KENT (dpa-AFX) - Im Weltraum-Wettlauf der Tech-Milliardäre verstärkt Amazon (Im Portfolio von Dominik Doster+60,1 %)-Gründer Jeff Bezos die Konkurrenz zu Elon Musks Satelliten-Internetsystem Starlink. Bezos' Weltraumfirma Blue Origin kündigte ein Hochgeschwindigkeits-Netz für Unternehmen mit dem Namen TeraWave an. Die ersten der gut 5.400 dafür eingeplanten Satelliten sollen Ende 2027 ins All starten.
Bei solchen Systemen kommuniziert Technik auf dem Boden direkt mit den Satelliten. Sie können damit herkömmliche Telekommunikations-Infrastruktur ersetzen. Zugleich sind die Kapazitäten eingeschränkter und die Reaktionszeiten etwas langsamer. Aktuell brauchen Kunden Empfangsstationen mit Antennen.
Amazon macht Starlink schon Konkurrenz
Amazon, wo Bezos 2021 den Chefposten aufgab, aber weiterhin größter Aktionär ist, baut bereits eine Starlink-Alternative auf. Das System Amazon Leo soll mit über 3.200 Satelliten Download-Geschwindigkeiten zwischen 100 Megabit und einem Gigabit pro Sekunde liefern - und hätte damit in etwa die Geschwindigkeit schneller Internetleitungen für Privathaushalte.
Starlink wird von Musks Weltraumfirma SpaceX betrieben und soll in der nächsten Generation ebenfalls auf Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde hochgestuft werden. Bei TeraWave verspricht Blue Origin ein noch viel höheres Tempo: Bei den 5.280 Satelliten in niedriger Umlaufbahn sollen es bis zu 144 Gigabit pro Sekunde sein. Bei weiteren 128 Satelliten in mittlerer Umlaufbahn ist sogar von bis zu 6 Terabit pro Sekunde die Rede - 6.000 Mal schneller als eine Gigabit-Leitung.
SpaceX war mit Starlink ein Vorreiter bei schnellem Internet aus dem All. Amazon ging aber frühzeitig davon aus, dass es Interesse an einer Alternative geben wird. Musk und Bezos konkurrieren schon seit Jahren mit ihren Raketen-Projekten.
Kontroversen um Starlink
Starlink-Systeme werden unter anderem auch von der ukrainischen Armee eingesetzt. Sie waren besonders wichtig zu Beginn des Krieges gegen den Angreifer Russland, nachdem die Invasoren herkömmliche Telekommunikations-Infrastruktur zerstört hatten. Starlink stellte die Geräte zunächst selbst zur Verfügung, inzwischen gibt es einen Vertrag mit dem Pentagon für die Versorgung der Ukraine.
Bis zum Abschluss dieses Vertrags konnte Musk über die Verwendung von Starlink in dem Konflikt bestimmen. So sagte der Tech-Milliardär seinem Biografen Walter Isaacson, dass er sich geweigert habe, auf Bitten der Ukraine die Starlink-Versorgung in der Nähe der von Russland besetzten Halbinsel Krim freizuschalten - und damit einen Angriff auf dort stationierte russische Truppen verhindert habe.
Aktuell streitet Musk mit Ryanair (Im Portfolio von Wilfried Schopges+206,8 %)-Chef Michael O'Leary, der Flugzeuge des Billigfliegers nicht für den Einsatz von Starlink aufrüsten will. O'Leary argumentiert, dass dies die Spritkosten erhöhen würde, die Kundschaft der Airline aber keinen Aufpreis für Internet im Flugzeug zahlen wolle. Andere Fluggesellschaften - wie unter anderem die Lufthansa (Im Portfolio von Moritz Kratzer+25,7 %) - machen derzeit Teile ihrer Flotte fit für Starlink.
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