06.11.2014| Von: Stefan Greunz |

Obwohl deutsche Aktien in den vergangenen Monaten deutlich schlechter abgeschnitten haben als zum Beispiel die Titel an den amerikanischen Börsen, halten die Trader bei wikifolio.com den heimischen Werten unverändert die Treue. Bei jedem fünften investierbaren wikifolio waren in den letzten 12 Wochen im Durchschnitt mindestens 60 Prozent des Gesamtwertes in Wertpapieren aus Deutschland angelegt, was die Kennzeichnung „Schwerpunkt Deutschland“ nach sich zieht. Grund genug, die hier in der Top-wikifolio-Rangliste ganz oben stehenden wikifolios mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Auffällig ist dabei, dass sich die maximalen Verluste trotz zum Teil recht spekulativer Anlagestrategien in einem sehr überschaubaren Rahmen bewegen. Zu verdanken ist das vor allem dem sehr professionellen Positionsgrößen- und Risikomanagement der Trader.

Auf Platz eins der aktuellen Top-wikifolio-Rangliste findet man das wikifolio „Trade and Fade“ von Lars Erichsen („Dharma“). Obwohl der Trader hier komplett auf Optionsscheine und Knock-out-Produkte verzichtet, gelingt es ihm bislang sehr erfolgreich, die kurzfristigen Schwankungen am Markt auszunutzen. Dafür werden hauptsächlich Aktien und leicht gehebelte Exchange Traded Funds (ETF) mit einer Haltedauer von wenigen Stunden bis maximal einigen Wochen gehandelt. Erichsen vertraut dabei einem Handelssystem, welches nach eigenen Angaben über die vergangenen 14 Jahre sehr stabil war und daher auch zukünftig „unabhängig von den jeweiligen Marktphasen eine dauerhafte Outperformance des Gesamtmarktes bei sehr flachen Draw-Down-Phasen“ erzielen soll. Seit der Auflegung des wikifolios im Januar 2013 gelang bisher eine Performance von gut 29 Prozent bei einem maximalen Rückschlag von lediglich 5,5 Prozent. Momentan notiert das wikifolio auf Allzeithoch (ISIN des Zertifikats: DE000LS9AMP8).

alt text

Mit einer selbst entwickelten Handelsstrategie, die „in keinem Lehrbuch steht“, agiert Andreas Fabian („Broki”) bei seinem auf Platz zwei der Rangliste notierenden wikifolio „Swing Konverter“. Der seit 1998 aktive Daytrader handelt hier eine ursprünglich für den DAX-Future entworfene „Swing Strategie“ mit Hilfe von ETFs auf den DAX nach. Die Strategie, die ebenfalls nur eine relativ kurze Haltedauer der jeweiligen Produkte vorsieht, basiert auf technischen Indikatoren und wird von dem Trader selbst als „spekulativ“ bezeichnet. Trotzdem soll der maximale Drawdown die Marke von ca. zehn Prozent nicht übersteigen. Bei dieser Zielsetzung ist bislang eine Punktlandung gelungen. Der größte Verlust seit Auflegung des wikifolios im Februar des vergangenen Jahres betrug exakt zehn Prozent. Demgegenüber steht eine Performance von gut 46 Prozent. Die in der Regel täglich durchgeführten Trades werden sehr ausführlich kommentiert, so dass Anleger jederzeit wissen, warum in diesem wikifolio beim DAX gerade Long oder Short gehandelt wird (ISIN des Zertifikats: DE000LS9AYM0).

Auf Platz drei der aktuellen Rangliste hat es Andrea Goletz („oeconomix“) mit ihrem wikifolio „Deutschlands größte Familienunternehmen“ geschafft. Das durch den Namen sehr klar definierte Anlageuniversum beschränkt sich auf die Mitte 2011 im Handelsblatt veröffentlichte Liste der „Top 30 der deutschen Familienunternehmen“, deren Aktien fast alle im DAX oder MDAX gelistet sind. Genau ein Drittel dieser Werte ist aktuell Bestandteil des wikifolios, wobei der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care mit einem Anteil von fast 30 Prozent überdurchschnittlich hoch gewichtet ist. Seit Auflegung des wikifolios im Mai 2012 beträgt die Performance des wikifolios knapp 50 Prozent, der maximale Verlust liegt bei rund 13 Prozent. Das im September 2012 erstmals investierbare wikifolio-Zertifikat (ISIN: DE000LS9ACF0) kommt bislang auf ein Plus von 38 Prozent, was leicht unter der MDAX-Performance (+44 Prozent), aber deutlich über der Wertentwicklung des DAX (+25 Prozent) liegt.