Tipps für Rendite trotz Nullzins

Nie wieder Zinsen? So absurd sich das auch anhören mag, es ist nicht unwahrscheinlich. Mitte September hat der scheidende EZB-Chef Mario Draghi in Sachen ultralockerer Geldpolitik nochmal nachgelegt. Der Leitzins bleibt zwar auf null Prozent, doch die Banken müssen noch höhere Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. 

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Quelle: freepik.com

Auch in den USA steigt die Notenbank auf die Zinsbremse. Das Niveau ist aber ein anderes. Die FED hat den Leitzins vor Kurzem zum zweiten Mal binnen drei Monaten auf eine Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent gesenkt. Geht es nach US-Präsident Donald Trump, war dies aber erst ein erster Schritt. Schon lange fordert er lautstark Null- oder Negativzinsen.

Wenig verwunderlich also, dass Blackrock-Manager Michael Krautzberger in einem aktuellen Handelsblatt-Interview attestierte: „Die Märkte erwarten Nullzinsen für immer.“ Soll heißen: Zumindest auf 10-Jahres-Sicht. Sind Nullzinsen für einen derart langen Zeitraum tatsächlich eine Option? Wahrscheinlich schon, denn immerhin hält das Umfeld der ultralockeren Geldpolitik nun bereits seit der Finanzkrise - also seit mittlerweile gut 10 Jahren - an. Wir haben neben dem folgenden Voting zwei Top-Trader aus der wikifolio.com Community nach ihrer persönlichen Zinsprognose befragt. Zusätzlich konnten wir ihnen den ein oder anderen Anlagetipp entlocken.

Weitere Votings inklusive der Endergebnisse finden Sie auf unserer Voting-Übersicht.

Höhere Zinsen nicht denkbar

Werner Krieger ( GFABoersenampel ), der für die GFA Vermögensverwaltung das wikifolio Dt. Aktien-Momentum-Protect betreut, ist sicher: „Höhere Zinsen sind angesichts hoher Schulden bei Unternehmen und Staaten in den nächsten Jahren nicht denkbar. Ein Ende der Niedrigzinspolitik ist erst denkbar, wenn sich die Weltwirtschaft spürbar und nachhaltig erholt, ohne von der Zinsfront gedopt werden zu müssen.“

Wer in diesem Umfeld Renditen erzielen will, muss laut Krieger umdenken: „Anleger müssen lernen mit höheren Volatilitäten umzugehen. Anlagen in regelbasierte Multistrategie-Ansätze sind zu bevorzugen. Buy-and-hold ist out.“ Krieger rät also, Kapital nicht in einer Strategie zu bündeln, sondern etwa Stock-Picking mit breit aufgestellten ETFs zu kombinieren. Die Investments in den jeweiligen Strategien sollten dann regelbasiert, wie beispielweise im Fall von Dt. Aktien-Momentum-Protect mit Hilfe einer Börsenampel, erfolgen.

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Wachstumsimpulse fehlen

„Was in 20 bis 30 Jahren ist, kann keiner seriös sagen, auch nicht beim Zinsniveau. Aufgrund der stetig steigenden Schulden rechne ich aber auch langfristig nicht mehr mit so hohen Zinsen wie früher,“ fasst wikifolio-Trader Michael Flender ( GoldeselTrading ) seine Erwartungen zusammen. Gefragt nach den Voraussetzungen für ein Ende der Nullzinspolitik antwortet Flender: „Für stärkeres Wachstum wäre wohl eine Reform der EU nötig und neue Wachstumsimpulse durch technologische Umbrüche wie etwa neue Geschäftsmodelle mit 5G, künstlicher Intelligenz (KI) und Virtual Reality.“

Nicht nur eine Meinung zum Markt, Flender hat außerdem konkrete Anlageempfehlungen parat für den Fall des anhaltenden Niedrigzinsniveaus: „Von Anleihen würde ich persönlich Abstand nehmen. Immobilien sind zum Teil stark überbewertet, hier wäre ich vorsichtig. 70 Prozent Aktien, 30 Prozent Cash,gegebenenfalls 10 Prozent Edelmetalle, wenn einem dies Sicherheit gibt. Die USA sollte weiter stark gewichtet sein, da hier auch in Zukunft viel Wachstum zu erwarten ist und viele neue Unternehmen aus Wachstumsbranchen wie KI, Software, Mobilität und Biotech heranwachsen.“

Dass Flender weiß, wovon er redet, beweist die Performance seines wikifolios Goldesel-Trading . Seit Beginn im Jahr 2013 konnte eine Performance von über 145 Prozent erzielt werden. Im Musterdepot setzt der Trader hauptsächlich auf deutsche Standard- und Nebenwerte, die in der Regel nur wenige Tage gehalten werden. In das zugehörige wikifolio-Zertifikat wurden bereits über vier Millionen Euro investiert.

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Kennzahlen

  • +161,2 %
    seit 10.10.2013
  • +6,1 %
    1 Monat
  • 0,9×
    Risiko-Faktor
  • EUR 4.136.921,46
    investiertes Kapital
Tägliche Kommentare zum Markt

Zum Abschluss hat Flender noch drei Tipps für Privatanleger parat, die trotz Nullzinsen und einer drohenden Rezession in Deutschland und womöglich auch in der Eurozone langfristig für attraktive Renditen sorgen sollten:

  1. Augen und Ohren öffnen: Achten Sie darauf, was in Ihrer Umwelt passiert. Welche neuen Trends lassen sich beobachten und dann im eigenen Portfolio mit Aktien abbilden? Oft gelingt einem das besser als professionellen Analysten, die in einer „Blase“ leben.
  2. Eine gute Mischung aus Dividendenaktien und Wachstumspapieren, die vielleicht erst in 10 Jahren Dividenden zahlen. Nicht stur auf die reine Dividendenrendite achten!
  3. Sei mutig in einer Panik, wenn die Zeitungen voll mit Hiobsbotschaften sind und kaufe dann großartige Unternehmen, die jede Krise überstehen.

Disclaimer: Jedes Investment in Wertpapiere und andere Anlageformen ist mit diversen Risiken behaftet. Es wird ausdrücklich auf die Risikofaktoren in den prospektrechtlichen Dokumenten der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft (Endgültige Bedingungen, Basisprospekt nebst Nachträgen bzw. den Vereinfachten Prospekten) auf www.wikifolio.com, www.ls-tc.de und www.ls-d.ch hingewiesen. Die Performance der wikifolios sowie der jeweiligen wikifolio-Zertifikate bezieht sich auf eine vergangene Wertentwicklung. Von dieser kann nicht auf die künftige Wertentwicklung geschlossen werden. Der Inhalt dieser Seite stellt keine Anlageberatung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.