20.10.2014| Von: Andreas Kern |

Die heftigen Kursschwankungen an den Aktienmärkten sind für viele kurzfristige Trader das perfekte Umfeld. Gerade wer intraday auf schnelle Kursgewinne spekuliert, freut sich über jede starke Bewegung. Ob die Kurse steigen oder fallen, spielt dabei keine Rolle. So reizvoll diese „Rein und Raus“-Mentalität auch ist, so gefährlich kann das Ganze natürlich auch sein. Um dabei wirklich nachhaltig erfolgreich sein zu können, benötigt es eine gute Ausbildung, höchste Disziplin und viel Erfahrung. Doch nicht für jeden ist diese Anlagephilosophie geeignet. So gibt es auf der anderen Seite der Trading-Branche auch viele Akteure, die ihren Fokus auf langfristiges Kapitalwachstum bei möglichst geringen Risiken richten. In der aktuell so hektischen Marktphase trennt sich auch hier die Spreu vom Weizen und es zeigt sich, welche Strategien die wirklich schlimmen Börsenstürme gut überstehen.

Das wikifolio „Shortfolio defensiv“ von Franz Hinterwirth („FranzKarl“) zählt ohne Frage zu den wikifolios, die gute Chancen haben, sich selbst in der aktuell wirklich nicht einfachen Phase zu behaupten. Bei einem maximalen Verlust von gerade einmal 2,8 Prozent konnte seit dem Start vor neun Monaten eine Performance von 6,4 Prozent erzielt werden. Mit Blick auf das aktuelle Zinsniveau ist das eine durchaus attraktive Rendite. Der Trader beschreibt das wikifolio als „langfristige Diversifizierung bzw. Stabilisierung für alle long-lastigen Wertpapierdepots“. Es geht ihm also nicht darum, das Maximale aus den Märkten herauszuholen (was auf Dauer eh keinem gelingt), weshalb er bei seinen Investments auch alle Wertpapiere berücksichtigt, die bei fallenden, seitwärts laufenden oder leicht steigenden Märkten Rendite erzeugen. Bevorzugt werden marktneutrale Strategien bzw. eine breite Asset Allocation, was sich in seinem auf den ersten Blick recht „wild“ zusammengesetzten wikifolio genauso widerspiegelt.

Aktuell findet man hier mehr als 40 verschiedene Positionen, ohne dass darunter eine einzige Aktie ist. Stattdessen setzt der Trader zu rund 20 Prozent auf Exchange Traded Funds und zu 80 Prozent auf strukturierte Wertpapiere, darunter hauptsächlich Anlagezertifikate. Beide Segmente enthalten Produkte, die tendenziell auf (moderat) steigende Kurse setzen, aber auch Papiere, die in Phasen mit fallenden Notierungen profitieren. Eine Mischung, die sich bislang bewährt hat.

Die 10 Zertfikate mit den meisten Trades (Stand: 10.10.2014 - 17.10.2014)

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Basis: Alle investierbaren wikifolios

Im Zuge der jüngsten Kursturbulenzen an den Börsen hat der Trader einige Umschichtungen vorgenommen, um sich neu zu positionieren: „Depotbereinigung der letzten Tage: Gewinnmitnahmen bei Reverse Bonus-Zertis, welche bereits "fast" ausgereizt waren und somit kaum mehr Gewinnpotential hatten. Verkauf (Verlustbegrenzung) von Discountern auf Einzelaktien, welche ihren Puffer schon aufgebraucht hatten“. Bei den gut gelaufenen und deshalb nahe ihrem Höchstbetrag notierenden Reverse Capped-Bonussen auf den DAX hat er Gewinne zwischen 4,5 und 6,3 Prozent realisiert. Die dafür neu erworbenen Zertifikate erzielen bei Fälligkeit Ende 2015 ihr bestmögliches Ergebnis, wenn der DAX bis dahin nie über die Marke von 11100 bzw. 11500 Punkten klettert. Im Erfolgsfall winken dann Erträge zwischen fünf und sieben Prozent. Daneben hat er die stark gefallenen Kurse und die gleichzeitig verbesserten Konditionen vieler Papiere genutzt, um weitere Aktien-Discounter zu erwerben. Als Beispiel dafür soll ein Zertifikat auf den Pharmakonzern Bayer dienen, wo bis September 2015 ein Ertrag von gut acht Prozent winkt, wenn die aktuell bei rund 102 Euro notierende Aktie am Ende mindestens bei 98 Euro steht. Anleger können in das dazugehörige wikifolio-Zertifikat (ISIN: DE000LS9CZQ4) seit Mitte September investieren.