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Das Vertrauen in Oracle steht auf wackeligen Beinen

Oracle hat mit seinen Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 in der vergangenen Woche einen Teil der zuletzt stark angeschlagenen Investment-Story repariert. Der große Befreiungsschlag bei der Aktie blieb bislang allerdings aus.

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Der Software- und Cloudkonzern Oracle steigerte den Q3-Umsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar und den bereinigten Gewinn je Aktie um 21 Prozent auf 1,79 Dollar. Besonders wichtig für den Markt war das Cloud-Geschäft: Die gesamten Cloud-Erlöse legten um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar zu, die Infrastruktur-Sparte sogar um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Noch stärker wirkte der Blick nach vorn: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen schnellten auf 553 Milliarden Dollar nach oben, ein Plus von 325 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2027 hob Oracle das Umsatzziel auf 90 Milliarden Dollar an.

Die Börse reagierte zunächst erleichtert. Nach den Zahlen schoss die Aktie um rund 12 Prozent nach oben, nachdem sie in den Monaten zuvor massiv unter Druck geraten war. Der Markt hatte vor allem an der Finanzierung des KI-Ausbaus gezweifelt. Oracle hatte Anfang Februar angekündigt, 2026 bis zu 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufnehmen zu wollen, um neue Rechenzentrumskapazitäten aufzubauen. Zugleich war die Sorge groß, Oracle könne sich mit seinen gewaltigen Investitionen zu stark an OpenAI koppeln. Zusätzliche Nervosität verursachte zudem der Mittelabfluss von rund 10 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr.

Genau an diesem Punkt versuchte der Vorstand zu beruhigen und betonte, dass viele der neuen KI-Verträge so strukturiert seien, dass die Kunden entweder vorab zahlen oder die benötigten GPUs selbst bereitstellen. Das würde das Finanzierungsrisiko begrenzen. Die Analysten von Wedbush sprachen im Anschluss von einer „großen Erleichterung“ für den Technologiesektor. Ohnehin sind die Banken immer noch sehr zuversichtlich. Das Konsenskursziel liegt laut aktien.guide mit 283 Dollar gut 80 Prozent über der aktuellen Notierung. Die größten Optimisten sehen den fairen Wert sogar bei 420 Dollar. Trotzdem setzen nach dem ersten Freudensprung bei der Aktie schnell auch wieder Gewinnmitnahmen ein.

Ein „fataler Denkfehler der Masse“

Baran Kaya kann die Skepsis vieler Investoren überhaupt nicht nachvollziehen. In seinem wikifolio Smart Money ist Oracle der zweitgrößte Depotwert. Zum Wochenstart hat er hier noch mal nachgelegt und den Depotanteil dadurch auf 14 Prozent geschraubt. Seiner Ansicht nach ist die Verwechslung von Cash-Burn aus operativer Schwäche mit Cash-Burn durch garantiertes Hyper-Wachstum der „absolute und fatale Denkfehler der Masse“. Der Engpass sei nicht die Nachfrage, sondern wie schnell Oracle Beton gießen und Stromkabel verlegen kann. „Die Aktie ist und bleibt aus meiner Sicht ein klarer Kauf“, schreibt der Trader, dem bei dem wikifolio seit Ende 2015 ein Wertzuwachs von 196 Prozent (11 Prozent p.a.) gelang. Investiert wird bevorzugt in Aktien von Firmen mit einer überdurchschnittlichen Managementqualität.

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cde

Kennzahlen

  • +198,6 %
    seit 24.11.2015
  • EUR 9.555
    Investiertes Kapital
  • +59,0 %
    Performance (1 J)
  • 27,4 %
    Volatilität (1 J)
Ø-Perf. pro Jahr: +11,2 %

Mutiger Einstieg wird belohnt

Christian Scheid war von dem Zahlenwerk ebenfalls angetan. „Erstmals seit mehr als 15 Jahren sind Umsatz und Gewinn in Dollar gerechnet jeweils um mehr als 20 Prozent gestiegen“, kommentierte der Trader am Freitag. Und er hatte auch direkt eine konkrete Empfehlung zur Hand: „Mutige Anleger können eine Spekulation in der Aktie wagen, sollten aber die hohe Verschuldung im Blick haben“. In seinem wikifolio Special Situations long/short hatte er schon vor den Zahlen eine Position bei Oracle aufgebaut, die er im Anschluss mit einem Gewinn von gut 5 Prozent wieder auflösen konnte. Das gesamte Portfolio bewegt sich seit dem Jahresstart seitwärts. Solche Phasen gab es auch in der Vergangenheit immer wieder mal, wenn die „Spezialsituationen“ an den Märkten nicht so richtig zünden wollten. Unter dem Strich konnte der Trader den Depotwert seit Ende 2013 dennoch um beeindruckende 867 Prozent steigern. Im Jahresdurchschnitt macht das einen Kurszuwachs von über 20 Prozent bei sehr niedrigen (zum Teil sogar negativen) Beta-Werten, also einer zu vernachlässigenden Abhängigkeit vom Gesamtmarkt.

Chart

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cde

Kennzahlen

  • +872,5 %
    seit 09.11.2013
  • EUR 15.192.658
    Investiertes Kapital
  • +3,0 %
    Performance (1 J)
  • 14,0 %
    Volatilität (1 J)
Ø-Perf. pro Jahr: +20,2 %

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