So gut wie Gold

Seit einigen Monaten halten uns steigende bzw. hohe Inflationszahlen auf Trab. Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht dies- oder jenseits des Atlantiks neue Mehr-Dekaden-Hochs beim Preisauftrieb vermeldet werden.

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Quelle: freepik.com

Die Märkte reagierten auf das Anziehen der Teuerung bislang dennoch ziemlich gelassen. Eine Erklärung könnte sein, dass sehr häufig zu hören ist, dass die Teuerung aufgrund verschiedener Einmal- und Basiseffekte wohl ein nur vorrübergehendes Phänomen bleiben werde.

Treibstoff von der Notenbank

Auch die Europäische Zentralbank selbst schlägt mit ihren Inflationsprognosen in diese Kerbe. Zwar wurde die Vorausschau zuletzt leicht erhöht, für die nächsten Jahre sieht sie aber dennoch weiter Inflationsraten von unter 2 % p.a., die damit sogar unter dem selbstgesteckten Inflationsziel liegen würden. Nun kann man sich über den Wert solcher Makroprognosen streiten, aber die wesentliche Aussage ist doch, dass die in Sachen Inflationsbekämpfung zuständige EZB derzeit keinen echten Handlungsbedarf sieht. Solange es aber bei symbolischen Maßnahmen bleibt, dürften die Märkte damit auch weiter gut leben können. Selbst das Gold wurde mit dem jüngsten Sprung über die wichtigen Marken von 1.800 bzw. 1.830 USD wiederentdeckt. Dazu dürfte die weltweit anhaltend lockere Geldpolitik mehr beigetragen haben als aktuelle Spannungen an der polnischen Grenze.

Ziemlich speziell

Alles in allem befinden wir uns aber in einer ziemlich speziellen Situation, und das ist ein Fall für Christian Scheid ( Scheid ) mit seinem wikifolio Special Situations . Während sich reine Branchen- oder Länderansätze in Umbruchsphasen mitunter schwertun können, bindet sich Scheid nicht durch unnötige Vorgaben: Sein Spielfeld sind die Aktien dieser Welt und auch bei der Haltedauer ist vieles möglich. Der Zeitraum „wenige Stunden/Tage bis mehrere Monate“ überstreicht jedenfalls ein weites Spektrum. Beliebig ist sein Anlagestil dennoch nicht. Vielmehr konzentriert er sich auf jene zwölf Konstellationen, die nach seiner Erfahrung eine überdurchschnittliche Rendite erwarten lassen. Auch drei Edelmetallminen fanden ihren Weg in das wikifolio. Größte Einzelposition ist allerdings der Impfstoffhersteller BioNTech , und dass es sich bei dessen Geschäftsmodell um eine spezielle Situation handelt, können wir derzeit stündlich aus den Nachrichten erfahren. Mit einer durchschnittlichen Jahresperformance von +17,5 % seit der Auflegung im September 2012 – also seit mehr als neun Jahren – hat Scheid zumindest bewiesen, dass spezielle Situationen eigentlich zum Börsenalltag gehören.

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cde

Kennzahlen

  • +340,9 %
    seit 12.09.2012
  • +21,7 %
    1 Jahr
  • 0,63×
    Risiko-Faktor
  • EUR 1.734.286,45
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: +17,5 % Prozent

Trends mit Sicherheitsnetz

Auch David Hauck ( Calvet ) will sich mit seinem wikifolio Calvet Research Bewertung&Trends nicht an eine bestimmte Branche binden. Vielmehr fühlt er sich einem Ansatz verpflichtet, den er weltweit auf Aktien, ETFs, Zertifikate und Fonds anwendet. Die wesentlichen Eckpfeiler sind, wie die Bezeichnung des wikifolios schon verrät, Bewertungskennzahlen und Trends. Spannend ist die konkrete Interpretation beider Begriffe: So geht es beim Thema Bewertung nicht nur um Substanz, Cashflow und GuV, sondern ganz wesentlich auch um die Verschuldung eines Unternehmens – ein zusätzliches Sicherheitsnetz für die Investments, wenn man so will. Auch das Thema Trend weist über den bloßen Aktienkurs hinaus. Hauck berücksichtigt hier auch Zyklen und Prognosen namhafter Marktforschungsunternehmen. Und auch er setzt aktuell unter anderem auf Edelmetalle, wobei Barrick Gold mit einem Anteil von 8,4 % aktuell sogar seine drittgrößte Position ist. Eine kleinere Position des Silberproduzenten First Majestic Silver findet sich ebenfalls in dem breit diversifizierten wikifolio. Seit Januar 2013 konnte Hauck mit seiner Strategie eine durchschnittliche Jahresperformance von 18,9 % erzielen, was insgesamt einem stattlichen Zugewinn von 358 % entspricht.

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cde

Kennzahlen

  • +344,6 %
    seit 30.01.2013
  • +7,6 %
    1 Jahr
  • -
    Risiko-Faktor
  • EUR 1.756.667,18
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: +18,9 Prozent

Verbotene Früchte

Gold gilt ja eher als Anlage für Nicht-Anleger und schon gar nicht für Trader. Entsprechend ist oft Kaufen und Liegenlassen die Devise für den privaten Goldschatz. Manche sehen in Edelmetallen gar eine Art verbotene Frucht, liegen sie doch einigermaßen quer zu den meisten anderen Anlagen. "Verbotene Früchte" gibt es allerdings auch an den Aktienmärkten selbst. Davon jedenfalls ist Florian Hiller ( showmethemoney ) überzeugt, der sein wikifolio konsequenterweise The next forbidden Fruit taufte. Tatsächlich lohnt der Blick in den Korb der verbotenen Früchte. Dort sehen wir beispielsweise Abbott Labs mit einem satten Plus von 126 %. Das wäre an sich schon bemerkenswert, noch bemerkenswerter ist allerdings, dass dies Hillers Titel mit der „schlechtesten“ Performance ist. Spitzenreiter ist der Streamingdienst Netflix mit einem Plus von atemberaubenden 6.432 %, zugleich mit einem Anteil von 19 % auch die größte Einzelposition. Ebenfalls höchst bemerkenswert ist, dass sich nicht eine Position des wikifolios im Minus befindet, was Sie aber sicher bereits aus der Aussage zur „schlechten“ dreistelligen Abbott-Performance abgeleitet haben. Hillers verbotene Früchte sind damit nicht nur so gut wie Gold, sondern um einiges besser. Die Strategie Kaufen und Liegenlassen ging jedenfalls mit einer durchschnittlichen Jahresperformance von +25,6 % seit Mai 2012 bestens auf.

Chart

abc
cde

Kennzahlen

  • +810,2 %
    seit 02.05.2012
  • +37,3 %
    1 Jahr
  • 0,73×
    Risiko-Faktor
  • EUR 373.176,73
    investiertes Kapital
Ø-Performance pro Jahr: +25,6 Prozent

Was kommt?

  • Das sollten Anleger in der nächsten Woche im Auge behalten

Auch in der kommenden Woche drehen sich die Wirtschaftsdaten um steigende Preise. Eurostat veröffentlicht BIP-Zahlen zum dritten Quartal (Dienstag) und zur Inflation im Oktober (Mittwoch). Am Freitag meldet das Statistische Bundesamt dann die Entwicklung der Erzeugerpreise, die zuletzt um +14,2 % angestiegen sind. Sie gelten als Frühindikator für den künftigen Anstieg der Verbraucherpreise.


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