SAP nach dem Kursrutsch: Von Ernüchterung fehlt jede Spur

Die Veröffentlichung der Q2-Zahlen hat den Kurs der SAP-Aktie am Donnerstag schwer in die Knie gezwungen. In der Spitze fielen die Anteilsscheine des Walldorfer Softwareriesen um 10 Prozent.

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Drei Monate zuvor war der SAP -Kurs mit dem größten Tagesgewinn seit zehn Jahren noch auf ein neues Rekordhoch geklettert. Da hatte Europas größter Softwarehersteller die Ergebnisse zum ersten Quartal vorgelegt und gleichzeitig seine Prognosen angehoben. Obwohl die angehobenen Ziele sogar bestätigt wurden, reagierten die Marktteilnehmer diesmal enttäuscht. Wegen einer schwächeren Entwicklung des bisherigen Stammgeschäfts und höherer Kosten im Zuge der Neustrukturierung des Konzerns hatte der deutsche Softwarekonzern die Konsensschätzungen bei zahlreichen Kennzahlen leicht verfehlt. Daraufhin brach die Aktie des Tech-Riesen erst mal ein.

Viele Analysten interpretieren den Kursrutsch der SAP-Aktie indes als Chance zum günstigen Einstieg. Die Strategen von Jefferies zum Beispiel haben die Titel der Softwarefirma gerade mit „Buy“ eingestuft und mit einem Kursziel von 138 Euro versehen. Dem deutschen DAX-Konzern werden Umsatzchancen in Milliardenhöhe eingeräumt. Zudem sei das bis zum Jahr 2023 angepeilte und im April vom Markt gefeierte Ziel der Margenverbesserung „problemlos erreichbar“. Skeptischer äußert sich die Deutsche Bank, die einen weiteren Kursanstieg kurzfristig für unwahrscheinlich hält und das Kursziel von 135 auf 120 Euro gesenkt hat. Die Aktie notiert aktuell bei rund 112 Euro.

Alles eine Frage der Perspektive

Der Diplom-Informatiker Felix Hagmann (Zinseszins) hat die Zahlen von SAP ebenfalls sehr genau analysiert und festgestellt, dass die Stimmung beim SAP-Management (sehr positiv) deutlich von der Marktreaktion (sehr negativ) abweicht. Als Grund dafür nennt er die verschiedenen Sichtweisen auf die Zahlen: „SAP blickt vor allem auf das strategisch aussagekräftigere, bereinigte Ergebnis (non-IFRS); der Markt war so frei, sich auf die IFRS-Zahlen zu fokussieren, welche die vollständigere Sicht bieten.“ Letztere beinhalten „unter anderem Restrukturierungsaufwände und Kosten für aktienkursbasierte (dieser ist deutlich gestiegen) Bonusprogramme“. 

Ich sehe kurzfristige Ergebnisschwankungen gelassen, solange der generelle Aufwärtstrend gemäß der Managementprognosen erhalten bleibt.

Felix Hagmann
Zinseszins

In seinem wikifolio IT Leader, das seit April 2015 um 94 Prozent zulegte, zählt die SAP-Aktie mit einem Depotanteil von 18 Prozent unverändert zu den Schwergewichten. Und daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern, wie sein Kommentar verrät: „Als Langfristinvestor sollte man eine integrierte Sicht herstellen, welche kurzfristige Kosten ins Verhältnis setzt gegenüber dem strategisch wichtigen Umsatzwachstum und der prinzipiell erreichbaren Profitabilität. SAP hat sich in den letzten drei Jahren als stabiler Bestandteil des wikifolios bewährt, daher sehe ich kurzfristige Ergebnisschwankungen gelassen, solange der generelle Aufwärtstrend gemäß der Managementprognosen erhalten bleibt.“

Chart

Kennzahlen

  • +85,3 %
    seit 12.04.2015
  • -7,2 %
    1 Jahr
  • 1,2×
    Risiko-Faktor
  • EUR 687.182,26
    investiertes Kapital
Top-wikifolio

Kleiner Rebound-Trade im Sommerhandel

Axel Albietz ( TraderOnkel ) verfolgt bei SAP in seinem wikifolio  AA+ Master-Trading ohne Hebel einen komplett anderen Ansatz. Seinen Einstieg nach dem Kursrutsch versah er mit folgendem Hinweis: „Kleine Rebound-Position bei SAP eröffnet. Für den Stopp bietet sich ein Niveau zwei bis drei Prozent unter dem Tagestief an.“ Da die erhoffte Erholung bislang nur sehr dünn ausgefallen ist, liegt er bei der Position aktuell auch nur geringfügig vorne. Noch aber hat der erfahrene Trader Geduld. Dass er oftmals ein gutes Gespür für vielversprechende Chancen an den Märkten besitzt, zeigt die Verdoppelung des Depotwertes seit März 2016. Auf die immer mal wieder eingebaute Absicherung in Form eines Short-Produktes auf den DAX verzichtet Albietz zurzeit übrigens. Dennoch rät er im aktuellen Umfeld dazu, „die Füße still zu halten und das Sommerwetter zu genießen“. Bei den aktuellen Temperaturen ist das ohne Zweifel eine gute Idee!

Chart

Kennzahlen

  • +91,0 %
    seit 22.03.2016
  • -4,4 %
    1 Monat
  • -
    Risiko-Faktor
  • EUR 3.674.452,69
    investiertes Kapital
Auf 5.055 Watchlists vertreten!

Die 10 meistgehandelten Aktien der letzten 7 Tage auf wikifolio.com

# Name ISIN Handelsvolumen (in Euro) Alle Trades Käufe
1 Wirecard DE0007472060 1.474.292,79 887 60%
2 SAP DE0007164600 639.031,41 515 67%
3 Netflix US64110L1061 147.773,43 314 67%
4 ThyssenKrupp DE0007500001 670.889,76 303 57%
5 Microsoft US5949181045 34.755,71 289 69%
6 Deutsche Bank DE0005140008 338.356,76 279 51%
7 Nordex DE000A0D6554 441.214,27 256 63%
8 Lufthansa DE0008232125 1.290.839,06 248 62%
9 Aumann DE000A2DAM03 361.864,66 203 74%
10 Amazon US0231351067 11.370,25 199 64%

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