17.02.2018| Von: Andreas Kern |

 

Portrait Andreas Kern


Nach den Kurseinbrüchen der vergangenen drei Wochen zeigen sich an den Märkten erste Stabilisierungstendenzen. Neben dem Blick nach vorn beschäftigen sich viele Kommentatoren mit den unvermeidlichen Aufräumarbeiten. Inzwischen wurden sogar „Schuldige“ für den Kursrutsch an den US-Aktienmärkten identifiziert: Ein sogenannter Whistleblower behauptet, die Hintergründe zu kennen. Durch ausgefeilte Algorithmen sei der VIX-Index manipuliert worden. Das trieb den Händlern zunächst den Angstschweiß auf die Stirn und verleitete sie anschließend zu fast panikartigen Verkäufen. Tatsächlich ist dieser Volatilitätsindex ein vielbeachteter Gradmesser für die Nervosität am Markt. Und Tatsache ist auch, dass der VIX bis vor kurzem auf historisch niedrigem Niveau verlief, ein erneutes Anspringen also förmlich in der Luft lag. Ob die Panikverkäufe allerdings bewusst „getriggert“ wurden, oder ob alleine der gute alte Herdentrieb am Werk war, soll nun untersucht werden.

Was ist schon "normal"?

In der Zwischenzeit versuchen sich die Märkte wieder in Normalität, wobei sich in diesem Zusammenhang die Frage aufdrängt, was unter Normalität eigentlich verstanden werden soll? Ist die seit rund neun Jahren währende Dauer-Hausse Normalität, oder sind es Marktverläufe, in denen sich sowohl Schaukelbörsen als auch Kursauf- und Kursabschwünge abwechseln? In historischer Perspektive ist sicher letzteres der Fall und daraus lässt sich zumindest ein Schluss für die Zukunft ziehen: Mit ziemlicher Sicherheit befinden wir uns nicht mehr in einer Buy-and-Hold- Situation, sondern in einem Umfeld, in dem verstärkt aktives Management belohnt werden wird. Denn auch in Schaukel- und Seitwärtsmärkten ist gutes Geld zu verdienen, vorausgesetzt, man versteht sein Handwerk.


Solides Handwerk, tolle Chancen

Joachim Köngeter gehört zu denen, die bewiesen haben, dass sie ihr Handwerk bestens verstehen. Wie wir darauf kommen? Sehen Sie sich einmal den Kursverlauf des wikifolios „Tradingchancen deutsche Aktien an, für das Köngeter unter dem Tradingnamen „joibaer“ verantwortlich zeichnet. Trotz Kursturbulenzen erreichte dieses gerade erst wieder ein neues Allzeithoch. Eine solche Performance ist naturgemäß kein Selbstläufer, sondern erfordert hohes Engagement und einiges an Überlegung. Während des Crashs kommentierte er trocken: „Panik am Markt … wikifolio ist mit 7,9% Aktien und einem Short von 10,8% sehr konservativ aufgestellt. Konzentriert bleiben, Ruhe bewahren und konsequent handeln!“ Dem ist eigentlich wenig hinzuzufügen.

Tradingchancen deutsche Aktien

Wenn es Phasen gibt, in denen das Thema Sentiment wirklich gut funktioniert, dann sind es solche Extreme. Allerdings bildet das Sentiment nur einen Baustein von Bubs Ansatz, der erst durch die Relative Stärke, fundamentale Vorfilter und vor allem durch ein ausgeklügeltes Money Management komplett wird. Die Cash-Quote lag zuletzt übrigens bei über 70%.

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Im (vermiedenen) Verlust liegt der Gewinn

Das wikifolio „Abacus“ von Carsten Schorn (Tradername „Abbakus“) ist für aufmerksame Leser dieser Kolumne schon ein alter Bekannter. In der KW30 des vergangenen Jahres hatten wir Ihnen dieses außergewöhnliche wikifolio schon einmal vorgestellt, wobei sich jetzt, in etwas turbulenteren Zeiten zeigt, wie wertvoll es ist, dass Schorn explizit Drawdowns verhindern will. Dass der Wert des wikifolios wie an der Schnur gezogen nach oben läuft, lässt sich auch an dem hervorragenden Risiko-Faktor von nur 0,3x ablesen.

Da für „Abacus“ ausschließlich Aktien gekauft werden, ist in Phasen fallender Kurse die Erhöhung der Cash-Quote das Mittel der Wahl. Per gestern lag der Baranteil in diesem wikifolio bei knapp 98%.

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Vernachlässigte Dividenden

Eine bewährte Strategie besteht darin, möglichst viele Erfolgsfaktoren beim Investieren auf seine Seite zu bekommen, ohne sich dabei allerdings zu verzetteln. Michel Tesmar, der als Trader „Mitsch“ das wikifolio „SmallCap Dividende Plus“ betreut, geht in dieser Hinsicht konsequent vor: Zwei seiner Erfolgsfaktoren finden sich bereits in der Namensgebung: Small Caps, denen er aufgrund der höheren Wachstumspotenziale größere Renditechancen zutraut, und Dividenden, deren Beitrag zur langfristigen Performance oft sträflich vernachlässigt wird.

SmallCap Dividende Plus

Obwohl „Mitsch“ vom Grundsatz her fundamental orientiert ist, ergibt sich durch die strikte Verlustbegrenzung und die Zuhilfenahme der Charts auch eine Timing-Komponente. Und weil mitunter auch guten Aktien schlimme Dinge widerfahren, kann Tesmar seine Positionen durch einen ungehebelten Short-DAX-ETF absichern oder die Investitionsquote auf Null senken – eine flexible, marktorientierte Umsetzung fundamentaler Investmentideen.

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Was kommt?

Das sollten Anleger in der kommenden Woche im Auge behalten

Der Finanzkalender für die nächste Woche ist übersichtlich: Die EZB-Sitzung am kommenden Mittwoch ist ausdrücklich nicht geldpolitisch und dürfte von den Märkten daher weitgehend ignoriert werden. Am Freitag erfolgt dann die Bekanntgabe der Inflationszahlen für die Eurozone.

 

Auf der politischen Bühne startet am 20. Februar der SPD-Mitgliederentscheid zur „GroKo“ (Ergebnis vermutlich spätestens am 4. März). Der SPD-Sonderparteitag findet am kommenden Donnerstag statt und wird eher unterhaltsam als marktrelevant sein.

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