29.06.2017| Von: Nikolaos Nicoltsios |

Der amerikanische Dollar ist weltweit die am häufigsten gehandelte Währung. Auch an den Kapitalmärkten ist der „Greenback“ von elementarer Bedeutung. Zahlreiche Rohstoffe wie Gold und Rohöl werden an den Börsen zum Beispiel in US-Dollar gehandelt. In unruhigen Börsenzeiten wird die Währung oftmals auch als sicherer Hafen bezeichnet, weil viele Investoren dann in amerikanische Staatsanleihen investieren. Und die werden genau wie die Aktien der US-Unternehmen natürlich in US-Dollar gehandelt. Für Anleger bieten sich also mehrere Möglichkeiten, US-Dollar-Anlagen in das eigene Depot zu integrieren. Die vergangenen Monate haben aber auch deutlich die Risiken solcher Investments aufgezeigt.

Verschiedene US-Dollar-Investments im Überblick:

  • In US-Dollar geführte Währungskonten
  • Hebelprodukte, deren Basiswert US-Dollar-Währungspaare sind (z.B. Euro/Dollar)
  • In US-Dollar notierte Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe

Das alles bewegt den US-Dollar

Genau diejenigen Faktoren zu benennen, die für Veränderungen der Wechselkurse verantwortlich sind, ist schlicht unmöglich. An den Währungsmärkten agieren zahlreiche große und kleine Marktteilnehmer, die den Kursverlauf beeinflussen und jeweils individuelle Gründe für ihre Käufe und Verkäufe haben können. Der Wert einer Währung kann zum Beispiel von dem jeweiligen Zinsniveau des Währungsraumes, der Höhe der Inflationsrate oder den konjunkturellen Aussichten beeinflusst werden. Auch politische Einflüsse spielen oftmals eine Rolle. Völlig unabhängig davon nutzen aber zum Beispiel viele Unternehmen die Märkte dazu, sich gegen Währungsschwankungen abzusichern und so ihre Geschäftsverläufe besser kalkulieren zu können. Deren Transaktionen bewegen die Kurse ebenso wie die Käufe und Verkäufe von Fondsmanagern, Spekulanten oder anderen Anlegergruppen.

Gezielt auf Währungspaare spekulieren

Die „sauberste“ Variante, ganz gezielt auf einen steigenden (oder auch fallenden) Wert des US-Dollar zu spekulieren, bieten an den Kapitalmärkten spezielle Wertpapiere wie zum Beispiel Hebelprodukte, die sich auf die jeweiligen Währungspaare beziehen. Wer darauf setzen will, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro an Wert gewinnt, der sollte Short-Produkte auf den Euro/Dollar-Kurs kaufen. Wenn der Kurs dieses Währungspaares fällt, was einer Wertsteigerung des US-Dollar gleichkommt, müssten solche Produkte tendenziell im Kurs steigen. Anleger sollten sich vorab aber genau über die Funktionsweise der Produkte informieren, damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt.

Anleihen und Aktien aus dem US-Dollar-Raum

Wer als europäischer Investor auf US-Dollar lautende Anleihen oder Aktien von US-amerikanischen Unternehmen kauft, partizipiert automatisch auch an den Wertveränderungen der US-Währung. Sie sind neben etwaigen Zinsen, Dividenden und Kursbewegungen aber nur einer von mehreren Performance-Bestandteilen. Grundsätzlich gilt, dass ein im Wert steigender US-Dollar (bedeutet einen sinkenden Euro/Dollar-Kurs) einen positiven Einfluss auf die Wertentwicklung von US-Anlagen für Euro-Anleger hat. Andersrum führt ein im Wert sinkender US-Dollar zu Performance-Einbußen. Diese Erfahrung mussten gerade im bisherigen Jahresverlauf viele Anleger machen. Wer zum Beispiel Anfang 2017 eine Apple-Aktie gekauft hat, freut sich aktuell (Ende Juni) beim Blick auf den Aktienchart an der US-Börse über einen Kursanstieg von 26 Prozent. An den deutschen Börsen hat die Aktie aber nur 16 Prozent zulegen können, was für heimische Investoren die entscheidende Kennzahl ist. Verantwortlich dafür ist, dass der Euro/Dollar-Kurs in diesem Zeitraum um 10 Prozent gestiegen ist, der US-Dollar also recht deutlich an Wert verloren hat.

Finden Sie hier die Liste der wikifolios, mit denen Sie von US-Werten profitieren können