20.02.2014| Von: Andreas Kern |

Die Deutsche Bank kommt einfach nicht aus den Schlagzeilen. Fast täglich laufen neue Meldungen über den Ticker, die für das größte deutsche Finanzinstitut meist wenig schmeichelhaft sind. Das bekommt auch die Aktie zu spüren. Nach einem fulminanten Jahresstart sind die anfänglichen Kursgewinne von über 16 Prozent mittlerweile fast komplett dahingeschmolzen. Einige wikifolio-Trader werten die Korrektur bei dem Bank-Titel aber als äußerst attraktive Kaufgelegenheit.

Ein Interview des damaligen Vorstandschefs Rolf Breuer über die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe kostet die Deutsche Bank neben diversen Negativschlagzeilen letztendlich wohl rund 900 Millionen Euro. Diese Summe bietet das Institut laut Medienberichten den Kirch-Erben an, damit der seit über zehn Jahren andauernde Streit endlich beigelegt werden kann. Doch das ist nicht die einzige Baustelle des Konzerns. So laufen momentan auch noch Ermittlungen gegen die Deutsche Bank wegen möglicher Devisenkursmanipulationen, was womöglich auch personelle Konsequenzen in der Führungsriege nach sich ziehen könnte. Und dann beschloss die amerikanische Notenbank (Fed) in dieser Woche auch noch eine Verschärfung der Regeln für ausländische Banken in den USA. Dadurch dürfte die Deutsche Bank, die in Übersee mehr als ein Drittel ihrer Erträge erwirtschaftet, gezwungen werden, ihre US-Tochter mit zusätzlichem Eigenkapital auszustatten.

Werte mit dem höchsten Volumen auf wikifolio.com – 12.02.2014-19.02.2014

Deutsche Bank

Basis: Alle wikifolios

Dass die Aktie bei all diesen Meldungen kein Kursfeuerwerk zündet, liegt auf der Hand. Die in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres erzielten Kurszuwächse sind im Anschluss fast komplett wieder vernichtet worden. Den Tradern bei wikifolio.com kommt diese Korrektur allerdings sehr gelegen. Sie haben bei der Aktie in den vergangenen Tagen kräftig eingekauft. So war die Deutsche Bank der mit Abstand am häufigsten gehandelte Wert des über 40.000 Produkte umfassenden wikifolio.com Anlageuniversums. Knapp zwei Drittel der Transaktionen waren dabei Käufe. Manuel Stötzel zum Beispiel hat bei der Aktie direkt zu Wochenbeginn zugeschlagen. Obwohl er die Hälfte der Position mittlerweile mit kleinem Gewinn wieder verkauft hat, ist die Deutsche Bank in seinem wikifolio „Antizyklisch & Growth Investment“ immer noch recht prominent mit acht Prozent vertreten. Die Gründe für den Kauf lieferte er direkt mit: „Neben einem sehr niedrigen KGV und positiv eingestellten Analystenhaltungen, hinken insbesondere die großen (Investment-)Banken dem Markt hinterher. Hier verspreche ich mir in nächster Zeit Nachholbedarf.“ Sollte er mit dieser Prognose Recht behalten, dürfte sich auch der Aufwärtstrend seines wikifolios weiter fortsetzen. Seit dem Start im Januar 2013 verbucht der Trader bei einem maximalen Verlust von bislang nur 8,3 Prozent eine Performance von aktuell rund 38 Prozent. Seit vergangener Woche ist das wikifolio nun auch als Zertifikat investierbar (ISIN: DE000LS9BSX7).

Mit seinem Optimismus bezüglich der Kursentwicklung der Deutschen Bank liegt Stötzel auf einer Wellenlänge mit einem der Top-Trader bei wikifolio.com. Bei Markus Strauch ist die Aktie seit Mitte der vergangenen Woche mit einem Anteil von 36 Prozent in seinem wikifolio „MomentumTrading-spekulativ-“ vertreten. Der Eigenhändler, dessen wikifolio-Zertifikat (ISIN: DE000LS9AAD9) trotz einer nun schon einige Monate anhaltenden Seitwärtsphase über 12 Millionen Euro an Anlegergeldern beinhaltet, sieht die jüngsten Nachrichten zur Deutschen Bank sogar positiv: „Ein Vergleich mit den Kirch Erben wäre positiv für die Deutsche Bank, würde so weiter rechtliche „Unsicherheit“ aus der Aktie verschwinden. Leicht positiv, dass die neue Regel (Liquiditätsregel FED ausländische Banken) 1 Jahr später als angenommen umgesetzt wird.“ Hier zeigt sich mal wieder, dass es an der Börse nicht auf die Nachrichten an sich ankommt, sondern darauf, wie diese von den Marktteilnehmern interpretiert werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Optimismus der Trader berechtigt war.

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