Grüne Wende an der Börse?

Die Europawahlen haben gezeigt: Der Klimaschutz ist nicht nur bei der jungen Bevölkerung (Stichwort: „Fridays for Future“) das Thema Nummer Eins, sondern jetzt auch bei den Wählern angekommen. Die Grünen sind europaweit auf einem Höhenflug.

In Deutschland verdrängt die Partei nach den großen Zugewinnen bei der Europawahl laut einer Forsa-Umfrage erstmals die Union als stärkste Kraft. Sie kommen demnach auf 27 Prozent, CDU und CSU verlieren zwei Punkte auf 26 Prozent und die SPD kommt sogar nur noch auf zwölf Prozent. In der Presse wird mit Robert Habeck sogar schon über den ersten möglichen Kanzler der Grünen diskutiert. Im Mittelpunkt der Partei stehen ökologische Themen, insbesondere der Klimaschutz durch umweltfreundlichen Verkehr und erneuerbare Energien. Auch die anderen Parteien versuchen, die ökologischen Themen wieder stärker zu besetzen und wollen mehr für den Klimaschutz tun.

Höchste Zeit also, sich mit möglichen Profiteuren einer verstärkten Klimaschutzpolitik zu befassen.

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2G Energy - Strom und Wärme, fast CO2-frei

Das mit einer Marktkapitalisierung von 160 Millionen Euro bewertete Unternehmen 2G Energy ist ein Hersteller sogenannter Blockheizkraftwerke (BHKW) zur dezentralen Energieerzeugung. Diese werden mit Erdgas und Biogas betrieben und sorgen für eine unabhängige Versorgung mit Strom und Wärme.

Der Kurs ist zuletzt deutlich angesprungen. Grund dafür sind gleich mehrere sehr positive Entwicklungen. Zunächst hat 2G Energy Anfang des Jahres erste Erfolge mit einem neu entwickelten BHKW auf Wasserstoffbasis gemacht, welches es erlaubt, Strom und Wärme nahezu CO2-frei und hocheffizient zu erzeugen. Dies ist vor allem in der aktuellen Diskussion um eine CO2-Steuer und um ein schnelles Ende der Kohleverstromung ein wichtiger Schritt. Das Thema Wasserstoff nimmt gleichzeitig an der Börse stark an Fahrt auf.

Auch die operative Entwicklung konnte zuletzt überzeugen. Das Unternehmen meldete im ersten Quartal einen Umsatzanstieg von 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das EBIT legte sogar um 19,6 Prozent zu. Auch der Ausblick ist zuversichtlich. Die EBIT-Marge soll im Gesamtjahr 2019 auf 5,5 bis 7 Prozent steigen (Vorjahr: 3,9 Prozent), der Umsatz auf 210 bis 230 Millionen Euro zulegen (Vorjahr: 209,8 Millionen). Interessant ist das vor allem vor dem Hintergrund, dass das Kurs-Umsatz-Verhältnis trotz steigender Margen und Umsätze mit 0,8 sehr niedrig ist.

Der Kurs ist wie erwähnt zuletzt stark gestiegen, die Schwäche an den Märkten konnte der Aktie nichts anhaben - ein gutes Zeichen, dass hier noch weiteres Potential vorhanden ist. Der Weg bis 40 Euro sollte frei sein, mittelfristig sind bei steigender Marge meiner Ansicht nach auch höhere Kurse möglich.

2G Energy

Der Aktienkurs von 2G Energy startet seit Jahresanfang durch - Gründe dafür gibt es mehrere.

Börsenneuling Akasol

Akasol ist erst ganz neu an der Börse, das IPO war im Juni 2018. Nach einem kurzen Anstieg auf 55 Euro fiel die Aktie bis auf 30 Euro. Seitdem hat sich das Papier aber wieder deutlich erholt: Aktuell notiert sie bei 44 Euro und hält sich trotz des schwachen Gesamtmarktes gut.

Das Unternehmen stellt Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batteriesysteme für Busse, Bahn, Lkws, Industriefahrzeuge und Boote her. Wegen der Diesel-Krise ist die Nachfrage zuletzt enorm gestiegen – immer mehr Städte wollen den öffentlichen Nahverkehr auf E-Busse umstellen. Dadurch besitzt das Unternehmen derzeit einen Auftragsbestand von 1,47 Milliarden Euro bis zum Jahr 2024. Zu den Kunden zählen Hersteller wie Daimler, Volvo, Bombardier, Alstom, Rolls Royce Power Systems und andere europäische Produzenten.

Die Gelder aus dem IPO nutzt Akasol zur Erweiterung der Kapazitäten am Standort in Langen sowie für einen neuen Hauptsitz in Darmstadt inklusive einer weiteren Produktionsstätte und einem Test- und Prüfzentrum. Zudem ist das Unternehmen in den USA auf der Suche nach einem Produktionsstandort, um den Markt dort direkt zu versorgen.

Für 2019 rechnet Akasol mit einem Umsatzanstieg auf mindestens 60 Millionen Euro, gegenüber 2018 ist das fast eine Verdreifachung. Die EBIT-Marge soll trotz hoher Investitionen bei mindestens sieben Prozent liegen.

Die Aktie ist sehr volatil und markteng, Trader brauchen also gute Nerven. Der hohe Auftragsbestand sichert die Umsätze aber ab. Kurse von 50 bis 55 Euro sollten bei einer weiter starken operativen Entwicklung möglich sein.

Akasol

Die Akasol-Aktie ist sehr volatil und markteng - Trader brauchen also gute Nerven.

Encavis - stetiges Wachstum mit Solar- und Windenergie

Encavis (früher Capital Stage) ist ein Betreiber von Solarkraftwerken und Windkraftparks in Deutschland und acht weiteren europäischen Ländern. Durch regelmäßige Zukäufe beläuft sich die Gesamterzeugungskapazität aktuell auf 1,5 Gigawatt. Das Schöne bei Encavis ist die stetige Entwicklung bei den Umsätzen und dem EBIT: Während das Unternehmen 2012 auf 45 Millionen Euro Umsatz und 20,5 Millionen Euro EBIT kam, ging es bis 2018 kontinuierlich aufwärts auf nun 248,8 Millionen Umsatz und 71,6 Millionen EBIT.

Jahr Umsatz (in Mio. Euro) EBIT (in Mio. Euro) Gewinn (in Mio. Euro) EPS DPS Dividendenrendite (in %)
2011 35,50 13,30 -0,90 -0,03 0,05 1,52
2012 45,10 20,50 8,60 0,18 0,08 2,11
2013 57,00 31,70 13,40 0,24 0,10 2,67
2014 77,80 46,40 25,50 0,35 0,15 3,12
2015 112,80 52,60 18,70 0,25 0,18 2,28
2016 141,80 59,70 11,40 0,13 0,20 3,15
2017 222,40 87,90 25,70 0,20 0,22 3,40
2018 248,80 71,60 5,10 0,04 0,24 4,36

Für 2019 hat Encavis vor Kurzem die Prognose erhöht: Der Umsatz soll bei über 260 Millionen liegen, das Ergebnis pro Aktie soll auf 40 Cent steigen (Prognose zuvor 35 Cent). Auch die Dividende steigt seit 2011 stetig an und beträgt mittlerweile 24 Cent pro Aktie, das entspricht einer Dividendenrendite von knapp vier Prozent.

Die Aktie ist eher ein defensives Investment, als Versorger kann sie für eine gewisse Stabilität im Depot sorgen, da die Erträge nicht von der Konjunktur abhängen.

Encavis

Als Versorger-Aktie kann Encavis als eher defensives Investment eingestuft werden.


 

Disclaimer: Michael Flender ist wikifolio-Trader und betreut als GoldeselTrading die beiden wikifolios Goldesel-Investing sowie Goldesel-Trading  . An dieser Stelle kommentiert er finanzmarktrelevante Nachrichten und Ereignisse und analysiert Aktien, in denen er möglicherweise auch im Rahmen seiner wikifolios engagiert ist. Der Text spiegelt die Meinung des Autors wider. wikifolio.com übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung. Die Charts wurden mit Traderfox erstellt. Weitere Einschätzungen von Flender zum Aktienmarkt gibt's auch auf seinem Instagram-Account „goldeselinvesting“.   

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