66%
6 Deutsche Telekom DE0005557508 557 637 220 68%
7 Steinhoff NL0011375019 27 425 218 69%
8 Covestro DE0006062144 1 044 828 214 63%
9 Daimler DE0007100000 675 486 204 55%
10 Deutsche Bank DE0005140008 1 320 804 203 61%


Alle investierbaren wikifolios mit Baumot Group (ISIN: DE000A2DAM11) im Depot.