26.08.2015| Von: Filip Nestorovic |

Für den neuen wikifolio TradersTalk haben wir Privatier Jürgen Kraus zum Gespräch gebeten. Er spricht darüber, wieso wikifolios für ihn interessant sind und was eine erfolgreiche Handelsstrategie ausmacht.

Verraten Sie uns Ihren Namen.

Jürgen Kraus

Jürgen Kraus

Unter welchen Usernamen sind Sie auf wikifolio.com zu finden?

WachstumPlus

Was sind Sie von Beruf?

Privatier

Wie sind Sie zum Trading gekommen?

Eigentlich gar nicht. Ich sehe mich nämlich nicht als den klassischen „Trader“, sondern eher als Investor. Mit 18 Jahren kaufte ich meine ersten Aktien, das war 1968. Dann kam die Zeit der Anleihen mit hohen Renditen, anschließend rückten für mich die Aktienanlagen wieder in den Vordergrund. Ich habe alle Hochs und Tiefs der letzten 40 Jahre an der Börse miterlebt. Aus diesen Erfahrungen resultiert mein heutiger Anlagestil.

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Handelstag aus?

Wie bereits erwähnt bin ich kein typischer Trader oder Daytrader. Täglich widme ich meinen Anlagen ca. zwei Stunden. Kauf- und Verkaufsentscheidungen werden nur einmal pro Woche, nämlich Freitags nach Handelsschluss, getroffen und zu Wochenbeginn ausgeführt. Ausnahmesituationen, wie wir sie gerade jetzt (August 2015) sehen, erfordern teilweise mehr Aktivität

Wie viele wikifolios führen Sie derzeit? Sind Sie bereits „Real-Money“-Trader?

Ich führe zurzeit vier Wikifolios, von denen drei bereits investierbar sind, auch für das Vierte wurde die Emission des Zertifikats bereits beantragt. Ich bin selbst in allen meinen Wikifolios investiert und daher auch „Real-Money-Trader“.

**Was sind für Sie die Gründe, Ihre Handelsstrategie als wikifolio zu

veröffentlichen?**

Die Idee der Wikifolios finde ich genial. Man kann verschiedene Anlagestrategien an den unterschiedlichsten Märkten umsetzen und andere interessierte Anleger am eigenen Anlageerfolg teilhaben lassen. Ein weiterer Grund ist, dass die Anlage in Wikifolios natürlich auch gebührenfreundlich ist. Zudem werden realisierte Gewinne erst dann steuerpflichtig, wenn das Zertifikat verkauft wird.

Was zeichnet grob umrissen Ihren Handelsstil (auf wikifolio.com) aus?

Über die Jahre habe ich gelernt, dass es sich nicht lohnt, sich in einzelne Unternehmen zu „verlieben“ und diese ewig im Depot zu behalten. Vielmehr suche ich ständig nach innovativen, zukunfts-orientierten Unternehmen, die das Potenzial haben, den Gesamtmarkt outzuperformen. Aus den gefundenen Werten entstehen Watchlisten. Die jeweils stärksten Werte wähle ich aus, um meine Portfolios zu erstellen. Ich überprüfe diese Zusammensetzung dann wöchentlich.

Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung Ihrer wikifolios?

Wenn Sie mich vor zwei Wochen gefragt hätten, hätte ich mit „sehr zufrieden“ geantwortet, da fast alle Wikifolios nahe am All-Time-High notierten. Zurzeit befinden wir uns in einer heftigen Korrekturphase, die zweifelsohne auch zur Börse gehört. Alle Wikifolios sind nach wie vor in der Gewinnzone und ich arbeite nun aktiv daran wieder die alten Hochs zu erreichen. Auch qualitativ hochwertige Aktien korrigieren mit dem Gesamtmarkt, sie gehen jedoch gestärkt aus dieser Korrektur heraus und erreichen dann oft schnell neue Hochs.

Was war Ihr Trading-Highlight der letzten 360 Tage?

Der Star ist nie die einzelne Aktie, sondern immer das gesamte Depot. Das trifft für alle meine Wikifolios zu. Am besten entwickelte sich mein Wikifolio „All In One“ mit einer Jahresperformance von knapp 80% bei nur geringen Drawdowns – und das ausschließlich mit Qualtätsaktien.

Wie beurteilen Sie das Börsenjahr 2015?

Das Börsenjahr 2015 verlief bisher sehr gut. Momentan befinden wir uns in einer stärkeren Konsolidierung. Ich denke, dass sich bald ein Boden ausbilden wird und traue dem Markt trotzdem eine Jahresendrallye zu.

Welche Märkte machen aktuell am meisten Spaß/Sinn?

Ich bin am deutschen und amerikanischen Markt investiert und beide bereiten mir viel Freude. Es entscheidet immer die Qualität der gehandelten Werte.

Welche Aktien bzw. Wertpapiere favorisieren Sie aktuell auf mittelfristige Sicht?

Für die Zukunft sehe ich Aktien aus den Sektoren „Erneuerbare Energien“, Pharma und Biotech, Robotik, aber auch Nahrungsmittel und klassische Industrietitel als interessante Anlagen.

Welches war Ihre härteste Lektion, die Sie am Markt erfahren mussten?

Es ist menschlich, dass es nie Freude bringt, wenn die Kurse fallen und alle Welt den Untergang prophezeit. Ziemlich hart getroffen hat auch mich persönlich die Lehman-Pleite. Letztendlich haben sich auch in diesem Falle meine Werte schnell erholt.

Welche Ratschläge würden Sie einem Einsteiger mit auf den Weg geben?

Nie planlos und gefühlsgetrieben investieren, traden oder sonst am Markt agieren. Erfolgreich ist man nur mit einer Strategie, der man auch in schlechten Zeiten vertraut und sie somit klar befolgt. Dazu zählt auch ein striktes Risiko- und Moneymanagement.

Welches Buch können Sie anderen Tradern empfehlen?

Für mich waren Bücher von Buffett, Kostolani und Gebert hilfreich.