Die -Aktie steigt nach der Vorlage von starken Quartalszahlen auf den höchsten Stand seit sieben Wochen. Binnen eines Jahres liegt der Titel zwar immer noch ein Drittel im Minus, aber immerhin zeichnet sich seit Donnerstag eine Wende ab. Kann SAP im KI-Zeitalter nicht nur bestehen, sondern vielleicht sogar davon profitieren?
Q2-Ergebnis entkräftet KI-Sorgen
Seit Donnerstagabend läuft die SAP-Aktie - zumindest bis heute. Nach einem Anstieg von rund 26 % innerhalb von vier Handelstagen notierte der Titel zuletzt bei 162 Euro. Zuvor war der Kurs auf das niedrigste Niveau seit November 2023 gefallen. Der Auslöser für die aktuelle Gegenbewegung: unerwartet starke Q2-Zahlen, die SAP am Donnerstagabend nach Börsenschluss veröffentlichte. Besonders positiv aufgenommen wurde der Auftragsbestand im Geschäft mit Cloud-Software, der die Analystenerwartungen übertraf. Die Cloud-Umsätze wuchsen um 22 %. Der Cloud-Auftragsbestand kletterte um 27 % auf 22,9 Milliarden Euro. Insgesamt steigerte SAP den Umsatz im Q2 um mehr als erwartete 9 % auf 9,88 Milliarden Euro. Der Nettogewinn legte um 25 % auf 2,21 Milliarden Euro zu.
Mit der starken Entwicklung im Cloud ERP-Segment übertraf SAP in einem zentralen Wachstumsbereich die Erwartungen und lieferte neue Argumente für die langfristige Entwicklung des Konzerns. Gleichzeitig spürt auch SAP den KI-Investitionsdruck: Die Deutschen nahmen die Prognose für das Wachstum des operativen Gewinns im Gesamtjahr zurück. Das Management erwartet nun einen Anstieg in einer Spanne von 13 bis 17 % (zuvor: 14 bis 18 %). Als Gründe nannte SAP die Übernahmen von Dremio und Prior Labs sowie höhere Investitionen in Künstliche Intelligenz.
Insgesamt war SAP mit den Quartalszahlen aber jedenfalls in der Lage, die jüngsten Investorenängste etwas zu zerstreuen. Investoren trieb die Frage um, ob KI die klassischen Software-as-a-Service-Modelle aushöhlen könnte, wenn Unternehmen künftig mit KI-Agenten arbeiten statt mit teuren Software-Lizenzen. Metzler-Analyst Oliver Frey sieht in den Q2-Zahlen ein erstes Signal, das diese Sorgen zumindest etwas dämpft. Jefferies-Analyst Charles Brennan geht weiter und erklärt die jüngste Vorsicht der Anleger schlicht für widerlegt. Jefferies hält sein Kursziel von 210 Euro und die Kaufempfehlung aufrecht.
Deutlich übergewichtet, wachsende Beliebtheit
In den wikifolios war SAP bereits vor dem Kurssprung im Vergleich zu einem globalen Aktienkorb wie dem MSCI ACWI überproportional stark vertreten - der Titel wird auf wikifolio.com um den Faktor 3 übergewichtet (0,45 % vs. 0,15 % Anteil). Auch der gesamte Tech-Sektor ist in den wikifolios stärker vertreten als im Vergleichskorb, allerdings "nur" um den Faktor 1,3 (32,6 % vs. 24,6 %). Klarerweise kann SAP aber mit Big Tech aus den USA nicht mithalten - weder im MSCI ACWI noch in den wikifolios. Daher bleibt SAP in Sachen Gewichtung relativ weit hinter den US-Tech-Größen und damit auch hinter dem Tech-Sektor insgesamt zurück.
Aber: Die Beliebtheit der Aktie wächst. Aktuell ist SAP in 8,44 % aller investierbaren wikifolios vertreten, vor zwölf Monaten waren es 7,79 %. Ein moderater, aber stetiger Anstieg. Besonders auffällig ist die Verankerung bei den erfolgreichsten Portfolios der Plattform: SAP ist in 30 von 316 "Alpha Strong" wikifolios vertreten, also jenen investierbaren wikifolios, die bislang nachweislich eine marktunabhängige Überrendite von mehr als 5 % pro Jahr erzielten.
Gekauft im Rücksetzer, schon im Plus
Einer, der SAP gezielt in der Schwächephase aufgebaut hat, ist Top-Trader Simon Weishar. Sein wikifolio Szew Grundinvestment läuft seit Dezember 2014 und kommt auf eine Performance von +24,7 % pro Jahr, was aktuell für Platz 1 der wikifolio Rangliste reicht. Seine Investment-Strategie: eine Mischung aus soliden Dividendentiteln, fundamental unterbewerteten Aktien mit Turnaround-Potenzial und ausgewählten Wachstumswerten vorrangig aus Deutschland und der EU, bewertet anhand eines selbst entwickelten Algorithmus für den inneren Wert einer Aktie.
Weishar hat SAP erst Mitte Juni 2026 ins Portfolio aufgenommen, also genau in der Phase, als die Aktie auf das Mehrjahrestief gedrückt wurde. Der durchschnittliche Einkaufspreis liegt bei 134,72 Euro. Mittlerweile hat Weishar bereits Teilgewinne realisiert. Aktuell kommt SAP im wikifolio noch auf einen Anteil von 4,6 %. Diese verbliebene Position liegt derzeit +21,5 % im Plus.
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"Attraktive KI-Optionalität"
Auch Florian Niewöhner hält SAP. In seinem wikifolio Singularity-Strategie kommt der deutsche Softwaregigant sogar auf einen Anteil von 10,2 %. Die Position liegt knapp 10 % im Plus. Mitte Juni erklärte der Trader, wie er sein Portfolio gezielt umgebaut hat: „Ich habe das Portfolio konsequent von klassischen KI-Hype-, Halbleiter- und Modellwetten in Richtung industrielle Automatisierung, Physical AI, Daten-/Workflow-Unternehmen und Plattform-Gatekeeper umgebaut. [...] SAP, Siemens, RELX, Wolters Kluwer, SMC, Daifuku, Zebra und Verisk richten das Portfolio stärker auf reale Anwendungen, Margen und Produktivitätseffekte aus.” SAP soll hier also gezielt eben nicht eine Wette auf den KI-Hype sein, sondern leistet einen Beitrag zu einem breiten Fundament samt attraktiver langfristiger KI-Optionalität.
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Gerald Asamer gibt sich ebenfalls optimistisch. Er hat erst diese Woche bei SAP für sein wikifolio Global News and Trends zugeschlagen und liegt bei der Position bereits 5 % im Plus: "Ich war von den SAP-Zahlen eher überrascht! Der Markt könnte hier möglicherweise auch die europäische IT-Souveränität spielen. Eine erst Position wird aufgebaut."
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